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FUR your eyes only

Mir geht’s ja so: Ich liebe diese Retro-Ästhetik. Auch wenn meine eigene Plattensammlung die Sixties gar nicht so betont, finde ich einfach keinen Look schicker als den, den FUR aus Brighton in ihrem neuen Video „Him and Her“ aufgreifen. Ich seh‘ das und kann mir gar nicht vorstellen, wie man andere Klamotten oder andere Frisuren tragen, andere Farben im Video einsetzen können will.

Ich glaub, ich muss meinem Blog mal ein Farbupdate geben. Dieses mürbe Grün, das auf die Haribo-Gespenster aus dem Headerbild abgestimmt sein soll, das langweilt mich jetzt und ich werde es mal ändern, Wenn ich die Zeit dazu habe. Dazu gebracht hat mich dieses Video. Which must mean something, right?

Review: Ian Brown

Ian Brown – „Ripples“

Im Nachhinein eigentlich unglaublich, The Stone Roses. Was war das eigentlich für eine Kombi?! Gleich drei ganz herausragende Musiker: John Squire, flippiger GItarrenvirtuose, Griffbrettakrobat, fast zu gut mit den Fingern – sein Solowerk litt auch darunter, dass er Muckertendenzen nachgab und im Zweifelsfalle lieber zu viele Töne spielte, als sie schwingen zu lassen. Aber in den Stone Roses, da war sein Spiel zwar auch immer mal flashy, aber (zumindest vorm „Second Coming“) noch genau auf der richtigen Seite des Grates.

Mani! Was für ein Tieftöner! Unsterbliche Bassmelodien! Auf so einigen Klassikern der Roses ist der Bass eigentlich das Lead-Instrument: „I Wanna Be Adored“, „She Bangs The Drums“, I Am The Resurrection“…  und obendrein hatte er den mühelosen Groove, was ihn zum perfekten Partner machte für… 

Für Drummer Reni, den Mann, der die lässigsten, schmoofsten Rhythmen der Nordhalbkugel aus dem Handgelenk schüttelte. 

Nehmen wir mal „Fool’s Gold“ – man weiss gar nicht, wer hier der Star ist. Ist es Renis steincooler funky Beat? Ist es Manis Basslauf, der wieder mal die Hookline des Songs besetzt? Oder ist es John Squires Wah-Wah-Feuerwerk?

Wie konnte in dieser unglaublichen Kombi ausgerechnet Ian Brown, der damals keine Töne traf und heute keine Töne trifft, trotzdem der Fokus von allem sein? 

Deshalb: Weil der Mann Persönlichkeit hat. Weil er ne Type ist. Auch wenn die anderen drei eine irre Musikalität hatten, war Ian Brown trotzdem der Leader, der Charakterkopf. Der Typ, über den man staunte, bei dem man sich auch mal an den Kopf griff, der aber nie uninteressant war. Review: Ian Brown weiterlesen

Review: Mercury Rev

Mercury Rev – „The Delta Sweete Revisited“

Man ist ja, wenn man sich auf einen Musikstil einschießt, gerne mal Fachidiot. Kennt sich auf seinem Gebiet okay aus, aber wenn’s drüber hinaus gehen soll, wird es eng. Den Namen Bobbie Gentry hätte ich zum Beispiel falsch eingeordnet. Okay, irgendwie späte Sixties, Anfang Seventies, meine zeitliche Einschätzung hätte gerade noch gestimmt. Irgendwie Blues, das wäre meine vage Ahnung gewesen. War das nicht so ein Sänger im Stil von Otis Redding und Bill Withers?

War es nicht. Bobbie Gentry war eine Lady. Besser gesagt: Sie ist es noch. Die Dame ist heute 78 und ihr Schaffen erhält eine nachträgliche Renaissance. Mehr zu Bobbie aber später.

