Interview: Richard Hawley

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Ein Gitarrist und Gentleman. Richard Hawley, der Maestro der Schwermut aus Sheffield, hat seit letzter Woche ein neues Album draußen. „Hollow Meadows“ ist nach dem Psychedlic-Rock-Ausflug „Standing On The Skies Edge“ wieder eine Rückkehr zu dem schummrige-Plüschsofa-Bar-Crooner-Sound, der den Ex-Gitarristen der Britpopper Longpigs verspätet zu einer festen Größe gemacht hat. Sowohl als Songwriter-Kritikerliebling als auch als Mentor junger Bands, nicht zuletzt der Arctic Monkeys. Ich hatte Sir Hawley am Telefon.

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Bear with me…

Auch die Australier Boy & Bear haben ein neues Album angekündigt. Ihr drittes Werk wird den Namen „Limit Of Love“ tragen, aufgenommen haben sie es mit Americana-Overlord Ethan Johns (Ryan Adams, Norah Jones, Kings Of Leon, Laura Marling u.a.) Ein Interview mit  Keyboarder Jon Hart habe ich neulich schon führen können, ich werde es dann etwa zur Album-VÖ hier platzieren (also um den 25.10. rum). Hier das Video zur Single „Walk The Wire“.

Boy & Bear – Walk the Wire from Oh Yeah Wow on Vimeo.

Review: Screaming Peaches

Rough Music - EPScreaming Peaches – „Rough Music EP“

Bandnamen. Man muss heutzutage auf ein paar Dinge achten, wenn man seine Gruppe tauft, die in den Siebzigern egal waren. Zuallererst: Kann man deinen Namen googlen? Der Bandname „Movie“ zum Beispiel ist komplett ungeeignet. Googlet mal „Movie“! Alles mögliche erscheint, aber nicht die Website eines jungen Trios aus Tooting/London, das gerade loslegen will. Na gut, probieren wir’s mit „Movie Music“! Oder mit „Movie Band“? Ihr seht das Problem – Musikfilme bzw. Filme über Bands gibts auch in Millionen. Die Band Movie im Netz zu finden, war fast unmöglich.

Vielleicht lag’s also am Bandnamen, dass Movie bisher nicht so durchgestartet sind, wie es an sich denkbar gewesen wäre? Letztes Jahr haben die Newcomer insgesamt sechs Songs veröffentlicht, die verdamt vielversprechend klangen: Die AA-Single „Ads“ / „Mr. Fist“ sowie eine 4-Track-EP namens „Tusk Vegas“. Ich habe die Band hier auf dem Blog immer als eine Mischung aus Franz Ferdinand und Blur beschrieben, denn Movie hatten die Artiness und den satten Stampfbeat der Ersteren, aber auch die hochgezogene Augenbraue und die gerne mal angeschrägten Sounds der zweiten. (Eine bessere Beschreibung ist mir seitdem nicht eingefallen, deswegen belasse ich’s dabei.) Man hätte sich also vorstellen können, dass sie auf den Indie-Dancefloors des Planeten einen rasanten Kickstart hinlegen, dass der Name von Movie-Frontmann Theo Spark den Indiekids bereits ein Begriff ist und alle ungeduldig aufs Debütalbum warten.

Movie heißen jetzt Screaming Peaches.
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Review: Darwin Deez

darwin-deezDarwin Deez – „Double Down“

Darwin Deez: Eine einmalige Sternschnuppe oder steckt doch mehr dahinter? Der Song, den man von dem spindeldürren New Yorker mit der sonderbaren „Jew-Fro“-Frisur kennt, ist „Radar Detector“. Aber Holla, das war mal ein echter Knüller. Ich weiss noch, ich habe gleich beim ersten Hören zu Elena gesagt: „Das wird so ein Atomic Hit werden – ich weiss jetzt schon, dass ich ihn in acht Jahren HASSEN  werde, wenn die Leute ihn immer noch bei mir am DJ-Pult wünschen!“ Das war 2010 – und in der Tat, zumindest als ich die letzten Atomic-Dates auflegte, war der Song immer noch ein garantierter Dancefloor-Filler.

Was man aber auch damals schon nicht spielte, nie, das war ein Song vom zweiten Darwin Deez-Album „Songs For Imaginative People“ (2013). Das hatte der gute Junge in den Sand gesetzt. (Okay, genau genommen ist Darwin Deez ja der Name der ganzen Band, aber bitte, wir sehen immer nur ihren Frontmann.)

