Review: Bloc Party

HYMNS (Deluxe Version)Bloc Party – „Hymns“

Eins muss klar sein: Auf ihrem fünften Album sind Bloc Party nicht mehr die Band, als die sie anfingen. Nicht nur, weil zwei Mitglieder ausgestiegen sind und ersetzt wurden.

Es darf niemanden erstaunen, dass das so ist. Kele Okereke ist jetzt 34, nicht 22. Klar ist man nach 12 Jahren anders drauf. Klar legt man auf andere Dinge Wert. Klar hat man an manchen Dingen Gefallen gefunden und sich von anderen abgewendet. Manch einer, der mit „Silent Alarm“ bei dieser Band anfing, wird ihren Weg mitgegangen sein und sich auch in den gesetzteren Bloc Party wiederfinden. Aber manch einer wird mit „Hymns“ sehr wenig anfangen können.

Für was standen Bloc Party, als sie 2004 auftauchten? Für aufgekratzte Rastlosigkeit, für intelligent artikulierte, schlau kanalisierte Aggression. „Helicopter“, „Banquet“ und „Pioneers“ entfachen immer noch eine Wucht, eine schnittige Dynamik, wenn man sie auflegt.

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Tonight I’m Wearing Black

BlackSweetestSmileAch mei. Heute ist Colin Vearncombe gestorben. Black. Nach einem Autounfall lag er schon über eine Woche im Koma, nun gab es keine Hoffnung mehr.

Man wird ja nicht als Indie-Hörer geboren. Wer in den 80ern in der Provinz aufwuchs, der kriegte ja The Smiths und The Cure und die Pixies ja nicht mal eben präsentiert. Die musste man sich entdecken.

Womit ich sagen will: Klar bin auch ich mit Chartpop groß geworden. Aber in den 80s gab es ja auch Leute, die mit durchaus unorthodoxer Musik in die Charts fanden. Manches von damals stünde heute im Indie-Fach. Black vielleicht nicht unbedingt. Aber er war mal wichtig in meiner Plattensammlung.

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Catchy Catchy am 27.01. OFF

Blogheader Mods 1An die Gäste und Freunde unseres CATCHY CATCHY Abends:
Sorry, auch diesen Mittwoch (27.01.) müssen wir noch mal aussetzen. Es hilft ja nix. Heute war’s der Elektriker, der nicht kam. Das ehemalige MIAO ist trotz der bisherigen Mühen noch nicht bezugsfähig. Der nächste CATCHY CATCHY Mittwoch verschiebt sich auf den 03.02.

Aber Freitag steht!

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Review: Pauw

PAUW-Macrocosm-Microcosm-CDPauw – „Macrocosm Microcosm“

Manchmal muss man ja nur das Plattencover betrachten oder den Albumtitel hören und man weiss, worum es geht. Auf dem Sleeve des Debüts der Holländer Pauw sehen wir ein spaciges Gemälde, Weltraumnebel in allen Farben, übergroße Monde und Planeten. Schemenhaft erkennen wir vier Gestalten, die uns den Rücken zugewandt haben und in die Weiten blicken, von der Macht der Unendlichkeit so beeindruckt wie Caspar David Friedrichs Mönch am Meer. Dieses Bild ist also einerseits ein Stupser in Richtung Romantik, zuerst aber ein Holzhammerschlag in Richtung Psychedelia. Dazu passt der Albumtitel: Makrokosmos, Mikrokosmos. Das große Ganze, das winzige Detail, alles eins, alles: kosmisch.

Und was soll ich sagen? So, wie das Cover aussieht, so wie der Name des Albums andeutet, so klingt „Macrocosm Microcosm“ auch.

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In Sachen Ex-MIAO

Auf Facebook habe ich’s schon geschrieben, aber lasst mich auch hier der Stand der Dinge zum neuen (Ex-)MIAO weiter geben. Eröffnet wird’s mit neuem Namen und großem Brimborium in wenigen Wochen. Noch wird gebaut. Noch ist es das Ex-MIAO.

Aber das heisst nicht, dass wir nicht trotzdem schon anfangen zu feiern. Der Club, den ihr am Mittwoch bei Catchy Catchy sehen werdet, und die fertige Endversion werden sich halt durchaus unterscheiden. Hey, wahrscheinlich wird sich sogar schon am Freitag bei „Shake & Shout“ etwas  getan haben.

