Review: FFS

FFS CoverFFS – „FFS“

Also rein strategisch – aber ich denke nicht, dass es eine strategische Entscheidung war – hätten Franz Ferdinand in dieser Phase ihrer Karriere kaum was Schlaueres machen können, als diese Abweichung von ihrem Weg zu nehmen.

Ihr echt flottes, peppiges viertes Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ ist positiv aufgenommen worden, keine Frage. Trotzdem: Eine Band, die vorm fünften Album steht, befindet sich ja irgendwie im Niemandsland ihrer Karriere. Neu und fresh und hot ist man üblicherweise nur von Album 1 bis (wenn es gut läuft) 3. Ein unbestrittener Klassiker, dem Referenz erwiesen wird, ist man wiederum erst ab Album 7 oder 8. (Klar, es gibt Ausnahmen, aber ich meine: in der Regel)

Franz Ferdinands Debüt erschien 2004, das heisst, sie sind heute elf Jahre bekannt und damit fest etabliert – und das im einem Genre, in dem man doch zumindest offiziell gegen alles Etablierte aufmüpfig ist. Nur wer sich konstant neu erfindet, so dass die Fans nicht wissen, was beim nächsten Album wohl passiert (wie z.B. Radiohead in ihrem ersten Jahrzehnt), hat bei Longplayer Nr 5 noch ungeteilte Aufmerksamkeit. Franz Ferdinand aber haben das nicht getan – ja, ein Unterschied zwischen „Right Thoughts“ und ihrem Debüt ist da, aber der ist erheblich kleiner als der Unterschied zwischen „Pablo Honey“ und „OK Computer“.

Franz Ferdinand müssten es jetzt irgendwie schaffen, per Fast Forward den Klassiker-Status zu bekommen. Und da treten die Sparks auf den Plan – das Duo, das sich 1971 gründete, ein Jahr vor Alex Kapranos Geburt!

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Mando Ciao?

opener mandoMittwoch haben Mando Diao auf ihrer Website eine ziemliche Bombe platzen lassen. Es hat mich ein bisschen erstaunt, wie gering das Echo darauf bisher war. Vielleicht, weil die Botschaft dort in Schwedisch steht? Hat’s keiner verstanden? Oder haben eh alle längst damit gerechnet?

Auf der Website steht: „Mando Diao och Gustaf Norén går skilda vägar“
Auf deutsch: Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.

Das ist schon ein ziemlicher Hammer.
Hier zuerst noch mal der Wortlaut des Textes – übersetzt von mir in meinem Anfänger-Schwedisch.

„Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.
Nachdem die Band jüngst unterschiedliche Vorstellungen über ihre Zukunft hatte, hat Gustaf diesen Zeitpunkt gewählt, um neue kreative Ideen und künstlerische Ausdrucksformen außerhalb von Mando Diao zu verwirklichen. Björn Dixgård und der Rest der Band werden als Mando Diao weitermachen und die vereinbarten Sommershows wie geplant spielen.
„Gustaf ist ein unglaublich kreativer und talentierter Musiker und Künstler. Jetzt erhält er die Zeit und die Freiheit, Ideen ohne Kompromisse zu verwirklichen und es wird äußerst spannend sein, wo dies hinführt. Der Rest von uns in der Band wird weitermachen wie immer und freut sich, auf all den Konzerten im Sommer die Fans zu treffen.“
Björn Dixgård.

Ein paar Fragen, Spekulationen und Gedanken dazu nach dem Break.

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Hank the dj / ditch this 2

Mal eben eine Notiz zu meinen Spotify-Playlists.

1. Als ich letztes Jahr im Atomic am Indiefolk/alt.Country-Abend „Hank Furbisher’s Heehaw Humdinger“ auflegte, postete ich jeweils vor den Veranstaltungen ein paar kurze Playlists in diesem Sound. Diese habe ich jetzt in einer einzigen Playlist zusammen gefasst. Ich weiss, für ein paar von Euch ist das Wort „Country“ ein Schimpfwort, aber traut euch!

2. Links oben auf der Seite steht immer der Link zur „Best Ditches“ Playlist – Dies ist die Liste, die ich auch regelmäßig update. Ältere Songs werden rausgekickt und durch Neueres ersetzt – das läuft also anders als bei den Britwoch-Playlists, die ja abgeschlossene Atomic-Abende beinhalten.

Schie’s Got something to say

Neues aus Sydney. Matt van Schie und Michael di Francesco (beide von Van She) haben ein neues Duo namens Tear Council gegründet, mit dem ihren Van She – Popsound weiter führen.

