Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Jonas Gold

Juhu, Neues von Jonas Alaska = Jonas Aslaksen, dem hageren Singer/Songwriter aus dem Städtchen Åmli (NO), dessen erste zwei Alben in seinem Heimatland sehr erfolgreich waren. Und das zu recht, denn der Junge schreibt prima Lieder, teils verschmitzt, teils bewegend traurig, und verpackt sie gekonnt/gewitzt als Folk/Country/Retropop. Der neue Song „Summer“ ist eher untypisch, denn die Gitarre ist elektrisch. Das steigert unsere Spannung aufs dritte Album, für das diese Single ein Vorbote sein muss.

Das Video: Ich mag’s. Ein kompletter Teenie-Movie in dreieinhalb Minuten. Genau sowas hätte mir damals passieren können. Ich fühle mit dem Protagonisten total mit. Bei 3:02, wenn Jonas Alaska ins Bild kommt…

Stars On 44th

Ui, das gefällt mir! Sofort aufs erste Hören. Sind 44th Sunset aus Perth die Interpol des Dole-wave? Ihre Single „Hills“ ist so dunkelgrau wie die New Yorker, aber auch so loose wie ihre ungekämmt tagträumenden Landsleute aus Melbourne.

Sieh an, die Jungs haben gleich noch ein Video, denn „Hills“ ist eine Doppel-A-Seite gemeinsam mit dem Song „Stories, Not Sorry“, auch wenn der schon im April erschien. Dieser Song entspricht schon mehr dem typische Gitarren-Indie von jungen Leuten, die ziemlich angepisst sind und nicht wissen, warum. (Es sind die Hormone, Jungs, und das legt sich später, aber so toll ist das dann auch nicht.)

So oder so, ebenfalls sehr ordentlich.

High Flying Byrta

Ich hab’s wiederholt gesagt (okay, im alten Blog), und ich werde es wieder sagen: Byrta ist das Duo, das dem CHVRCHES’schen Ideal, melancholisch kühle, schnittige Synthetiksounds mit unaufdringlichem, aber unwiderstehlichen Pop-Juhu zu verbinden, näher kommt als all die tausend anderen, die’s versuchen. Allerdings: Guðrið Hansdóttir und Jan Rasmussen kommen von den Färöer-Inseln, entsprechend verstehen nur ca 48.000 Menschen auf der Welt ihre Texte, das steht einer Weltkarriere schon im Wege. Einen Riesenvorteil haben die „Schafsinseln“ im Nordatlantik dann aber doch: Man muss nur mal vor die Tür gehen und kann schon ein Video drehen, das ausschaut als habe man es in der krassesten Fabelwelt aufgenommen. Byrtas neue Single trägt den Titel „Í tínum eygum“, was offenbar „In deinen Augen“ heisst

About VEYU now

VEYU aus Liverpool sind eine Band, wie es sie auf der Insel doch eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Ist nicht mal ein Gesetz erlassen worden, wonach Breitwand-Mehrschicht-Schwermutsschönheits-Metabritpop a lá Doves, Geneva, frühe Verve untersagt ist? Es fühlt sich zumindest so an, denn dieser früher mal so typische UK-Sound ist heute nur noch selten zu finden (vielleicht weil die zu Beginn immens guten Coldplay ihn mit ihrem Niedergang zur seichten Händchenhalt-Band negativ besetzt haben). Wie auch immer, VEYU haben ein neues Video online gestellt: „In The Forest“

