Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Gang on!

Vor zwei Jahren waren sie Stammgast im Blog: The Magic Gang. Eine ausführliche Rezi hab ich geschrieben über das Debütalbum der vier (in meinen Augen)-Neo-Britpopper aus Brighton, später konnte ich auch ein Interview nachlegen.

Jetzt haben sie sich mit einer neuen Single zurück gemeldet: „Think“

Geht es euch auch so, dass ihr in der Nummer Style Council-Vibes erkennt? Bläser und Groove erinnern doch durchaus an Paul Wellers 80s-Band.  Auch an die guten alten Eggstone musste ich mal wieder denken.

 

Kleine Kollektion 2020/3

So, welche Clips sind mir in den letzten Tagen positiv aufgefallen?

Die Bad Sounds aus Bath waren nach ihren ersten Singles meine riesige Hoffnung für die Zukunft. Ihre von mir praktisch bereits prognostizierte Weltherrschaft ist allerdings bisher so noch nicht eingetreten. Leider hat die Band um die Brüder Ewan & Callum Merrett  inzwischen auch so einige Songs hingelegt, die mich… tja… einfach nicht so packen. Die neue Single „Permanent“ ist leider einer davon. Die Nummer wummergroovet vor sich hin und, mei, sie ist okay. Aber sie flasht mich halt nicht. Ich poste sie trotzdem, der Vollständigkeit halber. Außerdem: Vielleicht geht’s euch ja anders und ihr findet’s super.

Wenn Idlewild-Sänger Roddy Woomble früher seine Soloplatten machte, dann waren sie leise und folky und damit anders als das, was seine struppig-punkige Band machte. Inzwischen sind Idlewild selbst  von Album zu Album ruhiger und folkiger geworden. Roddys neues Solomaterial untrstreicht dafür seine poetische Seite – dies ist mehr oder weniger ein Gedicht, musikalisch untermalt. Nix für den Indie-Dancefloor, aber interessant.

Im Dayjob ist der Grassroots-Folktroubadour, der Musik unter dem Namen Possessed By Paul James veröffentlicht, ein Sonderpädagoge mit bürgerlichem Namen Konrad Wert. Seine Arbeit mit behinderten Kindern erlebt der Texaner als Berufung, der er auch seine musikalische Karriere unterordnet. Nicht zuletzt deswegen (aber auch wegen zwei Stimmbandoperationen) ist Konrads neues Album  „As We Go Wandering“ sein erstes seit sechseinhalb Jahren. Ein echt guter Typ also – und auch seine Musik ist prima. Sehr ursprünglicher, purer Folk.

Dance Music Australia’sydney

Okay, nachdem sie auf der letzten Platte schon einen Track wie „The End“ hatten, kommt es nicht ganz überraschend, dass die neue Single der gottgleichen DMA’s die Beats und die Tanzbarkeit einen Level weiter hoch fährt. „Life Is A Game Of Changing“ ist weit weg von dem Nu-Oasis-Britpop von „Delete“ und „Feels Like 37“, den Songs, mit denen wir die Australier kennen und lieben lernten. Aber soo weit dann eben doch auch nicht. Ich find’s spannend, wie sie sich so entwickeln.

Album 3 kommt am 24.4: „THE GLOW“. Produziert hat das ALbum offenbar in der Tat Jacques Lu Cont aka Stuart Price, der auch Madonna, The Killers und die Pet Shop Boys schon betreute. Spannende Wahl, keine Frage.

Kleine Kollektion 2020/2

Klar, diese Videos (zumindest 1 und 2) werden gerade auf allen wichtigen und großen Musik-Plattformen geteilt. Ihr braucht nicht meinen Popelblog, um darauf aufmerksam gemacht zu werden. Trotzdem. Tut ja auch niemand weh, wenn ich sie hier platziere, oder?

Also erstens: Tame Impalas aktuelle Single „Lost In Yesterday“ ist  prima. Die Bassline ist supergroovy und auch wenn ich Samstag damit die Tanzfläche im Folks eher leer fegte, wird das Ganze sich schon noch zum neuen „The Less I Know The Better“ entwickeln, da bin ich mir sicher. Jetzt gibt’s ein Video dazu.

Zweitens: Dass was Neues von Gorillaz ansteht, das hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Slowthai und die Slaves sind die Gäste auf „Momentary Bliss“. Ein Track, der tatsächlich hittig ist, so in a Jamie-T-kinda way.

Ach, wo wir schon dabei sind, posten wir drittens doch auch die neue Single der australischen Surf-Groove-Favoriten Lime Cordiale. „Addicted To Sunshine“. Nicht weltbewegend, aber nice.

Und viertens: Die Blossoms haben ja ihr neues Album draußen seit heute, Freitag. In dem Zusammenhang waren sie bei der BBC im Studio.

