Review: Urban Cone

Urban Cone - Polaroid Memories - CMS SourceUrban Cone – Polaroid Memories

Zuerst mal was Oberflächliches: Urban Cone beschweren sich, wenn man sie als Teenie-Girlie-Band einordnet – aber dann zeigen sie sich auf ihrem neuen Albumcover in einer Pose, als wollten sie One Direction die Fans ausspannen – dazu könnte man ja auch Nein sagen? Aber gut, lassen wir Äusserlichkeiten und Frisuren außen vor und es steht ja wohl außer Frage, dass die Typen extrem spannend angefangen haben.

„Urban Photograph“, das war einer der Songs, um die man in den letzten Jahren an keinem Indie-Disco-Abend vorbei kam. Was für ein Knüller! Was für ein Musterbeispiel für einen knallfetzenden Indiepopsong, der sofort zum Mithopsen auf den Dancefloor zieht! Umso unglaublicher ist es, im Nachhinein zu hören, dass diese erste VÖ von den fünf Stockholmern sogar der erste Song war, den sie je gemeinsam geschrieben haben, und das auch noch in ihrer ersten Bandprobe.

Das war mal ein Wurf, und es ging weiter – Review: Urban Cone weiterlesen

Interview: AWOLNATION

awolnation HeaderEine Interviewform, die ich besonders mag, ist unser Fragebogen „Bloss nichts über Musik“, den wir monatlich im piranha haben. Klar, es gibt niveauvollere Gespräche, aber hier kriegt man immer interessante und lustige Sachen mit – und die Befragten haben normal auch ihren Spaß dabei.

Im März spielten AWOLNATION anlässlich ihres zweiten Albums „Run“ in München, so hatte ich die Möglichkeit, ihren Kopf Aaron Bruno über Haustiere, miese Jobs und sonderbaren Lesestoff zu sprechen. Interview: AWOLNATION weiterlesen

Good Night And Good Lux

Von der Ladiesband Bridezilla aus Sydney habe ich zu ihrer Zeit (ihr einziges Album erschien 2009) nichts mitbekommen – doch in dieser Band spielte eine gewisse Daisy Tulley Geige. Sechs Jahre später nimmt Daisys eigene Band Fahrt auf, diese trägt den Namen Low Lux. Die Debütsingle „Rivers Roll“ gefällt mir prima: Interessanter Aufbau, interessante Atmosphäre. Anfang der 90er hätte man dazu Dreampop gesagt.

Review: Rose Windows

rw2-lpcd-cover-900Rose Windows – „Rose Windows“

Als ich hörte, dass die Rose Windows sich pünktlich vor ihrem zweiten Album getrennt haben, war ich traurig – ihr Debüt „The Sun Dogs“ war eins meiner persönlichen Top Ten-Alben des Jahres 2013. Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich überrascht war.

Es gibt Bands, die sehen aus wie eine Gang, wie vier eingeschworene Buddies, die schon durch dick und dünn miteinander gegangen sind. Rose Windows wirkten dagegen wie eine Grüppchen, das man zusammen geworfen hatte, weil diese vier Typen und zwei Mädels in Seattle gerade in der gleichen Schlange ihres Coffee-Shops standen: Chris Cheveyo (Gitarre), Nils Petersen (ja, wie der Stürmer vom SC Freiburg – Gitarre), Pat Schowe (Drums), Veronica Dyes (Querflöte), Richie Rekow (Bass) und Rabia Shaheen Qazi (Gesang) waren ein schräger Haufen, bei dem man schon ahnte, dass er nur eine bestimmte Zeit im gleichen Raum bleiben würde.

Aber hey, wenn sie Musik machten, dann griff es verrückterweise ineinander. Review: Rose Windows weiterlesen

Klodsblitz!

Tjaaaa… jetzt sollte ich eigentlich im Flieger nach Hamburg sitzen, über den ich wie zuletzt jedes Jahr das SPOT-Festival in Arhus besucht hätte. Jedoch, oh je, krank war ich diese Woche, also verpasse ich damit u.a. auch das Konzert von Rangleklods,

Das hätte mich ja schon interessiert – „Beekeeper“, das Debüt von Esben Andersen (2012), war eine spannende Platte zwischen Indietronica und Trip-Hop. Seitdem sind Rangleklods durch die Addition von Pernille Smith-Sivertsen zum Duo geworden, seitdem konnten ihre Singles mich nicht mehr überzeugen, aber angeguckt hätte ich es mir schon. Esben kann es ja nicht mal eben komplett verlernt haben.

