Happy Australia Day

Der 26.01. ist der australische Nationalfeiertag – das kann ich ja mal zum Anlass für ein paar halbaktuelle Aussie-Updates nehmen.

Das zweite Album von Husky hat jetzt ein VÖ-Datum für Europa. „Ruckers Hill“ erscheint im April über Embassy Of Music. Das sympathische Folk-Trio aus Melbourne war die erste Aussie-Band auf Sub Pop, dort hat man ihren Vertrag offenbar nicht verlängert, was ich nicht nachvollziehen kann, denn „Ruckers Hill“ ist famos geworden.

Auch „Blue Planet Eyes“, das Debütalbum von The Preatures hat nun endlich, endlich sein D-VÖ-Datum. Isabella Manfredi und ihre Band machen brillante Gitarrenpopmusik, das wissen wir spätestens seit ihrer Wahnsinnssingle „Is This How You Feel“, an der ich mich immer noch nicht satt gehört habe. Am 20.02. gibt’s endlich das komplette Album bei uns. Hier ein Link zur aktuellen Single „Ordinary“ (youtube ist gesperrt, vimeo gibt’s nicht)

Einen Monat später kommt „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“. Es ist das Debüt von Courtney Barnett, auch wenn sich’s nicht so anfühlt. Aber ihr Durchbruch letztes Jahr, das war ja genau genommen eine Compilation von 2 EPs, kein eigenes Album. Ebenso wie Courtney aus Melbourne stammen Twerps und Dick Diver, beide Bands sind ebenso wie Courtney so charmant unbemüht, entwaffnend holprig und dabei grinsend melancholisch smarte Texter. Dolewave eben. Das zweite Twerps-Album „Range Anxiety“ kann man bei uns offiziell am 27.02. auch im Laden kaufen, Dick Divers neue „Melbourne, Florida“ kommt am 09.03. Der Vorab-Clip der Twerps zum Album ist sympathisch albern.

Sonst so? Nicholas Allbrook (Ex-Tame Impala) kommt mit dem neuen Album seiner komplett durchgeknallten Pond um die Ecke – auch hier ein Videolink.

Und wo wir schon dabei sind, können wir eigentlich auch die feinen The Creases von der Gold Coast erwähnen. Superjung und noch sehr nah am „wir wollen klingen wie die Strokes“-Dings dran, aber so lange die Songs stimmen, lassen wir das gelten.

Das Gleiche wie über The Creases kann man auch über The Jensens aus Brisbane sagen. Sehr indie-typisch ihre Single „Fears“, einerseits. Andererseits, die machen auf dem Song auch alles richtig. Wenn man schon Indiegitarrenpop-Klischees abruft, dann doch wenigstens die, für die wir Indie so gerne haben.

Interview: July Talk

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Zeit, hier mal wieder ein Interview zu platzieren. Kanadas July Talk waren eine feine Überraschung des Jahres 2014 – ein „normales“ Gespräch über ihre Musik mit Peter Dreimanis und Leah Fay habe ich hier ja schon vor einiger Zeit platziert. Wir machten an dem Abend auch noch on top unseren Fragebogen namens „Bloss nichts über Musik“. Ich mag das ja – Klar, die Fragen sind ein bisschen albern, aber man kriegt ja doch immer einen Eindruck von der Band über die Musik hinaus. Wir erfahren was über Leahs Performance Art, Peters Faible für Tischfußball und die bemerkenswerte Weise, wie die zwei Bücher lesen.  Interview: July Talk weiterlesen

Veni Vidi Avi

Also, was Namen von Künstlern angeht, ist „Avigdor Zahner-Isenberg“ ganz weit vorne. So heisst er, der Kopf von Avi Buffalo, der kalifornischen Band, die noch im Teenageralter ein prima Debütalbum hinlegte. Das schlicht „Avi Buffalo“ betitelte Erstwerk war eine lieblich-sonderliche Akustikpop-Platte und eins meiner Top-Lieblingsalben des Jahres 2010. Seitdem tauschte Avigdor praktisch seine komplette Band aus und ließ uns bis Herbst 2014 auf den Nachfolger warten.

Von dieser zweiten Platte („At Best Cuckold“) gibt’s nun ein neues Video, und zwar zum Song „I Think It’s Gonna Happen Again“. Ich habe Avi Buffalo oben als sonderlich beschrieben, was ich damit meine, merkt ihr, wenn ihr mal auf den Text achtet. Man hört: Feinen Gitarrenpop, hübsch arrangiert, aber dann singt Avigdor Zeilen wie „A couple nights ago, I ran over two dogs, then I ate them after – I think it’s gonna happen again.“ Was für’n Vogel!

p.s. War ja klar, dass youtube den Clip gesperrt hat… wenn er auf vimeo oder dailymotion nachgeliefert wurde, mache ich ein Update.

Race For The Prize 2014 – Pt 2

Haim Preis Header grün

So, weiter geht’s in Sachen Ein-Kasten-Augustiner-Preis 2014. (Was das ist, steht einen Beitrag weiter unten.)

Jedes Jahr picke ich eine Shortlist aus 16 Songs, aus denen gewählt wird. Wer bei mir zur Kür des Siegers vorbei schaut, darf einen Kandidaten zur Shortlist hinzu fügen.

