Veni Vidi Avi

Also, was Namen von Künstlern angeht, ist „Avigdor Zahner-Isenberg“ ganz weit vorne. So heisst er, der Kopf von Avi Buffalo, der kalifornischen Band, die noch im Teenageralter ein prima Debütalbum hinlegte. Das schlicht „Avi Buffalo“ betitelte Erstwerk war eine lieblich-sonderliche Akustikpop-Platte und eins meiner Top-Lieblingsalben des Jahres 2010. Seitdem tauschte Avigdor praktisch seine komplette Band aus und ließ uns bis Herbst 2014 auf den Nachfolger warten.

Von dieser zweiten Platte („At Best Cuckold“) gibt’s nun ein neues Video, und zwar zum Song „I Think It’s Gonna Happen Again“. Ich habe Avi Buffalo oben als sonderlich beschrieben, was ich damit meine, merkt ihr, wenn ihr mal auf den Text achtet. Man hört: Feinen Gitarrenpop, hübsch arrangiert, aber dann singt Avigdor Zeilen wie „A couple nights ago, I ran over two dogs, then I ate them after – I think it’s gonna happen again.“ Was für’n Vogel!

p.s. War ja klar, dass youtube den Clip gesperrt hat… wenn er auf vimeo oder dailymotion nachgeliefert wurde, mache ich ein Update.

Race For The Prize 2014 – Pt 2

Haim Preis Header grün

So, weiter geht’s in Sachen Ein-Kasten-Augustiner-Preis 2014. (Was das ist, steht einen Beitrag weiter unten.)

Jedes Jahr picke ich eine Shortlist aus 16 Songs, aus denen gewählt wird. Wer bei mir zur Kür des Siegers vorbei schaut, darf einen Kandidaten zur Shortlist hinzu fügen.

Micha schimpft immer, das sei unfair. Ich sollte weniger Songs kriegen und/oder die Anderen mehr. Wozu ich dann immer sage: „Micha, ich bin auch der, dem der Quatsch eingefallen ist, der das Ganze organisiert, der drüber im Blog schreibt, der Gäste bewirtet, das Bier besorgt, sich um die Übergabe kümmert. Niemand hindert dich, deinen eigenen Preis nach deinen Regeln auf die Beine zu stellen. Aber dieser läuft nun halt mal so, Punkt.“

Anyway. Das bedeutet, ihr kriegt nach dem Klick die 16 Lieder, die sich aus welchem Grund auch immer als meine Lieblingssongs des Jahres 2014 qualifizieren.  Race For The Prize 2014 – Pt 2 weiterlesen

Race for the prize 2014 – pt 1

Haim Preis HeaderOh Mann, ich kann mich manchmal so ärgern, dass mein alter Blog so mir nichts, dir nichts abgeschaltet wurde. Vier Jahre habe ich ihn geführt, ca 100 Interviews standen drauf… aber trotz des Frustes möchte ich eine Tradition des alten Blogs wieder beleben: Den 1-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres! Hurra!

Worum geht’s hierbei? Ganz einfach: Wie der Name schon sagt, werden wir einen Song zum Lied des Jahres 2014 küren. Wir, das sind ich und eine Handvoll Freunde und Leser des Blogs (Wer mitmachen will – einfach einen Kommentar hinterlassen – ich melde mich!). Wählen werden wir den Song in einem spaßigen Verfahren in meiner Küche. Es gibt Diskussionen und Alkohol. Es wird getanzt und was gegessen. Wenn wir am Ende einen Sieger ermittelt haben, hat der Act, der den Song singt, einen Kasten Augustiner gewonnen. Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, diesen Kasten auch irgendwie zu überreichen.  Race for the prize 2014 – pt 1 weiterlesen

Is Ziska How You Feel?

Eine Platte, auf die ich mich 2015 freue wie zwei Schnitzel, ein Steak und eine Wurstplatte ist das zweite Album des wundervollen Singer/Songwriters Marius Ziska von den Färöer Inseln. Als Vorboten gibt’s den Song „Home“ und ein Video, das aussieht, als wär’s vom Fremdenverkehrsamt der Färöer Inseln in Auftrag gegeben. Was es in der Tat ist, „Home“ ist der Song aus der aktuellen Färöer-Tourismus-Kampagne.

Antimatter-modern Sounds in Indie Music

… sie kommen weiter rein, die neuen Clips. Die aus Luxemburg stammenden, aber inzwischen in London lebenden Artpopper Antimatter People hatte ich schon als großen Tipp für 2014 auf dem Schirm, denn es kursierten prima Songs von ihnen und Anfang des Jahres platzierte Kitsuné zwei herausragende Lieder der Band auf ihren Samplern.
Jetzt erst kommt endlich ihre offizielle Debütsingle „No Need To Be So Small“.

Waiting for the Ocean…

Ihr drittes Album „Split“ gehörte zu meinen persönlichen Top Twenty von 2014, derweil gibt es in Australien schon seit September ein neues Album der Melbourner Jangle-Popper The Ocean Party. Doch noch immer ist „Soft Focus“, so der Name dieser ihrer vierten Platte, nicht in Europa zu kriegen. Langsam werde ich ungeduldig. Zumal es schon wieder ein neues Video daraus gibt, zum Song „Deluded“.
Jetzt wäre doch der richtige Zeitpunkt, um damit rauszurücken? Schließlich stehen auch neue Alben ihrer Stadt- und Soundkollegen Twerps, Courtney Barnett und Dick Diver vor der Tür, da könnte man sich doch strategisch ran hängen…
Wie auch immer, netter Clip. Bei dem Tänzer handelt es sich übrigens um Ocean Party-Bassist Mark Rogers.