Snö way

Nett von Jonathan Johansson, einem Stammgast meines letzten Blogs, dass er mit seiner neuen Single/seinem neuen Video geduldig gewartet hat, bis ich wieder Posts ins Netz stelle. (Ich meine, Zufall kann’s ja wohl nicht sein, oder, dass er sich ausgerechnet JETZT zurück meldet?)
Was lernen wir aus dem Video zu „Ny/Snö“?
1. „Berghain“ spricht man auf Schwedisch „Börjen“ aus und statt Euro sagt man dort „Evro“
2. Schweden sind auch am Mittelmeer immer noch schwermütig. Aber zu Hause passt es ihnen auch nicht.
3. Jonathan Johansson wird noch unabsichtlich zum Hipster. Als „En Hand En Himlen“ erschien, da schienen seine Depeche Mode- und Tears For Fears-ismen ziemlich aus der Zeit gefallen. Obwohl es einen ganzen Wald von 80s-Revival-Acts gab, war er trotzdem wie allein stehender Baum. Vielleicht ist es nur die Optik des neuen Clips – aber mir scheint, die Chillwave-Brigade und Johansson sind aufeinander zugedriftet.
http://cache.vevo.com/m/html/embed.html?video=SEBGV1400077
Sorry, VEVO kann hier offenbar nicht eingebunden werden. Wenn der Clip noch auf vimeo kommt, tausche ich den Link aus.

Bibby I Love Your Way

Singer/Songwriter. Das alte Problem: Wie schafft man es, nur mit einer Gitarre in der Hand heraus zu ragen, unter all den anderen Typen mit einer Gitarre in der Hand? Peter Bibby zeigt, wie’s geht: Mit Persönlichkeit.
Für mich ist Peter Bibby ein ganz neuer Name, aber ein bisschen Googlen ergibt: Der Mann kommt nicht aus dem Nichts. Wenn ich das richtig verstehe, stammt er aus Perth, wo er Mitglied der Bands Frozen Ocean (SUPER Bandname!) und Fucking Teeth war. Jetzt hat er sich offenbar in Melbourne nieder gelassen – und sein Songwriting passt perfekt in die Stadt des Dolewave. Ich würde sagen, er ist so was wie die männliche Version von Courtney Barnett: Alltagsgeschichten, gleichzeitig ehrlich auf die Knochen aber auch todeswitzig erzählt. Die Single „Hates My Boozin“ ist ein Musterbeispiel dafür. Beruhend auf einem (wahren) Streit, an dem seine Freundin drohte, ihn zu verlassen, singt Peter eine selbstironische Hommage ans „einen-Heben-gehen“.
Peters kommendes Debütalbum wird den Namen „Butcher/Hairstylist/Beautician“ tragen. Dieser Titel alleine macht mich glücklich. Für Deutschland weiss ich allerdings kein Release-Date.

Auch sehr lesenswert: Dieses Interview auf der Aussie-Indie-Website Mess & Noise. Peter interviewt seinen Kumpel Nick Allbrook (Ex-Tame Impala, Pond), Nick interviewt zurück. In dem Zusammenhang: Ponds neues Video „Elvis‘ Flaming Star“ schon gesehen? Großes Kino!

It Pains Me To Say This…

Hmm. Dieses Jahr kam das dritte Album von The Pains Of Being Pure At Heart, „Days If Abandon“ mit Namen, und irgendwie hat es niemand so richtig mitgerissen, oder? Dabei war ihr Schritt, sich nach dem Smashing Pumpkins-Ausflug „Belong“ zurück zum Tweepop zu bewegen, ja nicht verkehrt, und die zwei Singles „Simple And Sure“ und „Until The Sun Explodes“ gehören zweifellos zu ihren besten. Aber es fehlen halt die Ecken und Kanten auf der Platte, die Dornen, an denen man hängenbleibt. Und besonders auffällig kommt das zum Ausdruck auf der dritten Single „Kelly“, gesungen von der Gastsängerin Jen Goma (A Sunny Day, Glasgow). Klar, dies SOLL eine liebe, niedliche Popnummer sein. Dieses Ziel erreichen Pobpah, aber eben auf sehr gefällige Weise. Da hatte „Young Adult Friction“ doch viel mehr sympathische Ungeschliffenheit. Tja, das ist das Problem, wenn man einen solchen Bringer hingelegt hat: Alles andere muss sich daran messen lassen.

What’s in your bag, Australia?

