Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Towers Records

Was neue Lieblingsbands und große Hoffnungen des Jahres 2015 angeht, sind April Towers aus Nottingham bei mir ganz, ganz weit vorne. Die erfinden das Rad zwar nicht neu, sondern machen Snythiepop, wie man ihn kennt. Aber sie machen ihn prima catchy und clever. So prima, dass ihre Vorgänger New Order (siehe letzter Post) stolz auf das sein dürfen, was sie losgetreten haben. Bei April Towers ist ihr Erbe in guten Händen.

Die neue Single des Duos heißt „Little Bit Of Fear“, ist super, aber ist nicht mal ihre bisher beste.

Nach dem Break die zwei bisherigen Singles der April Towers.
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7:49 > 4:15

Fünf Monate nach dem ersten Erscheinen von „Let It Happen“ ist also tatsächlich ein Video zum Song gedreht worden. Die Nummer ist für mich immer noch der Song des Jahres 2025, der Clip überzeugt mich jedoch weniger.

Ein gestresster Businessman erlebt ein near-death-Experience und „lässt“ schließlich „los“. (Let It Happen, see?). Schon die Figur des Businessman ist  extrem klischeebelastet und plump, oder etwa nicht? Dazu: Kevin Parkers „Let It Happen“-Botschaft ist für mich doch eine positive, nach dem Motto: „Du kannst nicht alles kontrollieren, mach dich mal lockerer, das wird schon.“ Die Konsequenz daraus sollte nicht der Tod sein. Aber, naja, Regisseure.

Ich glaube, dass auch hier eine Tame Impala-Muppet-Performance das Ganze verbessern würde. Überhaupt, den Song einfach nach 4:15 auszublenden, ist ein Verbrechen. Immerhin, bei 1:18 wird auf „Let It Happens“ eigentliche Länge angespielt.

Editorial

Ich komme langsam zu dem Schluss, dass es zwei Bands gibt, die Editors heißen. Es gibt die Editors, die lahm dahin wabern und Gefahr laufen, zu den neuen Coldplay zu werden. Und es gibt die Editors, die pushen und die auch nach fünf Alben richtig packende Indie-Nummern hinlegen, zu denen man die Faust in die Luft reckt. Zwei Vorabsingles zum Oktober-Album zeigten uns die schläfrigen Editors – aber Nummer drei, „Fear Of Falling“ hat fast „Papillon“-Format. Sauber.

Editors – Life Is A Fear (Official Video) from PIASGermany on Vimeo.

How Lowtide can you go?

Wenn ich über Melbournes Quartett Lowtide schreibe, erwähne ich immer als erstes, dass sich ihr Bandname auf „Slowdive“ reimt – was Absicht sein muss, weil sie halt auch 1:1 so klingen wie die Original-UK-Shoegazer. Ich muss mir fürs nächste Mal also echt was Neues einfallen lassen, aber diesmal nehme ich’s noch mal mit.
Anyway, Lowtide haben eine neue AA-Single am Start: „Julia / Spring“. Die beiden Songs sind für ihre Verhältnisse geradezu rasant – auf ihrem letztjährigen Album „Lowtide“ wären dies die flottesten Lieder gewesen. Aber trotzdem klingen sie immer noch nach Slowdive. Und das it wunderbar so.

Return of the Dinos

Vor drei Jahren war ich sehr angetan von „In A Million Years“, dem Debütalbum der Indiepopper Last Dinosaurs aus Brisbane – der Song „Zoom“ war Stammgast im Atomic-Set, die Band spielte damals auch auf dem Reeperbahn Festival.

Drei Jahre und ein paar Personalwechsel später steht ihr zweites Album „Wellness“ an, das noch vor Monatsende erscheinen wird. Ich muss ehrlich sein: 2012 war eine Zeit, in der ich für Hurra-Pop, der sich an TDCC und Phoenix orientierte, noch ein sehr offenes Ohr hatte. Heute habe ich mich daran ziemlich satt gehört und ich kann für daher für das Saccharin der neuen Last Dinosaurs-Single „Apollo“ erheblich weniger Enthusiasmus aufbringen. Aber gut, warten wir mal das Album ab, vielleicht sind ja noch ein paar Highlights drauf.

Keep Feeling Fascinator

So viele Namen, so viele Referenzen! Zuerst mal: Wenn das Aussie-Label Spinning Top aus Perth was macht, heißt es aufhorchen. Denn dies sind die Jungs um Nick Allbrook von Pond (und ehemals Tame Impala). Auf Spinning Top veröffentlichten daher außer Pond u.a. auch The Growl (die Band von Tame Impalas Cam Avery), der super-Songwriter Peter Bibby oder die Perth-Psychedelia-Szeneband Mink Mussel Creek. Auch auf Spinning Top: Ein DJ/Producer, der sich Fascinator nennt und ansonsten nichts von sich bekannt gibt.