Vorher kommen wir zu Mercury Rev. Das ist eine Band, bei der kenne ich mich zum Glück besser aus. Die liebte ich schon, als sie Anfang der 90er als irre Space-Vögel auftauchten und erst Recht, seit sie sich in den späten 90s mit dem Jahrhundertalbum „Deserters’ Songs“ von der Indiewelt aus ans große All-American-Songbook heran tasteten, Gershwin und Disney mit den Flaming Lips verrührten. 

Jonathan Donahue und Grasshopper, die zwei Kern-Revs, sind also immer schon US-Rock-und Pop-Historiker gewesen. Ihr neues Projekt steht nun komplett im Zeichen von Bobbie Gentry. Mercury Rev haben nämlich Bobbies zweites Album „The Delta Sweete“ neu eingespielt, Song für Song. Das alles in ihrem traumwandlerischen Style und mit Gastsängerinnen, die sie über die Jahre kennen gelernt haben: Indie-Queens wie Hope Sandoval, Rachel Goswell (Slowdive), Leatitia Sadier (Stereolab) oder Phoebe Bridgers, alt-Country-Größen wie Lucinda Williams, Norah Jones, Margo Price, wild cards wie Susanne Sundfør oder Carice van Houten (genau, Melisandre aus „Game of Thrones“)  Review: Mercury Rev weiterlesen

Dublin Whammy

„My childhood was small – but I’m gonna be big!“

Klingt nach jemand, der’s reißen will. Nach „Toniiight I’m a Rock’n’Roll Star!“ Aber die Fontaines D.C. wollen mit ihrer neuen Single was ganz anderes sagen. Nämlich: Dass übertriebener Ehrgeiz eine Krankheit ist.

Die Single und das Video zu „Big“ sind nicht die einzige offiziellen Neuigkeiten aus dem Lager der Dubliner Durchstarter: Es gibt nun ein VÖ-Datum fürs Album „Dogrel“. Der 12.04. ist’s. Wer die Singles der Band im letzten Jahr verfolgt hat, kennt fünf Songs bereits, aber immerhin, inklusive „Big“ gibt’s sieben neue.
Der Junge aus dem Video ist übrigens der 11jährige Sohn des Nachbarn von Sänger Grian Chatten. Denn: „He’s got the presence of a hundred frontmen“ 

I beg you Pard

Im Herbst war ich komplett geflasht von ihrer Art-Glampop-Single „Landmine“ und fragte mich: Wie konnte ich nur I Know Leopard aus Sydney vorher so übersehen haben? Es gab aber sehr wohl einen Grund: „Landmine“ ist ihr mit Abstand knalligster und bester Song. Ein Durchklicken durch ihr früheres Material zeigte, dass das Meiste viel zu gewollt war, zu gestelzt am Ziel vorbei ging. Da war „Landmine“; mit viel mehr Selbstironie und Augenzwinkern performt, ein ganz anderes Kaliber.

Die Frage war nun: Setzen die Aussies auch künftig auch die neue Glambombigkeit oder wird „Landmine“ ein positiver Ausreißer bleiben? Vielleicht gibt die neue Single „Heather“ die Antwort. Der Song ist ein Zwischending. Es geht zurück in Richtung artyfarty, aber der genialische Popfaktor ist geblieben. Ich meine, der Refrain dieser Single geht „Heather, you can call me when you get your shit together…“ – das ist definitiv ein spinnerter Ohrwurm. Auch das Video ist wieder ein Hingucker.

 

Crate Expectations – Pt. 3

Ich mache gleich ohne Umschweife weiter, okay?

Dies ist der zweite Teil des Beitrags zur Kür unseres Ein-Kasten-Augustiner-Preises für den Song des Jahres 2018.

Worum es geht und wie wir bis hierher kamen, das lest ihr bitte HIER in Teil 1.