Ich bin trotzdem immer noch der Meinung: Wenn Gott gewollt hötte, dass Männer kurze Hosen tragen, wären unsere Füße an den Knien.
Waiting for the Ocean… weiterlesen

TV on the MTV

Nicht alle sind happy mit der poppigen Neuausrichtung der ehemals für Kritiker so unantastbaren TV On The Radio. Früher waren sie so komplex und arty, heute drehen sie MTV-freundliche Videos mit Skatern – da fühlt sich manch ein Fan verraten.
Und ich, der alte contrarian? Ich kann den neuen TVOTR echt was abgewinnen. Die kann man viel besser auflegen, die machen satten Indiespaß, ohne primitiv zu sein. Und wenn man partout lieber ihr komplizierteres Werk hören mag, das ist ja nicht verschwunden. Man muss nur eis ihrer alten Album rauspicken und auf ‚Start‘ drücken. Deswegen: Eine Pop-Variante ist eine neue Farbe auf der TVOTR-Palette, und das ist okay. Auf dem neuen Album „Seeds“ habe ich einen Favoriten, den die Band im Tracklisting auf Platz #10 versteckt hat: „Lazerray“ Aber offenbar war ich nicht der Einzige, der findet, dass der Song was taugt, denn jetzt wird er als Single ausgekoppelt.

Party like it’s 1991

Es gab Zeiten auf meinem alten Blog, da habe ich fast jeden Tag einen Post verfasst. Zur Zeit passiert hier aber relativ wenig. Sorry, offenbar bin ich faul. Andererseits ist das natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass der Januar nun mal ein Monat ist, in dem die Labels traditionell wenig veröffentlichen.

Damit hier aber trotzdem mal wieder was passiert, kann ich ja mal zwei Videos aus den letzten Wochen kommentieren. Auffällig ist, dass der Sound von 1991 in der Tat wiederkommt. Wer sich z.B. die Vorab-Tracks vom zweiten Peace-Album anhört und nicht an die Happy Mondays, Flowered Up, Northside oder EMF denken muss… der ist 1991 halt zu jung gewesen. Aber glaubt mir, die Beats, das Feeling (auch die ziemliche Dödeligkeit der Texte) kommen exakt hin. Ein anderes Beispiel ist der Brite, der sich Only Real nennt. Der wird in manchen Kreisen als neuer Jamie T gehandelt – was für meinen Geschmack doch sehr hoch gegriffen ist. Aber der Shuffle-Beat und die Art, wie die Gitarren eingesetzt werden, lässt mich sagen: Seine Single „Yesterdays“ hätte ein Song auf „Schubert Dip“ sein können. Könnte ein Hit werden, die Nummer, es ist schließlich ein „Four-Chord-Song“

Und wenn schon alle so klingen wie 1991, dann macht es doch Sinn, dass all die 1991-Bands zurück kommen. Ride haben ihre Reunion bekannt gegeben, Swervedriver ein neues Album angekündigt und auch die Charlatans melden sich im Frühjahr mit ihrem zwölften Album zurück. Eine Platte, die wirklich sehr gelungen ist – klar, die Jungs werden ruhiger, aber das passt, das klingt stimmig. Lieber sehe ich Tim Burgess & Co in Würde älter werden, als dass sie uns gequält einen auf junge Hüpfer machen. Die Vorab-Single „Talking In Tones“ ist ein typischer Grower. Sie steht ja schon recht lange online, zuerst fand ich sie eher unspannend. Erst bei siebten, achten Hören kommt dann der Punkt, wo man die unaufdringliche Melodie und die subtilen Gitarrenakkorde zu schätzen lernt, und dann ist es nur noch ein Moment, bis man den Song himmlisch findet und „Rückkehr der Charlies zu ihrer Bestform!“ jubelt.

Interview: Sturgill Simpson

Header SturgillDieser Typ ist ’ne Sensation. Sturgill Simpson hat meine Lieblingsplatte des Jahres 2014 gemacht und mir eine neue Welt erschlossen: Seit ich seine Musik kenne, habe ich mich wieder neu ins Thema Country (die traditionelle bzw. alternative Variante) reingebissen. Im September war ich dann in Stockholm, um den Mann, der Country mit seinen zwei Alben gerade einen Adrenalin-Schuss ins Herz verpasst hat, vor seiner Show im Bryggarsalen fürs Classic Rock Magazine zu treffen.

Das folgende Gespräch dreht sich erst um Sturgills Musik, artet aber bald ins Politische aus. (Sorry, dass ich auf dem Gebiet immer nur so Halbwissen rauspusten kann.) Jedenfalls, was für’n Typ!
Als ich mein Aufnahmegerät anschalte, bedauert Sturgill gerade, noch nicht in Deutschland gespielt zu haben. Interview: Sturgill Simpson weiterlesen

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.