Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Return of the Dinos

Vor drei Jahren war ich sehr angetan von „In A Million Years“, dem Debütalbum der Indiepopper Last Dinosaurs aus Brisbane – der Song „Zoom“ war Stammgast im Atomic-Set, die Band spielte damals auch auf dem Reeperbahn Festival.

Drei Jahre und ein paar Personalwechsel später steht ihr zweites Album „Wellness“ an, das noch vor Monatsende erscheinen wird. Ich muss ehrlich sein: 2012 war eine Zeit, in der ich für Hurra-Pop, der sich an TDCC und Phoenix orientierte, noch ein sehr offenes Ohr hatte. Heute habe ich mich daran ziemlich satt gehört und ich kann für daher für das Saccharin der neuen Last Dinosaurs-Single „Apollo“ erheblich weniger Enthusiasmus aufbringen. Aber gut, warten wir mal das Album ab, vielleicht sind ja noch ein paar Highlights drauf.

Keep Feeling Fascinator

So viele Namen, so viele Referenzen! Zuerst mal: Wenn das Aussie-Label Spinning Top aus Perth was macht, heißt es aufhorchen. Denn dies sind die Jungs um Nick Allbrook von Pond (und ehemals Tame Impala). Auf Spinning Top veröffentlichten daher außer Pond u.a. auch The Growl (die Band von Tame Impalas Cam Avery), der super-Songwriter Peter Bibby oder die Perth-Psychedelia-Szeneband Mink Mussel Creek. Auch auf Spinning Top: Ein DJ/Producer, der sich Fascinator nennt und ansonsten nichts von sich bekannt gibt.

Es gibt einen neuen Track von Fascinator, co-produziert von Darren Seltmann (The Avalanches), noch so ne Aussie-Kultfigur. Vorbild der so sonderlichen wie starken Nummer „Dead Of The Night“ war wiederum ein musikalischer Sketch von Comedian Matt Berry (Toast Of London, The IT Crowd) aus seiner Serie „Snuff Box“ – und Hey, ich LIEBE Matt Berry! Ich sammle die DVDs, auf denen er mitspielt!

So viele Namen also, die für skurrile Spitzenqualität stehen, da KANN diese Nummer uns ja nur gefallen, oder? Zum Free Download bietet Spinning Top den Song auch noch, und zwar HIER.

Calm before the Storm

Menno. In Australien erscheint am 11.09. endlich das Debütalbum von Melbournes City Calm Down namens „In A Restless House“. Hier in Deutschland müssen wir aber bis November warten – und wenn ich die neue Single „Wandering“ höre, werde ich bereits ganz ungeduldig. Denn hier zeigen die Jungs, wie sie sich entwickeln. Wir kennen die Band bisher als gute Interpol/Editors-Variante mit ein bisschen Cut Copy-Elektronik, aber „Wandering“ klingt, als hätten The National mit Synthies aufgerüstet. Hier werden CCD aus einer Band, die sehr gekonnt ihren Vorbildern nacheifert, zu einer, die ihren eigenen Weg findet.

Anything is Blossomble

Ich mag Britpop. Das ist kein Geheimnis. In den letzten Jahren haben die Worte „Britpop“ bzw „Indie“ allgemein auf der Insel keinen leichten Stand gehabt, darum freue ich mich immer, wenn trotzdem junge UK-Bands mit Gitarren die 60s aufgreifen und sich nicht dafür entschuldigen. Die Blossoms aus Stockport zum Beispiel: Ein bisschen Psychedelia a la Temples, ein bisschen Folk a la The Coral, viel Britpop und bereits früh ansprechende Bandbreite – ihre aktuelle 4-Track-EP „Blown Roses“ schließt mit einem Stück voller Streicher, die nach Burt Bacharach klingen.

Zum Titelsong der EP haben die Jungs jetzt ein Video gemacht.

Ach ja: Was mir ja auch gefällt: Wenn man die Namen Blur und Stone Roses kreuzt, kommt als Ergebnis „Blown Rose“ raus. Bestimmt keine Absicht von den Blossoms. Aber ein Detail, das einem alten Indie-Dödel wie mir Freude macht.

New Planet discovered!

Wie sehr ich The DMA’s liebe, das habe ich auf diesem Blog wohl schon oft genug gesagt. Nun haben die Jungs ein Video der befreundeten Band Planet vorgestellt, denn deren Mitglied Matty Took ist der Bruder von DMA’s-Gitarrist Johnny (zur Erinnerung: hier mein Interview)

Und was soll man sagen? Wow. Das ist – wie bei den DMA’s – zwar so super-typischer Britpop, dass es fast schon klischeehaft ist – aber wie bei den DMA’s ist die Melodie wahnsinnig gut und bei aller Euphorie irgendwie melancholisch. Auch der Style von Planet ist so herrlich uncool-cool wie der der DMA’s. Der Song: Ein Mal gehört und schon hängt „Disaster Caster“ im Ohr fest. Gefällt mir auf Anhieb großartig! Wann/ob der Song aber offiziell bei uns in Deutschland erscheint, konnte ich bisher nicht rauskriegen.

