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Happiness This Way White Lies

Ich hab‘ die White Lies für eine Sache durchaus bewundert in den letzten Jahren. Es ist ja so – die drei Londoner hatten das Glück (oder das Pech), in genau der Zeit ihren Durchbruch zu feiern, als die UK-Indie-Welle gerade umkippte. Als ihr Debüt „To Lose My Life“ im Januar 2009 erschien, da wurden sie, noch perfekt im Trend liegend, gleich mal auf Platz 1 der UK-Albumcharts gespült.

Aber als ihr zweites Album erschien, da war die Welle sowas von versandet – und, okay, auf „Ritual“ fehlte auch ein vergleichbarer Indie-Disco-Hit wie der Titelsong vom Debüt. Trotzdem, dass der Nachfolger unterging wie ein Sack Ziegelsteine, das war selbst von außen hart anzuschauen.

Viele andere Bands hätten es nicht verkraftet, so rasant durchzustarten und dann so abzusinken, ohne das persönlich zu nehmen. Dass die White Lies es verstanden haben, Chartpositionen und Zahlen nicht so zu viel Wert zuzuweisen, unbeirrt ihren Weg weiter zu gehen und sich auf einem okayen Erfolgslevel einzupendeln, das kann man ihnen schon irgendwie anrechnen, oder?

Zehn Jahre nach ihrem Raketenstart kommt Ende Januar 2019 ihr fünftes Album „Five“. Als Vorboten gibt’s ein Video zur Single „Believe It“

If you want my Bawdie…

Ein neuer Tag, eine neue japanische Band, die ich noch nicht kannte. Dabei gibt’s The Bawdies schon seit 2004. Das große Vorbild des Quartetts ist die 60s-Garagenrockband The Sonics, auch wenn die neue Single „Happy Rays“ ein gutes Stück glatter klingt. Fünf Alben haben die Japaner schon veröffentlicht und es heißt, sogar Paul Weller sei sehr von diesen Jungs angetan.

Review: The Embassy

The Embassy – „White Lake“

„Even a stopped clock gives the right time twice a day.“ 

Den Spruch kennt ihr ja. Ich muss immer dran denken, wenn ich The Embassy höre. Fredrik Lindson und Torbjörn Håkansson sind stehen geblieben wie ein Uhrzeiger. Und sie bewegen sich keinen Zentimeter mehr. Mit konsequentem Trotz (be)harren sie auf ihrem Fleck.

Die Trends in der Musik wiederum sind zyklisch. Das heisst also, alle paar Jährchen wird die Mode immer mal wieder bei The Embassy vorbei schauen. Dann werden die zwei also wieder eine Weile ihrer Zeit voraus klingen – um in einer anderen Phase nur retro zu fremdeln. 

Okay, hundertpro korrekt ist das nicht. Denn die musikalische Uhr namens The Embassy, die blieb sogar zu einem Zeitpunkt stehen, den es auf anderen Zifferblättern nicht gibt. Hier ist es immer Gölf Uhr 90. 

Das setzt sich zusammen aus Göteborg und aus 1990, falls ihr euch fragt. 

The Embassy sagen von sich selbst, sie seien „weder zeitgenössisch noch zeitlos“. Review: The Embassy weiterlesen

FUR immer die Menschen

Es gibt eine ganze Handvoll Bands und Solisten, die unter dem Namen FUR (oder fur oder Fur) unterwegs sind. Im Auge behalten sollte man das Quartett aus Brighton, das sich mit Großbuchstaben schreibt, denn sie halten in Look und Sound so richtig schön die Sixties/Britpoptradition aufrecht (auch wenn auf ihrer facebook-Seite steht, ihre Einflüsse seien nur Robbie Williams und „Ribbie Wolliams“).

Freitag veröffentlichen FUR eine neue Single namens „Angel Eyes“.  Das Video ist schon da.

A Hard Day’s Nitro

… fangen die vielen japanischen Bands hier neuerdings auf dem Blog schon an, euch zu viel zu werden? Also ich hab‘ immer noch meinen Spaß dran. Heute lernen wir Nitroday  (ニトロデイ) kennen, ein Boy/Girl-Quartett aus Yokohama, das so richtig schön fetzigen 90s-Grungepop macht. Ich mag ihren Style – Bassistin Saki Matsushima hätte doch auch prima auf frühe Smashing Pumpkins-Fotos gepasst, oder? Die Kids sind 18 und 19 Jahre alt und das kommt auch rüber: Hier sprüht viel Energie. Nitrodays neue Single heisst „Jet“ (ジェット)

 

 

Review: Lusts

Lusts – „Call Of The Void“

„Illuminations“, das Debüt von Sänger Andy und Drummer James Stone aus Leicester, die man als Lusts kennt, erschien vor drei Jahren beim Label 1965 Records. Diese Firma ist eine echte Hausnummer. Von der Arbeitsweise her ist 1965 ein Indie, aber die Connections sind stark: Die Finanzierung kommt von der Sony, in Deutschland werden die VÖs über PIAS bearbeitet. So ein Backing zu haben, ist hilfreich. Letztes Mal hat die PIAS in Deutschland auch durchaus versucht, was für die Lusts zu erreichen. So wurde mir zum Beispiel auch ein Interview mit Andy fürs piranha organisiert.

