Review: Low

LOW_OnesSixes_coverLow – Ones And Sixes

Es gibt eine Gefahr bei Low – okay, es ist keine Gefahr im Sinne von „man kann sich das Genick dabei brechen“, es ist mehr eine Gefahr a la „man kann echt was verpassen“ – es gibt eine Gefahr bei Low, und die ist, dass man sie für selbstverständlich nimmt.

Das ist ein Fehler, den ich selbst schon gemacht habe. Das US-Trio aus dem Ehepaar Alan Spearhawk und Mimi Parker sowie ihrem jeweiliger Bassisten (seit 2008 ist der Job in den Händen von Steve Garrington) macht nun mal schon so lange Musik, in einem Stil, den sie selbst für sich ganz alleine definieren, und sie haben noch nie ein mieses Album abgeliefert. Da beginnt man, das Ganze für normal zu halten. Alle zwei, drei Jahre wird eben ein Album von Low erscheinen, es wird eine Variante der von ihnen erfundenen Zeitlupenmusik abliefern, es wird sehr fein sein, und wenn man sich „low“ fühlt oder wenn man einen Zen-Moment sucht, ein bisschen runterkommen will, dann kann man die Platte einlegen und ein bisschen schweben. Zwei, drei Jahre danach kommt wieder eine neue. Low sind eben Low sind Low.

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Interview: Kim Churchill

Kim Churchill - HeaderDarf ich ehrlich sein?  Als ich die Bilder von Kim Churchill sah, diesem blondgelockten Sunnyboy,  da befürchtete ich Schlimmstes. „Der ist doch bestimmt nur wegen seines Aussehens gesignt worden und nicht, weil er was kann!“ sagte der Zyniker in mir.

Tja, so kann man auf seine eigenen Vorurteile reinfallen. Auf seinem Album „Silence/Win“ zeigt sich der jungen Australier nämlich als ideen- und variantenreicher Songwriter – der obendrein auch noch technisch ganz extrem versiert ist. Aus schlechtem Gewissen über meine Voreingenommenheit habe ich das Interview gleich mal selbst übernommen.

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Eugene-ius

Oh mein Gott – da freue ich mich drauf!

Eugene Mirman ist ein Mann, der mich garantiert zum Lachen bringt. Als trocken-surrealer Standup, aber natürlich auch in seiner Rolle als Eugene in „Flight Of The Conchords“, oder als Gene in „Bob’s Burgers“ (im Original gucken!)

Ich sag Euch was. Ich bin ja Single, okay. Aber ich glaube, ich muss das bei meiner nächsten Eroberung unbedingt bringen: Wenn man sich gerade gegenseitig ausgepackt hat… dramatische Musik… „You have entered the FUCKSCAPE!!“

Aaaaargh! Stellt Euch mal vor! Und auch wenn sie dann die Flucht ergreift, das wird’s so Wert sein! Ich hau mich weg!

Review: Outfit

cover_cov_lgOutfit – „Slowness“

Es ist ja in der Tat so: Wenn man in dieser Branche erst mal lang genug arbeitet, dann verwendet man, um eine Band einzuschätzen, oft nur noch wenige Sekunden. Man hat dann einfach die, ähem, Erfahrung. Oder den Zynismus. So, dass man, wenn man ein paar Takte eines neuen musikalischen Acts hört, sofort kategorisch weiss: „Aha, banale Nachäffer von Genre X“. Oder aber: „Aha, banale Nachäffer von Genre Y.“ Oder auch mal, seltener: „Aha, banale Nachäffer von Genre Z“. Das schlimme ist: Es ist halt wirklich so. Auch wenn man sich durch alle vier Songs des Demos der hoffnungsvollen Newcomer durchquälte, hinterher wird man nie einer anderen Meinung als der, die man nach den ersten Sekunden gefällt hat. (Übrigens, normal erkennt man schon früher, sogar vor dem ersten Ton, ob eine Band scheisse ist. Am Bandnamen nämlich.)

Was ist das eigentlich wieder für eine Einleitung? Ich will doch auf’s Gegenteil hinaus! Ich will erzählen, dass man manchmal genauso nach wenigen Sekunden sofort wissen kann: Diese Band hat’s drauf!

Mir ging das mit Outfit so, als ich im September 2011 ihre frühe Single „Two Islands“ hörte. Diese Nummer hatte gleich mal alles. Smartes Understatement, kühl-distanzierte sophistication, spielerischen Style. Nach wenigen Takten des Klavier-Riffs wusste man schon: Wow! Man darf sich jetzt schon auf die zukünftigen Alben dieser Band freuen!

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Hella Good

Na. wie lange wird der Clip online stehen, bevor youtube sperrt?

Cayucas = die Zwillinge Zac und Ben Yudin aus Kalifornien, in diesen Tagen übrigens auf Deutschland-Tour, haben aus ihrem zweiten Album „Dancing At The Blue Lagoon“ die Single ausgekoppelt, die ich auch gepickt hätte: „Hella“.  Nice. Ein typisches Beispiel für den sonnigen California-Pop, für den wir sie so mögen.