EZTV does it

Das ist mal ne etwas andere Bandgründungs-Geschichte: Jason Pierce plante eine Spiritualized-US-Tour und suchte daher in New York nach Musikern. Gitarrist Ezra Tenenbaum, Bassist Shane O’Connell und Drummer Michael Stasiak spielten vor und kriegten zwar den Job nicht, blieben aber miteinander in Kontakt und sind heute die Band EZTV.

Die Musik, die sie machen hat mit der erschlagenden Opulenz von Spiritualized wenig zu tun, das Video zur Single „Dust In The Sky“ zeigt sie eher als klassische Lo-Fi-Janglepop-Combo. Fein ists’s allemal.

EZTV "Dust in the Sky" (Official Music Video) from Ian Perlman on Vimeo.

Spätes Update 31.08. – 1. Weil der youtube-Clip inzwischen gesperrt wurde, nun via vimeo. 2. Gestern habe ich gelesen, dass der Bassist hier der Sohn von Lloyd Cole ist! Sieh mal an!

This Beat is Zutonic

Was ist eigentlich aus The Zutons geworden? Auf zwei riesig erfolgreiche Alben voller britpop-folkiger Atomic-Dancefloor-Knüller wie „Remember Be“ oder „Don’t Ever Think (Too Much)“ folgte ein drittes, dem die Hits fehlten – und dann Jahre nichts mehr. Zwischendurch war Songwriter und Frontmann Dave McCabe allenfalls noch mal als Co-Autor von Mark Ronson aufgefallen (kein Wunder, schließlich stammt „Valerie“, zum Welthit gemacht durch Amy Winehouse und Ronson, aus seiner Feder) – auf „Record Collection“ schrieb er am „Bike Song“ mit, gesungen von Kyle Falconer (The View)

Jetzt meldet sich McCabe also endlich zurück, und zwar – auweia – mit einem Synthpop-Projekt. Passt das zusammen? Wo McCabe doch bisher komplett vom traditionellen Song kam? Meine Meinung: A bisserl weird ist’s schon. „Church Of Miami“ ist die neue Single und der Titelsong des kommenden Albums von Dave McCabe & The Ramifications. 

New(ish) colletion

Ein paar neu(ish)e Clips stehen online. Alle drei von Songs, die sich auch in meiner „Best Ditches“-Spotify-Liste befinden.

Zuerst geht’s nach Melbourne. City Calm Down machen ihr Editors/Interpol meets Cut Copy-Ding schon seit einiger Zeit, über ihre EP „Movements“ schrieb ich auf meinem alten Blog schon im Herbst 2012. Im September wird es so weit sein, dass sie mit „In A Restless House“ ihr erstes Album veröffentlichen. Stereogum hatte die Premiere des Videos zur Vorab-Single „Rabbit Run“.

Stereogum müsste man sein, denn die kriegten auch die Premiere vom aktuellen Video „Framed“ der Liverpooler Synth-Art-Popper Outfit. Ich kann’s nicht mal einbinden, weil VEVO-Einbinden hier irgendwie nicht klappt. Ich kann nur verlinken, auf den Clip und auf mein Interview mit Outfit zu ihrem Debütalbum vor zwei Jahren.

Zum Schluss Beach Baby, ein griechisch/britisches Quartett aus London. Dass deren prima Single „No Mind No Money“ seit ca einem Monat ein Video hat, habe ich voll übersehen. Aber, wie lernten wir im Englisch-Unterricht? „Better late than never“:

Fang mich doch!

Bisher habe ich keinerlei Ahnung von Indie in China („Chindie“?). Ich muss den Leuten Glauben schenken, die mir erzählen, dass Helen Fang, ein ehemaliger MTV-VJ, mit ihrer Band Nova Heart als „Chinas Blondie“ und „Königin des Beijing Indie“ gilt. Aber das zu glauben, fällt mir leicht, wenn ich das Video zur Single „Lackluster No“ sehe – denn das ist wirklich stylish, sophisticated, ein bisschen strange und trotzdem poppig. Eine Breeders-eske Bassline, dazu Laptop-Electronica, die bei mir irgendwie den 80s-Song „25 Years“ von The Catch (wer erinnert sich?) ins Gedächtnis zurück rief – das ist echt ne spannende Kombi.

Ve Vryll Vrock You

Das kann kein Zufall mehr sein – dies ist jetzt der dritte Beitrag in kurzer Zeit (nach Morning Harvey und Antimatter People), in dem mich eine neue Band an die jungen Verve erinnert. An die Ära 1992-94, als Richard Ashcroft, Nick Mc Cabe, Pete Salisbury und Simon Jones noch kein „The“ im Namen trugen, an Singles wie „She’s A Superstar“, „Gravity Grave“ bzw. ans „A Storm In Heaven“-Album. Keine Frage, da ist ein heimliches Revival im Gange.

Diese neuen Verve heißen The Vryll Society und stammen aus Liverpool. „Deep Blue Skies“ ist ihre erste offizielle Single. Ich mag sowas. Ich mag sowas sehr.