Warum dieses langweilige Labelgeschwafel? Weil die Neue auf der mir unbekannten Plattenfirma „Blinky Watts“ erscheint. Googlen ergibt: Es ist die erste VÖ dieser Company. Der Verdacht bstätigt sich: Die Stone-Brüder haben das Label selbst gegründet und das neue Album auch selbst aufgenommen.

Es ist ja so: Ich bin nun schon recht lange irgendwie in der Musikindustrie unterwegs. Zwar war ich nie bei einem Label, sondern arbeitete nur mal ne Zeitlang bei einem Veranstalter und jetzt halt seit gefühlten Ewigkeiten als Musikjournalist. Jedenfalls, man kommt dann nicht drumrum, sich einen gewissen Blick auf das Kommerzielle anzugewöhnen. Auch wenn man nicht will, stellt man sich doch Fragen wie: Warum haben die jetzt wohl ihren Plattenvertrag verloren? Warum wohl keinen neuen unterschrieben? Dass sie jetzt alles selbst gemacht haben, war das eine aktive Entscheidung? Oder eine aus der Not geboren? Wenn ich selbst ein Label hätte – würde ich sie unter Vertrag nehmen? Review: Lusts weiterlesen

Bouncing Ballroom is Go!

Mir reicht’s nämlich. Was Indie heute angeblich ist: 

– Genormte Deutschbands von der Popakademie
– Halbgare Electronic-Acts, die von richtigen Dancekennern verschmäht werden und deswegen ihre Schublade umdeklarieren
– Säuselnde Susis mit Ukulele
– Seit 12 Jahren die 80 immer gleichen Lieder.

Indie kommt aber von „independent“. Es ist unabhängige, clevere, struppige Musik. Oppositionelle Musik. Es sind hinreissende Songs, bei denen auch die Texte was sagen wollen. Meistens mit Gitarren. Nicht immer. Aber schon meistens.

Ich lass’ mir den Ausdruck Indie auch nicht wegnehmen. 

Im Atomic, beim Britwoch und bei the smart club. seid ihr an die Diskokugel gesprungen, obwohl ihr nicht jedes Lied kanntet. 

So soll das sein. Tolle Songs, ein großes Hurra, eine Party für gute Leute, die in erster Linie Musikfans sind und die sich freuen, wenn sie einen Song zum ersten Mal oder nach langer Zeit mal wieder hören.

The Strokes / DMA’s / Oasis / Rolling Blackouts Coastal Fever / Razorlight / frederic / Arctic Monkeys / Spoon / The Goon Sax / Kasabian / Tame Impala / The Cure / FEWS / Supergrass / The The / Shout Out Louds / The Smiths / Boy Azooga / Wolf Alice / Django Django / Interpol / Lucie, Too / Johnossi / Public Access TV / The Cars / Pixies / The Magic Gang / The Vaccines / Blur / Middle Kids / The Coral / Lord Huron / Jamie T / Men Without Hats / The Verve / Day Wave

Sowas in der Art.

Welcome to the Bouncing Ballroom. Henning und Tom laden ein. Kommt am 27.12. ins Folks! 

Zur Facebook-Veranstaltung geht’s HIER entlang.

A Star is Marlon

Habt ihr eigentlich „A Star Is Born“ schon gesehen? Ich ja nicht. Aber Marlon Williams hat halt tatsächlich einen Mini-Auftritt.

Wie kam’s dazu? Bradley Cooper hat den Neuseeländer im Radio gehört, Marlons LA-Show, die am gleichen Abend stattfand, wurde angekündigt. Bradley ging hin und war so begeistert wie alle, die Marlon dieses Jahr live erlebt haben. Also hat der Hollywood-Star nach dem Konzert gleich mal Kontakt gesucht und gejubelt „Wir schreiben dir eine Rolle in unserem Film!“

Wer den Film gesehen hat: Marlon spielt mit Lady Gaga auf der fiktiven Grammy-Verleihung den Roy Orbison-Tributsong. Es gab wohl auch eine längere Sprechszene, einen Streit hinter den Kulissen mit Bradley Coopers Figur, die aber fiel dem Schneidetisch  zum Opfer. Vielleicht wird sie mal auf einer DVD beim Bonusmaterial auftauchen? Auch der Song von Marlon mit Lady Gaga landete letztlich nicht auf dem Soundtrack. Trotzdem, schön, dass so eine coole Type wie Marlon so eine Chance kriegte.

Anyway. Marlon hat ein neues Video aus seinem traumhaften Album „Make Way For Love“ online gestellt. Wer mein letztes Interview mit Neuseelands Traumstimme lesen will: HIER

Mason plays Cello?!

Was lese ich da? MTV Unplugged? Die DMA’s?

Fucken hell, haben Tommy, Mason und Johnny etwa echt ein komplettes MTV-Set eingespielt? Wie so richtig bekannte Bands? Das kann ja nur für MTV Australia gewesen sein! Ob wir das ganze Set auch in Europa zu sehen bekommen?

Anyway, ein Clip steht online. YEAH!

Wow, wow, wow. Mason am Cello. Fuck me!

Ihr Cover von Madonna’s  „Beautiful Stranger“ ist immer ein Highlight ihrer Livesets. Geht ungestöpselt doch auch sehr ordentlich! Hach, die DMA’s!

Das Logo am Ende sagt „MTV Unplugged Melbourne“. Gleich mal googlen. Aha, es war eine gemeinsame Show mit Gang Of Youths und Amy Shark.