Zumal, sie haben ein neues Video draußen als Teaser ihres kommenden zweiten Albums „Straitjacket“, und meiner Meinung nach ist „Schoolgirls“ Rangleklods bisher beste Single als Duo. Lustig auch, wie Esben mit seinen Hippie-Haaren im Video Erinnerungen an den jungen Bobby Gillespie heraufbeschwört.

Review: Best Coast

California Nights - CMS SourceBest Coast – „California Nights“

Ja, es gibt ein drittes Best Coast-Album, (genauer sind es dreieinhalb, wenn wir die „Fade Away“ EP von 2013 mitrechnen), obwohl man sich lange schon darüber wundern darf, wie zur Hölle Beth Consentino und Bobb Bruno ihren engen Spielraum noch nicht ausgereizt haben. Wenn man immer auf dem gleichen Kaugummi kaut, verliert er doch schließlich irgendwann den Geschmack? Wie viele melancholische, aber aufbauende Drei-Akkord-Girlpop-Garagenrock-Lieder übers unglücklich-Verliebtsein-in-Kalifornien kann man schreiben, ohne dass der Zuhörer das Interesse verliert? Erstaunlich viele, wie auch „California Nights“ wieder zeigt, obwohl schon der Albumtitel uns unmissverständlich mitteilt, dass Best Coast nullnicht vorhaben, etwas an ihrem Grundrezept zu ändern.

Aber wenn sie am Grundrezept schon nichts ändern, dann variieren sie eben die Nuancen. Das reicht bei Best Coast, weil das Grundrezept gut ist. Genau so wie es bei den Raveonettes auch immer reicht (und bei den Dum Dum Girls knapp nicht).  Review: Best Coast weiterlesen

Yukon work it out

Es gibt eine Grundregel in der nordamerikanischen Populärmusik, die besagt: Wenn sich in deinem Bandnamen ein Tier, ein Baum oder eine ländliche Location befindet, dann trägst du Vollbart und dann machst du Americana-Folk. Siehe: Fleet Foxes. Band Of Horses. Great Lake Swimmers. Lord Huron. Wye Oak. Greylag.

Bis jetzt haben sich auch die Kanadier von Yukon Blonde an diese Regel gehalten. Bis jetzt – denn nach zwei Alben zwischen Harmonie-Folk und Indierock holen sie auf ihrer Dritten doch tatsächlich die Keyboards raus. Sieh an! Aber auch okay.

Review: Blur

Blur – „The Magic Whip“Blur_The_Magic_Whip

Klar muss auch ich meine Meinung zum Comeback-Album von Blur abgeben.

Es ist eine sehr gute Platte.

Es ist keine perfekte Platte, aber doch, sie ist sehr gut.

Es ist zuallererst mal eine Platte, die uns vor Augen führt, was für eine Traum-Kombi diese Band ist und wie gut sich die einzelnen Mitglieder ergänzen.

Dazu: Blur haben sich 2009 für Liveshows wieder vereinigt. 2011 haben sie eine erste Post-Reunion-Single für den Record Store Day veröffentlicht: „Fool’s Day“ schloss ich sofort ins Herz als eines meiner all-time-Blur-Lieblingslieder – alleine für das Gitarrensolo, das Graham Coxon am Ende hinlegt. Review: Blur weiterlesen

Review: Mew

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Mew – „+-„

„Frengers“. Alleine für dieses Album werden Mew immer einen festen Platz in meinem Herzen haben. Was für eine Platte! Es war das Album, mit dem die Dänen sich 2003 dem Rest der Welt vorstellten: Vier Kopenhagener Filmstudenten, die ihre Visionen nicht auf Zelluloid bannten, sondern ein musikalisches Kopfkino stattfinden ließen. Mit den Mitteln des 90er-Jahre-Indie: „The Bends“, „Nowhere“ und „Grace“, das waren die Alben, die diese Klang-Alchemisten ineinander verzahnten. Ihre Songs waren kunstvoll, bombastisch bis knapp an der Grenze zum Kitsch. Sie konnten sprunghaft zwischen Noise und schwebender Grazie zickzacken („Am I Wry? No“), sie konnten sich aber auch ganz simpel nur mit einer zauberhaften melancholischen Melodie begnügen („She Came Home For Christmas“) und sie schwangen sich in sphärische Höhen mit dem malerischen, schwelgerischen, epischen „Comforting Sounds“, das sich 10 Minuten lang Schicht um Schicht auftürmt, um zu Sternstaub zu zerfallen – ein Song, ein Album für die Ewigkeit!

Es ist auch ein Album, das Mew seitdem nicht zu toppen wussten – wie auch? Review: Mew weiterlesen

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.