Hier noch mal mein Link zum meinem letzten email-Interview mit Zac.

 

Review: Dave McCabe

DaveMcCabe-Ramifications-Church Of MiamiDave McCabe & The Ramifications –
„Church Of Miami“

Ich habe mich richtig gefreut, als ich den Namen Dave McCabe wieder gelesen habe. Denn immer, wenn der Shuffle-Modus meines Musikprogramms mir mal wieder einen Zutons-Hit aussuchte, war da zwangsweise die Frage: Was IST eigentlich aus denen geworden? Wie erstaunlich schnell ist diese Band damals von der Bildfläche verschwunden und war einfach weg, als hätte es sie nie gegeben?

Dabei waren The Zutons richtig groß, so in den Jahren 2004-2008. Aufgetaucht waren sie im Windschatten von The Coral, als Teil einer neuen Szene aus dem Liverpooler Umland, in deren Zentrum das Label Deltasonic stand. Diese Bands, zu denen auch The Rascals, The Little Flames, The Basement oder The Dead 60s gehörten, verbanden Liverpool’sche Beat-Tradition mit frischem Folk. Wie gut das funktionieren konnte, sah man an The Corals „Dreaming Of You“, das auch im letzten Atomic-Jahr immer noch als Evergreen garantiert die Tanzfläche zum Bersten brachte.

The Coral hatten „Dreaming Of You“, doch The Zutons hatten zu ihrer Hochphase gleich mehrere Songs im Atomic-Programm: „Remember Me“, „You Will You Won’t“, „Pressure Point“, „Don’t Ever Think (Too Much)“, „Creepin an’ a-Crawling“, „It’s The Little Things We Do“ und natürlich „Valerie“ fanden ins Set. Review: Dave McCabe weiterlesen

Into The White

Ach Menno. Ich mag das nicht, wenn ein neues Video erscheint, aber über youtube ist es mal wieder gesperrt – aber den Vevo-Clip kann ich nicht einbetten, nur verlinken.

Es geht um WHITE, die jungen neuen Schotten, die sich zwar einen komplett un-google-baren Namen zugelegt haben, aber dafür das Thema Eighties-Revival richtig zackig und schnittig angehen. Ihre aktuelle Single trägt den Namen „Blush“, vielleicht kennt ihr sie schon aus meiner Best Ditches – Spotify – Playlist (links oben).

Das Video zum Song findet ihr über diesen LINK.

Immerhin, WHITE haben unlängst auf dem Reading/Leeds-Festival auf der New Talent Stage gespielt, und die BBC hat die Performance von „Blush“ mitgeschnitten – und das kann ich auch einbetten, Hurra!

Singt mir ein Lyd!

Dänisches Elektropop-Gipfeltreffen!

Bon Homme, das ist Tomas Høffding, bekannt als Mitglied von Whomadewho. Der Kopenhagener hat außerdem bereits zwei prima Soloalben an den Start gebracht. Mein Lieblingslied aus seiner Solodiskographie ist die Single „Daybreaker“, die er gemeinsam mit der Elektronikpop-Sängerin Lydmor aufnahm.

Das haben die zwei offenbar ähnlich gesehen – denn zwei Jahre nach diesem ersten Duett legen sie ein gemeinsames Album nach. Ihr neuer Name (haltet euch fest): Lydmor & Bon Homme! Hier die Single „The Things We Do For Love“ – und nach dem Break noch mal „Daybreaker“.

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Review: Foals

Foals_What_Went_Down_Album_CoverFoals – What Went Down

Seien wir ehrlich, man kann eigentlich nie neutral an Alben rangehen. Man ist immer irgendwie voreingenommen. Wobei ich sogar glaube, ich war ihnen gegenüber noch offen eingestellt, als ich mir die Foals im April 2008 im Münchner 59:1 anguckte. Der Abend, an dem meine Antipathie gegen diese Band begann.

Foals hatten davor ein paar Singles veröffentlicht, die ziemlich spannend waren. Ihren Hit „Mathletics“ konnte man z.B. im Atomic prima in die florierende New Rave-Phase einbauen, zu Klaxons, Shitdisco & Co. Im April war ihr Debütalbum „Antidotes“ dann taufrisch erschienen, aber die Foals, die in ihren UK-Interviews immer ein bisschen oberlehrerhaft rüberkamen, hatten „Mathletics“ absichtlich nicht mit aufs Album getan. Typisch eigentlich, im Nachhinein.

Was hat mich nun damals so genervt im 59:1? (Abgesehen davon, dass ich nicht verstand, warum die nicht im Atomic spielten – der Laden wäre auseinander gebrochen! Im 59:1 waren im April ’08 geschätzte 80 Leute) Mich nervte die Art, wie die Band sich auf der Bühne aufbaute. Yannis Philippakis sang nicht ins Publikum, sondern drehte sich seitlich. Sang im Profil nach links. Ich fand das so affig!

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Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.