Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Let’s Rev on!

Mercury Rev haben in ihrer langen Karriere einige große Würfe gelandet – das irre Debüt „Yerself Is Steam“ (1991) zum Beispiel – aber ihr großer, ewiger Klassiker ist natürlich ihr 98’er-Album „Deserter’s Songs“. Diese Messlatte konnte die Band seitdem nicht mehr überspringen und aus ihrem Output schien immer ein bisschen mehr die Luft raus zu gehen. Mir ist nicht mal aufgefallen, dass Jonathan Donahue, Grasshopper & Co sieben (!) Jahre nichts von sich hören ließen seit ihrem letzten Opus „Snowflake/Midnight“ (2008).

Die Pause hat entweder Mercury Rev hörbar gut getan – oder sie war nötig für uns Hörer, damit wir mit etwas Abstand wieder merken, was für eine besondere, trippige, fantasievolle Band die Herren aus upstate New York sind. Dass sie eine sehr spezielle Nische füllen, die sie für sich alleine haben. Am 2. Oktober erscheint ihr Comeback-Album „The Light In You“ und für mich, der ich als Journalist das Ding ja schon hören konnte, es ist meine Lieblingsplatte der Band seit „Deserter’s Songs“. Ein Vorab-Video gibt’s auch, und zwar zum Song „Are You Ready“

Mercury Rev – Are You Ready from Bella Union on Vimeo.

Hella Good

Na. wie lange wird der Clip online stehen, bevor youtube sperrt?

Cayucas = die Zwillinge Zac und Ben Yudin aus Kalifornien, in diesen Tagen übrigens auf Deutschland-Tour, haben aus ihrem zweiten Album „Dancing At The Blue Lagoon“ die Single ausgekoppelt, die ich auch gepickt hätte: „Hella“.  Nice. Ein typisches Beispiel für den sonnigen California-Pop, für den wir sie so mögen.

Hier noch mal mein Link zum meinem letzten email-Interview mit Zac.

 

Into The White

Ach Menno. Ich mag das nicht, wenn ein neues Video erscheint, aber über youtube ist es mal wieder gesperrt – aber den Vevo-Clip kann ich nicht einbetten, nur verlinken.

Es geht um WHITE, die jungen neuen Schotten, die sich zwar einen komplett un-google-baren Namen zugelegt haben, aber dafür das Thema Eighties-Revival richtig zackig und schnittig angehen. Ihre aktuelle Single trägt den Namen „Blush“, vielleicht kennt ihr sie schon aus meiner Best Ditches – Spotify – Playlist (links oben).

Das Video zum Song findet ihr über diesen LINK.

Immerhin, WHITE haben unlängst auf dem Reading/Leeds-Festival auf der New Talent Stage gespielt, und die BBC hat die Performance von „Blush“ mitgeschnitten – und das kann ich auch einbetten, Hurra!

Singt mir ein Lyd!

Dänisches Elektropop-Gipfeltreffen!

Bon Homme, das ist Tomas Høffding, bekannt als Mitglied von Whomadewho. Der Kopenhagener hat außerdem bereits zwei prima Soloalben an den Start gebracht. Mein Lieblingslied aus seiner Solodiskographie ist die Single „Daybreaker“, die er gemeinsam mit der Elektronikpop-Sängerin Lydmor aufnahm.

Das haben die zwei offenbar ähnlich gesehen – denn zwei Jahre nach diesem ersten Duett legen sie ein gemeinsames Album nach. Ihr neuer Name (haltet euch fest): Lydmor & Bon Homme! Hier die Single „The Things We Do For Love“ – und nach dem Break noch mal „Daybreaker“.

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Welcome To The Django

Mal angenommen, ich wäre der Typ, der Budgets für Videos vergibt. Wenn ein Regisseur zu mir käme und sagen würde: „Ich will was machen über Farben und Oberflächen“ – dann würde ich gähnen und den Kerl nach Hause schicken. Und mir später in den Hintern beissen, weil der Typ aus genau diesen zwei Themen denn eben seinen echt smarten Clip für die aktuelle Django Django-Single „Pause Repeat“ gedreht hätte. („Pause Repeat“ stammt natürlich aus „Born Under Saturn“, dem zweiten Album der Schotten).

Django Django – Pause Repeat from daniel brereton on Vimeo.

Towers Records

Was neue Lieblingsbands und große Hoffnungen des Jahres 2015 angeht, sind April Towers aus Nottingham bei mir ganz, ganz weit vorne. Die erfinden das Rad zwar nicht neu, sondern machen Snythiepop, wie man ihn kennt. Aber sie machen ihn prima catchy und clever. So prima, dass ihre Vorgänger New Order (siehe letzter Post) stolz auf das sein dürfen, was sie losgetreten haben. Bei April Towers ist ihr Erbe in guten Händen.

Die neue Single des Duos heißt „Little Bit Of Fear“, ist super, aber ist nicht mal ihre bisher beste.

Nach dem Break die zwei bisherigen Singles der April Towers.
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7:49 > 4:15

Fünf Monate nach dem ersten Erscheinen von „Let It Happen“ ist also tatsächlich ein Video zum Song gedreht worden. Die Nummer ist für mich immer noch der Song des Jahres 2025, der Clip überzeugt mich jedoch weniger.

Ein gestresster Businessman erlebt ein near-death-Experience und „lässt“ schließlich „los“. (Let It Happen, see?). Schon die Figur des Businessman ist  extrem klischeebelastet und plump, oder etwa nicht? Dazu: Kevin Parkers „Let It Happen“-Botschaft ist für mich doch eine positive, nach dem Motto: „Du kannst nicht alles kontrollieren, mach dich mal lockerer, das wird schon.“ Die Konsequenz daraus sollte nicht der Tod sein. Aber, naja, Regisseure.

Ich glaube, dass auch hier eine Tame Impala-Muppet-Performance das Ganze verbessern würde. Überhaupt, den Song einfach nach 4:15 auszublenden, ist ein Verbrechen. Immerhin, bei 1:18 wird auf „Let It Happens“ eigentliche Länge angespielt.

Editorial

Ich komme langsam zu dem Schluss, dass es zwei Bands gibt, die Editors heißen. Es gibt die Editors, die lahm dahin wabern und Gefahr laufen, zu den neuen Coldplay zu werden. Und es gibt die Editors, die pushen und die auch nach fünf Alben richtig packende Indie-Nummern hinlegen, zu denen man die Faust in die Luft reckt. Zwei Vorabsingles zum Oktober-Album zeigten uns die schläfrigen Editors – aber Nummer drei, „Fear Of Falling“ hat fast „Papillon“-Format. Sauber.

Editors – Life Is A Fear (Official Video) from PIASGermany on Vimeo.