Review: Alpine

alpine yuckAlpine – „Yuck“

Achtung, Lieblingsband-Alarm!
Boah, was liebte ich „A Is For Alpine“! Was für ein brillantes Debütalbum! Was für eine zauberhaft mysteriöse Band! Zwei Sängerinnen, vier Jungs im Hintergrund, aus dem fernen Melbourne, sophisticated, sexy, distanziert. Alpine gelangten an ähnliche Orte des Dreampop wie dereinst Lush und die Pale Saints – zwei Bands, die sie vermutlich nie gehört hatten. Sie gelangten zu diesen Sounds auch über ganz andere Wege als meine Lieblingsbands der frühen Nineties: Mit sich gegeneinander verschiebenden Rhythmen, mit tektonischen Spannungen, mit brodelnden Unterströmungen.

Es wird oft gesagt, ein gutes Lied erkenne man daran, dass man es auch mit der Akustikgitarre am Baggersee singen kann. Alpine widerlegen diese These. Ihre Stücke sind toll, aber einige integrale Elemente des typischen Lagerfeuer-Songs fehlen ihnen komplett. Zum Beispiel das, was der Engländer „tune“ nennt – die Melodie, die im Ohr bleibt. Alpine verwenden Gesang wie andere Bands Keyboard-flächen. Oder Percussion. Review: Alpine weiterlesen

Review: Duke Special

duke-special-look-out-machines-7692Duke Special – „Look Out Machines“

Es wird nicht zu vermeiden sein, dass ich mich hier ab und zu wiederhole. Deswegen: Sorry, aber einmal mehr beginne ich eine Rezension mit meiner These, dass ein Singer/Songwriter steht und fällt mit seiner Persönlichkeit. Sowie mit der Story bzw. der Figur, die er verkörpert.

Duke Special ist so eine Persönlichkeit. Der Mann aus Belfast, der eigentlich Peter Wilson heisst, sieht aus wie Robert Smiths kleiner Bruder aus dem Wanderzirkus: Schäbige Anzüge, Dreadlocks, Kajal zentimeterdick um die Mauseaugen. In einem Märchenfilm könnte man ihn als Rumpelstilzchen casten. Deswegen ist so besonders, was passiert, wenn er sich ans Klavier setzt: Dann wachsen ihm Schwingen und schwingt sich er in einen Himmel des Musiktheaters auf. Er wird zu einem zerknitterten Rufus Wainwright, der nicht auf der Met, sondern in der Augsburger Puppenkiste singt. Es hat was von Cabaret, es hat was von Drama, und es hat auch was von Elton John. Es ist, sozusagen, große Kleinkunst.  Review: Duke Special weiterlesen

What the Buzzard is about

Wenn das australische Label I Oh You eine neue Band signt, dann heisst’s hinhören – schließlich sind dies die Leute, die uns die DMA’s, City Calm Down und Snakadaktal entdeckt haben. (Genauer gesagt ist es ein Typ namens Jonathan Ponniah).

Neu in der Familie ist nun ein Quintett aus Sydney namens Green Buzzard. Und wieder gefällt’s mir auf Anhieb prima – die erste Single „Zoo Fly“ klingt nach Psychedelia und Britpop, prima!

How D’you Pyke that?

Eine Art Musiknews: Natalie Imbruglia hat ein Album mit Cover-Versionen angekündigt. Das würde mich ja normal nicht interessieren, aber unter den Songs, die sie pickte, stechen ein paar Titel ins Auge. „I Will Follow You Into The Dark“ von Death Cab, „Friday I’m In Love“ von The Cure zum Beispiel – oder „The Summer“ von ihrem Landsmann Josh Pyke. Der wiederum gehört zu meinen Lieblings-Singer/Songwritern und ich freue mich über die Extra-Aufmerksamkeit, die er jetzt vielleicht kriegt. Ich benutze diese News also als Ausrede, um das Original von „The Summer“ zu posten – erstens das offizielle Video, zweitens als Akustik-Performance. Ursprünglich erschien der Song auf Josh Pykes 2008’er Album „Chimney’s Afire“


p.s. ich habe Imbruglias Version gehört und sie piepst wie ein Mäuschen. Da bleiben wir lieber beim Original.

p.p.s. und sieh an – Josh Pyke hat ebenfalls sein neues Album angekündigt, Hurra! Am 31.07. erscheint „But For All These Shrinking Hearts“!

Review: FFS

FFS CoverFFS – „FFS“

Also rein strategisch – aber ich denke nicht, dass es eine strategische Entscheidung war – hätten Franz Ferdinand in dieser Phase ihrer Karriere kaum was Schlaueres machen können, als diese Abweichung von ihrem Weg zu nehmen.