Da Van She ihre beiden Alben („V“, 2008 und „Idea Of Happiness“, 2012) auf Modular Records veröffentlichten, und dieses Label ja leider gerade in sich zusammenfällt, darf man wohl spekulieren, dass Van She Geschichte sind und in Tear Council weiterleben. „My Car“ ist die zweite Single des Duos.

Derweil braut sich das Gewitter im Fall Tame Impala vs Modular Records weiter zusammen. Lest hier und hier zwei Beiträge aus Australien – und weiter unten mein Interview mit Pavlovic aus dem Sommer 2013.

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Zwei live

Zwei neue Akustik-Performances:

Erstens: Unsere australischen Lieblinge The DMA’s (da verlinke ich doch gleich mal auf mein Interview mit Johnny Took) haben, als sie fürs „The Great Escape“ Festival in Brighton waren, ihren Song „Feels Like 37“ im Hotelzimmer eingespielt.

DMA'S – FEELS LIKE 37 (acoustic) from PIASGermany on Vimeo.

Zweitens: Die UK-Folkies Stornoway spielten eine so genannte „Quay Session“ für die BBC und sangen ihre Single „Lovesong For The Beta Male“ von ihrem aktuellen Album „Bonxie“ (hier mein Review des Albums)

Review: Florence + The Machine

Florence + The Machine - AlbumcoverFlorence + The Machine –
„How Big, How Blue, How Beautiful“

Bombast. Das ist das erste Wort, das mir zu Florence Welch einfällt.

Wären Florence + The Machine etwas zu essen, sie wären ein 12-Gänge-Bankett. Wären sie ein Haus, sie wären Schloss Neuschwanstein. Wären sie eine Szene aus dem Fernsehen, sie wären alle großen „Game Of Thrones“-Serienfinal-Schlachten auf einmal. Hier wird immer groß und opulent aufgefahren. Farbschichten werden nicht mit dem flüchtigen Pinselstrich, sonderm meterdick aufgetragen. Was alright ist. „Indie“ ist’s nicht, aber es hat was für sich. So wie ja auch Schloss Neuschwanstein was für sich hat – maßlos übertriebener, ruinöser Kitsch, ja, aber bestimmt kein Durchschnitt. Dafür klappt einem immer mal wieder der Kiefer runter, man ist beeindruckt und langt sich doch gleichzeitig an die Stirn.

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Vinterview: Steven Pavlovic

Vinterview Header Modular

2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Es gibt zur Zeit leider Negativschlagzeilen um Tame Impala bzw. ihr altes Aussie-Label Modular Records und deren Gründer Steven Pavlovic. Pavlovic wird vorgeworfen, Tantiemen von Tame Impala einbehalten zu haben. Eine andere Band des Labels wirft ihm vor, einen Teil ihrer Vorschusszahlungen für sich abgezwackt zu haben. Die Labelwebsite ist offline – es sieht aus, als ob da gerade ein Imperium in sich zusammen fällt.

Aus aktuellem Anlass picke ich also heute traurig mein Interview mit Modular-Chef Steve Pavlovic aus dem Sommer 2013. Vinterview: Steven Pavlovic weiterlesen

Mads World

Es gibt wieder Farbe im Leben von Reptile Youth. Beim letzten Album des dänischen Duos („Rivers That Run For A Sea That Has Gone“, 2014) war alles in strengem schwarz-weiss gehalten – bei der neuen EP „Away“ zeigt sich das Artwork (Cover, Website, das neue Video) in einer sonnigen California-Optik mit viel Himmelblau.

Was lesen wir auf der neuen Seite? Ui, Reptile Youth sind gar kein Duo mehr! „What began as a duo with Esben Valløe, has turned into a music collective, with different musicians along with Mads (Darmsgaard Kristiansen) front and center, taking over stages and recording studios.“ 

Die EP „Away“ gibt’s ab dem 8.6. zu kaufen – und, na sowas, bis dahin zum free download auf der Reptile Youth – Seite.

Vinterview: Tame Impala

Tame Impala Vinterview Header

2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht. 

Viele (leider nicht alle) meiner alten Interview-Transkripte habe ich noch auf meinem Laptop – und weil’s ja auch irgendwie schade wäre, wenn sie da versauern, werde ich sie hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Im Juli erscheint das dritte Album von Tame Impala. Yippieh!! Wir alle kauen schon aufgeregt unsere Fingernägel! Drückt mir die Daumen, dass es wieder mit einem Interview klappt!!
Nach „Lonerism“ hatte ich Kevin Parker Superstar tatsächlich am Telefon! Nach dem Break der alte Text, ursprünglich erschienen im Dezember 2012… 

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Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.