Was war schief gelaufen?
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Review: Baio

Baio cover_cov_lgBaio – „The Names“

Auf eine Solo-Platte des Vampire Weekend-Gitarristen habe ich echt nicht gewartet. Warum? Weil Rostam Batmanglij, ihr Keyboarder, vor ein paar Jahren ein Nebenprojekt namens Discovery mit Wesley Miles, dem Sänger von Ra Ra Riot, am Laufen hatte. Ich dachte damals: „Wow, Ra Ra Riot UND Vampire Weekend, gleich zwei Spitzenbands, gemeinsam! Das wird super!“ Wurde es aber nicht. Ich weiss nicht mal mehr, wie’s klang, nur, dass ich es enttäuscht, genervt und gelangweilt aus dem Player warf.

Was ja eigentlich nichts mit Chris Baio zu tun haben sollte. Schließlich hatte der Gitarrist nix zu tun mit Discovery. Trotzdem, das Hirn speichert ab: Vampire Weekend-Nebenprojekt = überflüssig. Deswegen habe ich „The Names“, das Solo-Debüt von Baio, erst eine Zeit lang ignoriert, bevor ich sie dann doch mal missmutig in den Player schob.

Nun, die Platte ist nicht überflüssig. Sie ist durchaus bemerkenswert. Und: Einer der Hits des Jahres ist drauf.

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The Northeast Remembers!

Northeast Party House. Bisher eine junge Band aus Melbourne, die sich noch sehr genau an die Zeiten erinnerte, als Bloc Party, frühe Foals und Co Indierock tanzbar machten. Ihr letztjähriges Debütalbum „Any Given Weekend“ war nicht unbedingt innovativ, hatte dafür aber ein paar erstklassige Stampfer für den Indie-Dancefloor zu bieten. Jetzt stehen die ersten Europa-Dates der Band vor der Tür und die Band legt eine neue Single vor. „Perfect Lines“ setzt mehr als zuvor auf die Rock- und weniger auf die Dance-Komponente. Sägt dafür aber ordentlich rein.

Gib mir’n Corb!

Ich mag alt.Country. Corb Lund aus dem Bundesstaat Alberta ist einer von Kanadas größten Country-Stars, aber keine Angst – dies ist kein schleimiger Radio-Country, sondern die Sorte erdiger Rockmusic, die auch Kings Of Leon-Fans gefallen kann. Sein kommendes Album „Things That Can’t Be Undone“ hat er nun mit Producer Dave Cobb (Sturgill Simpson, Jason Isbell, Rival Sons) aufgenommen, das klingt nach einer Killer-Kombi. Voraus schickt uns Lund nun eine Akustikversion des Songs „Alt Berliner Blues“

Love At Re-Sight

Das Musikbiz ist ja schon schnelllebig. Im Januar erschien „Range Anxiety“, das aktuelle Album der Twerps aus Melbourne. Eine unglaublich sympathische, gemütliche Band. Im Frühjahr habe ich das Album entsprechend auf und ab gehört und Sänger Marty Frawley auch interviewt. Aber es kommen ständig neue Platten raus und schon rutscht der Favorit aus dem Frühling aus den Gedanken.

Schön ist es daher, dass die Twerps nachträglich ein neues Video der Platte an den Start gebracht haben und sie uns damit ins Gedächtnis zurückrufen: „Love At First Sight“ ist in meinen Augen zwar ein Titel, der im Albumzusammenhang mehr Sinn macht als als Single, aber gut, das soll die Band entscheiden.

Twerps – Love at First Sight from Merge Records on Vimeo.

Let’s Rev on!

Mercury Rev haben in ihrer langen Karriere einige große Würfe gelandet – das irre Debüt „Yerself Is Steam“ (1991) zum Beispiel – aber ihr großer, ewiger Klassiker ist natürlich ihr 98’er-Album „Deserter’s Songs“. Diese Messlatte konnte die Band seitdem nicht mehr überspringen und aus ihrem Output schien immer ein bisschen mehr die Luft raus zu gehen. Mir ist nicht mal aufgefallen, dass Jonathan Donahue, Grasshopper & Co sieben (!) Jahre nichts von sich hören ließen seit ihrem letzten Opus „Snowflake/Midnight“ (2008).

Die Pause hat entweder Mercury Rev hörbar gut getan – oder sie war nötig für uns Hörer, damit wir mit etwas Abstand wieder merken, was für eine besondere, trippige, fantasievolle Band die Herren aus upstate New York sind. Dass sie eine sehr spezielle Nische füllen, die sie für sich alleine haben. Am 2. Oktober erscheint ihr Comeback-Album „The Light In You“ und für mich, der ich als Journalist das Ding ja schon hören konnte, es ist meine Lieblingsplatte der Band seit „Deserter’s Songs“. Ein Vorab-Video gibt’s auch, und zwar zum Song „Are You Ready“

Mercury Rev – Are You Ready from Bella Union on Vimeo.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.