Ihr echt flottes, peppiges viertes Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ ist positiv aufgenommen worden, keine Frage. Trotzdem: Eine Band, die vorm fünften Album steht, befindet sich ja irgendwie im Niemandsland ihrer Karriere. Neu und fresh und hot ist man üblicherweise nur von Album 1 bis (wenn es gut läuft) 3. Ein unbestrittener Klassiker, dem Referenz erwiesen wird, ist man wiederum erst ab Album 7 oder 8. (Klar, es gibt Ausnahmen, aber ich meine: in der Regel)

Franz Ferdinands Debüt erschien 2004, das heisst, sie sind heute elf Jahre bekannt und damit fest etabliert – und das im einem Genre, in dem man doch zumindest offiziell gegen alles Etablierte aufmüpfig ist. Nur wer sich konstant neu erfindet, so dass die Fans nicht wissen, was beim nächsten Album wohl passiert (wie z.B. Radiohead in ihrem ersten Jahrzehnt), hat bei Longplayer Nr 5 noch ungeteilte Aufmerksamkeit. Franz Ferdinand aber haben das nicht getan – ja, ein Unterschied zwischen „Right Thoughts“ und ihrem Debüt ist da, aber der ist erheblich kleiner als der Unterschied zwischen „Pablo Honey“ und „OK Computer“.

Franz Ferdinand müssten es jetzt irgendwie schaffen, per Fast Forward den Klassiker-Status zu bekommen. Und da treten die Sparks auf den Plan – das Duo, das sich 1971 gründete, ein Jahr vor Alex Kapranos Geburt!

Review: FFS weiterlesen

Mando Ciao?

opener mandoMittwoch haben Mando Diao auf ihrer Website eine ziemliche Bombe platzen lassen. Es hat mich ein bisschen erstaunt, wie gering das Echo darauf bisher war. Vielleicht, weil die Botschaft dort in Schwedisch steht? Hat’s keiner verstanden? Oder haben eh alle längst damit gerechnet?

Auf der Website steht: „Mando Diao och Gustaf Norén går skilda vägar“
Auf deutsch: Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.

Das ist schon ein ziemlicher Hammer.
Hier zuerst noch mal der Wortlaut des Textes – übersetzt von mir in meinem Anfänger-Schwedisch.

„Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.
Nachdem die Band jüngst unterschiedliche Vorstellungen über ihre Zukunft hatte, hat Gustaf diesen Zeitpunkt gewählt, um neue kreative Ideen und künstlerische Ausdrucksformen außerhalb von Mando Diao zu verwirklichen. Björn Dixgård und der Rest der Band werden als Mando Diao weitermachen und die vereinbarten Sommershows wie geplant spielen.
„Gustaf ist ein unglaublich kreativer und talentierter Musiker und Künstler. Jetzt erhält er die Zeit und die Freiheit, Ideen ohne Kompromisse zu verwirklichen und es wird äußerst spannend sein, wo dies hinführt. Der Rest von uns in der Band wird weitermachen wie immer und freut sich, auf all den Konzerten im Sommer die Fans zu treffen.“
Björn Dixgård.

Ein paar Fragen, Spekulationen und Gedanken dazu nach dem Break.

Mando Ciao? weiterlesen

Hank the dj / ditch this 2

Mal eben eine Notiz zu meinen Spotify-Playlists.

1. Als ich letztes Jahr im Atomic am Indiefolk/alt.Country-Abend „Hank Furbisher’s Heehaw Humdinger“ auflegte, postete ich jeweils vor den Veranstaltungen ein paar kurze Playlists in diesem Sound. Diese habe ich jetzt in einer einzigen Playlist zusammen gefasst. Ich weiss, für ein paar von Euch ist das Wort „Country“ ein Schimpfwort, aber traut euch!

2. Links oben auf der Seite steht immer der Link zur „Best Ditches“ Playlist – Dies ist die Liste, die ich auch regelmäßig update. Ältere Songs werden rausgekickt und durch Neueres ersetzt – das läuft also anders als bei den Britwoch-Playlists, die ja abgeschlossene Atomic-Abende beinhalten.

Schie’s Got something to say

Neues aus Sydney. Matt van Schie und Michael di Francesco (beide von Van She) haben ein neues Duo namens Tear Council gegründet, mit dem ihren Van She – Popsound weiter führen.

Da Van She ihre beiden Alben („V“, 2008 und „Idea Of Happiness“, 2012) auf Modular Records veröffentlichten, und dieses Label ja leider gerade in sich zusammenfällt, darf man wohl spekulieren, dass Van She Geschichte sind und in Tear Council weiterleben. „My Car“ ist die zweite Single des Duos.

Derweil braut sich das Gewitter im Fall Tame Impala vs Modular Records weiter zusammen. Lest hier und hier zwei Beiträge aus Australien – und weiter unten mein Interview mit Pavlovic aus dem Sommer 2013.

Schie’s Got something to say weiterlesen

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.