Dass es das immer noch gibt – Alben, die in Australien schon lange veröffentlicht sind, an die man hier aber (zumindest legal) nicht ran kommt! Das zweite Album der wundervollen Introspective-Folk-Jungs Husky (wenn es den alten Blog noch gäbe, würde ich an dieser Stelle ans Interview zum ersten Album verlinken bzw. an den Fragebogen, den sie mir beantworteten) ist down under inzwischen draußen, aber wir müssen noch drauf warten. Wie lange wohl? Hier eine Akustik-Version ihrer Single „Saint Joan“…

Auch der Longplayer der prima Gitarrenpopper The Preatures (auch hier gab’s auf dem alten Blog ein Interview mit Sängerin Isabella Manfredi) ist in Australien mittlerweile erschienen. „Blue Planet Eyes“ heisst die Platte. Mann, ich will die haben, haben, HABEN! Ich will heute abend beim Britwoch „Somebody’s Talking“ auflegen!

The Cone Wars

Ich wollte mal meine Meinung zur neuen Urban Cone-Single sagen: Meh.
Dabei mag ich die Band. Neulich habe ich sie erst in einer Diskussion mit einem vehementen Gegner der Band verteidigt. Er meinte, die Jungs seien viel zu bemüht und viel zu scharf darauf, Hipster zu sein. Letzteres würde ich nicht mal in Abrede stellen. Aber ich nehme Urban Cone ab, dass sie klingen, wie sie klingen, weil sie’s lieben. „Our Youth“ war eine sehr unschuldige Platte. Regelrecht albern in ihrer Diskrepanz zwischen den Jubelpop-Hits und der gestelzten meaningfulness ihrer Balladen. Und diese sonderbare Sprunghaftigkeit machte sie glaubwürdig, die fünf strubbeligen Stockholmer Kids. Weil man genau so etwas nicht plant.

Jetzt aber zu „Sadness Disease“ – einerseits hat die Single genau das, wovon ich sprach, diese faszinierend wirre Verzwickung-Verzwackung von Ernst („Sadness Disease“ muss ja wohl Depressionen bedeuten, oder?) und Rengetängtäng-Synthies. Aber der Song selbst, der packt mich weniger, und die Keyboard-Sounds sind ein bisschen zu generic Chillwave.

Urban Cone – Sadness Disease from Kirke Ailio Rodwell on Vimeo.

Back To You. Tatsächlich.

Äh, hallo.
Ich war ne Weile weg. Längere Geschichte. Nervige Geschichte.
In meinem Blog hennissey.piranha.tv steckte viel Liebesmüh.
Als piranha.tv von heute auf morgen abgeschaltet wurde, war ich erst mal ganz schön frustriert.
Aber gut. Ich lege aufs Neue los. Vielleicht kriege ich sogar die alten Beiträge hier nachträglich wieder irgendwie unter. Wenn’s die Zeit erlaubt.

Jetzt heisst’s erst mal, sich vertraut zu machen mit der Technik. Hier jetzt laufen viele Dinge anders als beim alten Blog, da werde ich mich reinfuchsen müssen. Deswegen werde ich hier erst mal ein bisschen ausprobieren, bevor ich wieder die ersten Interviews online stelle.

So, und mit was fange ich hier an? Melbourne ist doch ein gutes Pflaster, um an meinen Ex-Blog anzuschließen. Die herrlichen Lo-Fi-Schlurfis Twerps kommen da gerade recht. Ihr neues Album „Range Anxiety“ wurde jetzt für den 27.01. angekündigt. (Dabei ist ihre 8-Track-EP „Underlay“ doch erst sechs, sieben Wochen alt?!) Jedenfalls der erste Grund, sich auf 2015 zu freuen! Die Single heisst „Back To You“ – Ist das mal ein Titel, der sich anbietet, um zurück zu kommen?

Die Twerps sind übrigens jetzt auf Merge gelandet. Auf dem alten Blog hatte ich ein laaaanges Interview mit Merge-Gründer und Superchunk-Frontmann Mac McCaughan. Hach, ich werde fast traurig. Hoffentlich kriege ich das alles wieder hier platziert.