Ja, so schön kann man umschreiben, dass wir nicht fertig sind und am Mittwoch alles noch etwas provisorisch sein wird. Aber das Wichtige ist doch: Es passiert was! Aufbruchsstimmung! Und ihr seid dabei und kriegt mit, wie der Club wächst!

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Review: Modern Space

Before SunriseModern Space – „Before Sunrise“

Vielleicht verfolgt’s der eine oder andere von Euch: Auf Spotify führe ich eine „Best Ditches“-Playlist mit 40 aktuellen Indie-Songs, die ich regelmäßig auffrische. Seit etwa einem Monat befindet sich in dieser Liste ein Titel namens „Pen To Paper“. Die Band, die diesen Song spielt, nennt sich Modern Space. Ich weiss bisher praktisch nichts über Modern Space, außer dass die Jungs zu fünft sind und aus Toronto kommen – und ich weiss, dass „Pen To Paper“, ihre Debütsingle, ein Hit ist. Kein Song, der das Rad neu erfindet, aber einer, der den Indiepop der letzten 10, 15 Jahre prägnant auf den Punkt bringt.  2 Minuten und 49 Sekunden Vollgas auf peppigen Strokes-Gitarren, eine Strophe die klingt, als purzele sie eine Wendeltreppe runter und ein Refrain, zu dem man auf dem Dancefloor an die Diskokugel springt.

So weit, so fein. „Pen To Paper“ ist ein Debüt, das Lust auf mehr macht, aber auch eins, das erahnen lässt: Revolutionen dürfen wir von dieser Band erst mal noch nicht erwarten. Sehr wohl aber Momente, die uns zum Mitschnipsen und Tanzbein schwingen anregen. Mit „Before Sunrise“ legen die fünf Kanadier nun nach. Kein Album, sondern eine EP mit sieben Songs mit knapp unter 25 Minuten Spielzeit. Kein verkehrter Schachzug.

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Review: The Cactus Blossoms

You're DreamingThe Cactus Blossoms – „You’re Dreaming“

Wenn es um Retro-Sounds geht, ist es immer eine Gratwanderung: Was ist authentisch, was ist the real thing – und was ist nur eine unoriginelle Kopie, ein Abklatsch? Klar, die Übergänge können dabei fließend sein und oft genug hängt diese Beurteilung auch vom Rezipienten ab. Manchmal aber kann es keine Zweifel geben, dass jemand nicht nur die Formalien, sondern auch den Spirit einer Ära mit seiner Musik einfängt. Aus St.Paul, Minnesota, kommt ein Duo, dem niemand, niemand diese Authentizität absprechen wird.

Jack Torrey und Page Burkum sind, trotz der verschiedenen Nachnamen, ein Brüderpaar. Brüder sind es auch, an denen sie sich orientieren: Brothers mit Namen Louvin oder Everly.

Der Plan der beiden war nie, im Musikbusiness Fuß zu fassen. Längst aus der Mode geratene Country-Musik aus der Zeit vor den Sixties – das ist ja nicht gerade der Sound, dem die Talentscouts der Labels hinterher jagen. Aber es ist der Sound, der die zwei faszinierte, und für den ihre genetisch verwandten Stimmen wie geschaffen waren.

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Ich will es Jets!

Kürzlich erschienen: Das fünfte Album der Mystery Jets. Mir gefällt’s sehr, das schrieb ich in meiner Review (siehe unten oder HIER), in der ich auch genauer auf die Band einging, weswegen ich mir das an dieser Stelle spare. Wichtig ist, dass ein neuer Clip online steht: Ein TV-Auftritt der Jungs in der UK-Sendung „BT Sport“. Unter anderem spielten sie „Bubblegum“, für mich eins der Album-Highlights.

Don’t Destroy My Delete

Heute früh hab ich schon Matty Tooks neues Video geteilt, jetzt noch mal Neues von Bruder Johnny. Das DMA’s Album „Hills End“ rückt näher und der Song, der als Lead-Single gepickt wurde, ist einmal mehr „Delete“, das wir ja schon kennen. Fürs Album hat Mixer Mark ‚Spike‘ Stent die EP-Aufnahme des Songs ein bisschen gestreamlinet. Den extremen Leise-Laut-Kontrast minimiert (nicht, dass „Delete“ je  richtig laut würde, aber der Anfang war schon extrem still), Tempofalten ausgebügelt. Eine brandneue, glatt geleckte Aufnahme ist es aber zum Glück nicht. Auch ein neues Video gibt’s, aber auch das ist nur das alte Video, mit ein paar Effekten leichter verdaulich gemacht.

 

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.