Echo Kember

Ich weiss nichts über Gold Cage. Aber das Label felte hat oft ein gutes Händchen und alleine der Titel der Single macht mich neugierig: „Repeater Kember“. Peter Kember, das muss ich euch ja nicht erzählen, ist besser bekannt als Sonic Boom = eine Hälfte der kultigen Drone-Wegbereiter Spacemen 3. (Die andere Hälfte war Jason Spaceman = Jason Pierce = Spiritualized.) Uns erwartet also ganz offenbar ein Dronerock/Shoegaze-Tribut.

So,  ich habe inzwischen Infos über Gold Cage ergooglet. Dies sagt die Band auf bandcamp über sich:
Los Angeles based three-piece slow-core outfit consisting of singer/bassist Monica Gamboa-Katz, singer/guitarist Cole Devine and Sage Ross/drums The band combines their artistic sensibilities to foster a dark ethereal, sonically-mature slow-core trio. Offering smooth-driving bass tempos, with catchy guitar loops and riffs. Gold Cage is sure to warm your heart with fog, and clouds.

Kleine Kollektion 2020/1

Kleine Kollektion: Drei neue Videos sind mir heute aufgefallen.

Zuerst mal: Declan McKenna meldet sich zurück. Vor drei, vier Jahren als Teenage Indie Wonderkid gefeiert, dann irgendwie abgetaucht. Wie klingt der Junge mit Anfang 20? So:

Zweitens: Nicht ganz neu, aber endlich auf youtube: Sturgill Simpson, für dessen Konzert ich neulich extra den Weg nach Berlin auf mich nahm, hat einen zweiten Clip aus seinem letztjährigen Album/Netflix-Movie „Sound & Fury“ verfügbar gemacht. Schon WOW, das Ganze.

Zuletzt Hazel English. Die Australierin, die in San Francisco lebt, hat eine neue feine Single zwischen Indie-Janglepop und Retro-Sixties geteilt: „Off My Mind“. Nice.

Blütenreine Popmusik

Kann es sein, dass der erste Hype um die Blossoms irgendwie eingeknickt ist? Das zweite Album ging in UK zwar immerhin noch auf Platz 5 – und daheim in Stockport ist man so stolz auf die Local Heroes, dass sie gleich zwei Konzerte im örtlichen Fußballstadion ausverkaufen konnten.  Aber es fühlt sich an, als passiere wenig bis nichts übers in den UK-Medien, was das dritte Album „Foolish Loving Places“ angeht. Naja, ich bin jedenfalls noch auf nichts gestoßen und normal finden sich in bestimmten Medien immer die Vorberichte, wenn ein sicher chartendes Album ansteht. Das Album erscheint immerhin Freitag.

Ich persönlich muss nämlich sagen, dass diese Platte (ich konnte sie ja schon hören, so von meinem Job her) für mich sogar besser ist als ihr Debüt. Okay, sie ist SEHR poppig, die Neue. Aber das ist was Gutes. Quasi jeder Song ist ein Ohrwurm sondergleichen, schon fast ABBA-mäßig. So auch die Vorabsingle „If You Think This Is al Life“, die frisch Premiere gefeiert hat. Freut euch auf Freitag, wenn ihr Pop mit Gitarren mögt.

The Ballad Of John and Ossi

Das sechste Johnossi-Album, es steht noch nicht vor der Tür, aber es lungert bereits im Vorgarten rum.  Mit „Echoes“ haben die zwei Schweden nun eine weitere Vorab-Single online gestellt.

Das Video, Cineasten erkennn’s sofort, ist aus Szenen des Horror-Klassikers „Night Of The Living Dead“ zusammen geschnitten. „The estate of the late director George A. Romero in America have given their approval of the film clips usage.“

Whole Lott Love

Ein Grund, warum ich mich oft freue, wenn ich auf japanischen Indie stoße: Die West-Bands sind gerne mal ein bisschen gleichgeschaltet. Das muss ja keine Absicht sein, aber ein Produktions-Stil oder ein bestimmter Einfluss dominieren oft. So nach dem Motto: Eine Saison lang gibt’s lauter Talking Heads-mäßige Bands. Oder: Nach Vampire Weekend trugen plötzlich alle ihre Gitarren auf Brusthöhe und spielen Afro-poppige Melodien auf den hohen Bünden. Oder: Es ist ja super, dass King Gizzard & The Lizard Wizard so nen Erfolg haben – aber ich brauche deswegen nicht jede Woche eine neue halbgare Semi-Gizzard-Band im Posteingang. (In Holland gibt’s jetzt Iguana Death Cult – die kopieren sogar Stu & Cos Bandnamen! Also Echse + Mystik. Hey, wollen wir die Chameleon Sorcerers gründen? Die Gekko Templars? Oder Dragon Religion?)

Ich schweife ab. Also, Japan. Klar, auch diese Bands sind beeinflusst, von was auch immer. Aber sie sind eben nicht so von den Trends abhängig, die anderswo die Runde machen. Siehe Ocelott: Ein Quartett aus Fukuoka, das im Januar seine ersten zwei Singles veröffentlicht hat. Klar ist es nicht so, dass ihr netter Postcard-Pop revolutionär neu ist. Aber das Ganze ist angenehm out-of-step im Vergleich zur üblichen Indie-Trendigkeit. Das macht mir Spaß.