Zehn der zwanzig Kandidaten sind ausgeschieden, weiter geht’s! Crate Expectations – Pt. 3 weiterlesen

Crate Expectations – Pt. 2

Okay, okay. Dieser Blog mag praktisch keine Leser und eine ähnliche Relevanz haben. Das aber hindert uns nicht daran, einen Preis zu vergeben. Oder sagen wir’s so: Es hindert uns nicht daran, einen Preis zu küren. Ihn dann auch zu übergeben, das ist ja noch mal wieder die nächste Sache. 

Aber darum soll es ein andermal gehen. Zuerst: Letzten Samstag war es erst mal wieder so weit! Wir haben einen Sieger gefunden! Wir haben unseren Song des Jahres ernannt – und die Musiker, die ihn geschaffen haben, sollen von uns einen Kasten Augustiner kriegen. Jawohl, es geht um den Ein-Kasten-Augustiner-Preis 2018 – und in diesem ersten von zwei Beiträgen berichte ich über Teil 1 unseres Entscheidungsprozesses.

Was das bedeutet? Aaalso… das Spielchen geht so:

Crate Expectations – Pt. 2 weiterlesen

Royal’s keen

The Royal Concept, das ist die Band, die sich seit 2011 reckt und streckt, die Lungen aufpumpt, sich in den Startblock klemmt und den Eindruck macht, als würde sie gleich eine Megabestzeit hinlegen. Aber an der dritten, vierten Hürde kommt sie ins Straucheln, bricht ab und geht zurück an den Start.

Zwei frühe Singles der Stockholmer, die sich als Studiomusiker für Popacts kennenlernten, waren sogar im Atomic noch echte Dancefloor-Hits: Denn „D-D-Dance“ und „Gimme Twice“ klangen wie die zwei größten Phoenix-Hits, die Phoenix selbst nie geschrieben haben.

Seitdem tourten The Royal Concept viel durch die Staaten und Asien, unterschrieben große Verträge und verloren sie wieder, veröffentlichten in verschiedenen Märkten verschiedene EPs und nur daheim in Schweden ein Album – und gaben ihr letztes Lebenszeichen 2015 mit der „Smile EP“.  2019 stehen die Jungs, die längst Herren sind, wieder ungefähr da, wo sie 2011 standen.

Aber sie sind mal wieder auf des Startblock raus und nehmen die erste Hürde mit einer neuen Single: „Need To Know“. Na, ob sie’s diesmal wohl bis zur Album-Linie schaffen?

nach dem Break die zwei frühen Beinahe-Hits:

Royal’s keen weiterlesen

Sticky Thump

Wo wäre dieser Blog nur ohne Australien? Gestern King Gizzard (Melbs) und Sweater Curse (Brissy), heute früh um ein Uhr die Sticky Fingers aus Sydney – wieder mal gleich drei Posts in Folge aus down under.

Anyway. Sticky Fingers.  Die Reggae/Indie-Fusion-Band, die sich zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert hat – aber dazu mehr, wenn ich nächste oder übernächste Woche über ihr neues Album „Yours To Keep“ schreibe. Das erscheint nämlich am 8.2. Vorher gibt’s eine neue Single: „Not Done Yet“. Ungewöhnlich balladenmäßig für diese Band.

Should We Talk About The Sweater?

Superjung und aus Brisbane: Sweater Curse. Noch weiss ich wenig über das Trio, außer dass die drei Mitglieder Monica, Chris und Rei heißen – und dass ihre neue Single namens „(Hear You)“ ziemlich fein ist. Darauf kann man aufbauen. Die Kids behalten wir im Auge und im Ohr.

Übrigens: Was ist der Sweater Curse? Unter Leuten, die stricken, gibt es einen Aberglauben:  Wer seinem/seiner Liebsten einen Sweater anfertigt, der wird vermutlich bald verlassen – oft noch sogar, bevor das Teil fertig gestrickt ist. Tja. Wieder was gelernt.  Zum Glück stricke ich nicht, mir kann das nicht passieren. Ach ja, Single bin ich ja auch noch. Puh.