Es gibt einen neuen Track von Fascinator, co-produziert von Darren Seltmann (The Avalanches), noch so ne Aussie-Kultfigur. Vorbild der so sonderlichen wie starken Nummer „Dead Of The Night“ war wiederum ein musikalischer Sketch von Comedian Matt Berry (Toast Of London, The IT Crowd) aus seiner Serie „Snuff Box“ – und Hey, ich LIEBE Matt Berry! Ich sammle die DVDs, auf denen er mitspielt!

So viele Namen also, die für skurrile Spitzenqualität stehen, da KANN diese Nummer uns ja nur gefallen, oder? Zum Free Download bietet Spinning Top den Song auch noch, und zwar HIER.

Calm before the Storm

Menno. In Australien erscheint am 11.09. endlich das Debütalbum von Melbournes City Calm Down namens „In A Restless House“. Hier in Deutschland müssen wir aber bis November warten – und wenn ich die neue Single „Wandering“ höre, werde ich bereits ganz ungeduldig. Denn hier zeigen die Jungs, wie sie sich entwickeln. Wir kennen die Band bisher als gute Interpol/Editors-Variante mit ein bisschen Cut Copy-Elektronik, aber „Wandering“ klingt, als hätten The National mit Synthies aufgerüstet. Hier werden CCD aus einer Band, die sehr gekonnt ihren Vorbildern nacheifert, zu einer, die ihren eigenen Weg findet.

Anything is Blossomble

Ich mag Britpop. Das ist kein Geheimnis. In den letzten Jahren haben die Worte „Britpop“ bzw „Indie“ allgemein auf der Insel keinen leichten Stand gehabt, darum freue ich mich immer, wenn trotzdem junge UK-Bands mit Gitarren die 60s aufgreifen und sich nicht dafür entschuldigen. Die Blossoms aus Stockport zum Beispiel: Ein bisschen Psychedelia a la Temples, ein bisschen Folk a la The Coral, viel Britpop und bereits früh ansprechende Bandbreite – ihre aktuelle 4-Track-EP „Blown Roses“ schließt mit einem Stück voller Streicher, die nach Burt Bacharach klingen.

Zum Titelsong der EP haben die Jungs jetzt ein Video gemacht.

Ach ja: Was mir ja auch gefällt: Wenn man die Namen Blur und Stone Roses kreuzt, kommt als Ergebnis „Blown Rose“ raus. Bestimmt keine Absicht von den Blossoms. Aber ein Detail, das einem alten Indie-Dödel wie mir Freude macht.

New Planet discovered!

Wie sehr ich The DMA’s liebe, das habe ich auf diesem Blog wohl schon oft genug gesagt. Nun haben die Jungs ein Video der befreundeten Band Planet vorgestellt, denn deren Mitglied Matty Took ist der Bruder von DMA’s-Gitarrist Johnny (zur Erinnerung: hier mein Interview)

Und was soll man sagen? Wow. Das ist – wie bei den DMA’s – zwar so super-typischer Britpop, dass es fast schon klischeehaft ist – aber wie bei den DMA’s ist die Melodie wahnsinnig gut und bei aller Euphorie irgendwie melancholisch. Auch der Style von Planet ist so herrlich uncool-cool wie der der DMA’s. Der Song: Ein Mal gehört und schon hängt „Disaster Caster“ im Ohr fest. Gefällt mir auf Anhieb großartig! Wann/ob der Song aber offiziell bei uns in Deutschland erscheint, konnte ich bisher nicht rauskriegen.

EZTV does it

Das ist mal ne etwas andere Bandgründungs-Geschichte: Jason Pierce plante eine Spiritualized-US-Tour und suchte daher in New York nach Musikern. Gitarrist Ezra Tenenbaum, Bassist Shane O’Connell und Drummer Michael Stasiak spielten vor und kriegten zwar den Job nicht, blieben aber miteinander in Kontakt und sind heute die Band EZTV.

Die Musik, die sie machen hat mit der erschlagenden Opulenz von Spiritualized wenig zu tun, das Video zur Single „Dust In The Sky“ zeigt sie eher als klassische Lo-Fi-Janglepop-Combo. Fein ists’s allemal.

EZTV "Dust in the Sky" (Official Music Video) from Ian Perlman on Vimeo.

Spätes Update 31.08. – 1. Weil der youtube-Clip inzwischen gesperrt wurde, nun via vimeo. 2. Gestern habe ich gelesen, dass der Bassist hier der Sohn von Lloyd Cole ist! Sieh mal an!