Micha schimpft immer, das sei unfair. Ich sollte weniger Songs kriegen und/oder die Anderen mehr. Wozu ich dann immer sage: „Micha, ich bin auch der, dem der Quatsch eingefallen ist, der das Ganze organisiert, der drüber im Blog schreibt, der Gäste bewirtet, das Bier besorgt, sich um die Übergabe kümmert. Niemand hindert dich, deinen eigenen Preis nach deinen Regeln auf die Beine zu stellen. Aber dieser läuft nun halt mal so, Punkt.“

Anyway. Das bedeutet, ihr kriegt nach dem Klick die 16 Lieder, die sich aus welchem Grund auch immer als meine Lieblingssongs des Jahres 2014 qualifizieren.  Race For The Prize 2014 – Pt 2 weiterlesen

Race for the prize 2014 – pt 1

Haim Preis HeaderOh Mann, ich kann mich manchmal so ärgern, dass mein alter Blog so mir nichts, dir nichts abgeschaltet wurde. Vier Jahre habe ich ihn geführt, ca 100 Interviews standen drauf… aber trotz des Frustes möchte ich eine Tradition des alten Blogs wieder beleben: Den 1-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres! Hurra!

Worum geht’s hierbei? Ganz einfach: Wie der Name schon sagt, werden wir einen Song zum Lied des Jahres 2014 küren. Wir, das sind ich und eine Handvoll Freunde und Leser des Blogs (Wer mitmachen will – einfach einen Kommentar hinterlassen – ich melde mich!). Wählen werden wir den Song in einem spaßigen Verfahren in meiner Küche. Es gibt Diskussionen und Alkohol. Es wird getanzt und was gegessen. Wenn wir am Ende einen Sieger ermittelt haben, hat der Act, der den Song singt, einen Kasten Augustiner gewonnen. Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, diesen Kasten auch irgendwie zu überreichen.  Race for the prize 2014 – pt 1 weiterlesen

Is Ziska How You Feel?

Eine Platte, auf die ich mich 2015 freue wie zwei Schnitzel, ein Steak und eine Wurstplatte ist das zweite Album des wundervollen Singer/Songwriters Marius Ziska von den Färöer Inseln. Als Vorboten gibt’s den Song „Home“ und ein Video, das aussieht, als wär’s vom Fremdenverkehrsamt der Färöer Inseln in Auftrag gegeben. Was es in der Tat ist, „Home“ ist der Song aus der aktuellen Färöer-Tourismus-Kampagne.

Antimatter-modern Sounds in Indie Music

… sie kommen weiter rein, die neuen Clips. Die aus Luxemburg stammenden, aber inzwischen in London lebenden Artpopper Antimatter People hatte ich schon als großen Tipp für 2014 auf dem Schirm, denn es kursierten prima Songs von ihnen und Anfang des Jahres platzierte Kitsuné zwei herausragende Lieder der Band auf ihren Samplern.
Jetzt erst kommt endlich ihre offizielle Debütsingle „No Need To Be So Small“.

Waiting for the Ocean…

Ihr drittes Album „Split“ gehörte zu meinen persönlichen Top Twenty von 2014, derweil gibt es in Australien schon seit September ein neues Album der Melbourner Jangle-Popper The Ocean Party. Doch noch immer ist „Soft Focus“, so der Name dieser ihrer vierten Platte, nicht in Europa zu kriegen. Langsam werde ich ungeduldig. Zumal es schon wieder ein neues Video daraus gibt, zum Song „Deluded“.
Jetzt wäre doch der richtige Zeitpunkt, um damit rauszurücken? Schließlich stehen auch neue Alben ihrer Stadt- und Soundkollegen Twerps, Courtney Barnett und Dick Diver vor der Tür, da könnte man sich doch strategisch ran hängen…
Wie auch immer, netter Clip. Bei dem Tänzer handelt es sich übrigens um Ocean Party-Bassist Mark Rogers.

Ich bin trotzdem immer noch der Meinung: Wenn Gott gewollt hötte, dass Männer kurze Hosen tragen, wären unsere Füße an den Knien.
Waiting for the Ocean… weiterlesen

TV on the MTV

Nicht alle sind happy mit der poppigen Neuausrichtung der ehemals für Kritiker so unantastbaren TV On The Radio. Früher waren sie so komplex und arty, heute drehen sie MTV-freundliche Videos mit Skatern – da fühlt sich manch ein Fan verraten.
Und ich, der alte contrarian? Ich kann den neuen TVOTR echt was abgewinnen. Die kann man viel besser auflegen, die machen satten Indiespaß, ohne primitiv zu sein. Und wenn man partout lieber ihr komplizierteres Werk hören mag, das ist ja nicht verschwunden. Man muss nur eis ihrer alten Album rauspicken und auf ‚Start‘ drücken. Deswegen: Eine Pop-Variante ist eine neue Farbe auf der TVOTR-Palette, und das ist okay. Auf dem neuen Album „Seeds“ habe ich einen Favoriten, den die Band im Tracklisting auf Platz #10 versteckt hat: „Lazerray“ Aber offenbar war ich nicht der Einzige, der findet, dass der Song was taugt, denn jetzt wird er als Single ausgekoppelt.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.