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Marlon Brandnew

Oh, das sind super Nachrichten: Wenn nächste Woche die wunderbaren Australier Husky (hier mein Interview zum letzten Album „Rucker’s Hill“) auf Deutschlandtour kommen, nehmen sie im Vorprogramm den neuseeländischen Sänger Marlon Williams mit. Der junge Mann ist mir schon positiv aufgefallen – down under ist sein Solodebüt in diesen Tagen erschienen, hierzulande müssen wir noch warten.
Aber vielleicht hat er’s ja am Merch-Stand dabei? Anyway: Ein Grund mehr, zur Show zu kommen, und zwar früh!

Review: DMA’s

DMA’S – „DMA’S“

Jetzt aber. Fuck yeah! THAT’S what I’m talking about!

Das hier, das ist der Grund, weswegen wir Indie-Fans wurden! Musik, die man hört und es durchfährt einen ein Blitz von Euphorie! Gleissende, blendend weisse Begeisterung!

Oh Gott ja, jajaja, die DMA’s klingen wie Oasis. Hundertpro. Sie singen sogar Textzeilen, die mit „Shiiiiiiine“ enden! Aber! Aber aber! Sie schreiben genau die Songs, die Noel aufgehört hat, zu schreiben, bevor „Be Here Now“ kam!

Diese Band hat vor einem Jahr ca gerade mal ihr erstes Konzert gegeben. Zwei, drei Jahre haben Johnny Took, Matt Mason und Tommy O’Dell davor nur für sich Songs geschrieben und zu Hause in Johnnys Schlafzimmer/Studio in Newtown, einem Stadtteil von Sydney, aufgenommen. Review: DMA’s weiterlesen

Review: Mumford & Sons

mumfords klein 3Mumford & Sons – „Wilder Mind“

Wir selbsternannten Musik-Gourmets können ja schon auch total blöde Snobs sein. Wir wollen immer nur die „Early Adopter“ sein, wir bejubeln junge Bands und teilen jedem, der’s nicht wissen will, mit: „Die werden mal GROSS!!!!“ Aber was, wenn das tatsächlich passiert? Was, wenn wirklich die breite Masse in echt auf unseren Zug aufspringt? Wenn die von uns als Nachwuchscombo noch begeistert geförderte Gruppe tatsächlich gigantisch erfolgreich wird? Dann wenden wir uns ab, rümpfen die Nase und wollen nix mehr damit zu tun haben.

Gut, es gibt die Fälle wie Coldplay oder die Killers, die tatsächlich eine Kehrtwende in die Belanglosigkeit gemacht haben. Die standen in der Tat schnell für das Gegenteil dessen, für das wir ihre ersten Singles liebten. Aber Mumford & Sons konnte man das bisher nicht vorwerfen. Trotzdem kenne ich Leute, die noch kreischten, als „Sigh No More“ erschien, aber die seit Längerem bei der bloßen Erwähnung ihres Bandnamens ein Gesicht machen, als sollten sie den Rest ihres Lebens auf ein Dixie-Klo gehen.

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Review: Lo-Fi Fnk

nightclub nirvanaLo-Fi Fnk – Nightclub Nirvana

Ich will es kaum glauben – Tasächlich, 2006 war’s, als „City“ erschien! Echt jetzt, neun Jahre ist das her??!! In meinem Kopf ist das schwedische Duo Lo-Fi Fnk immer noch unter „die hippen Newies“ abgespeichert. Denn einen ganz kurzen Moment definierten sie genau den Puls der Zeit: 2006-08, das war die Ära, als die Klaxons etc auftauchten und unter dem Schlagwort „New Rave“ eine Indie-Dancefloor-Revolution einläuteten. Es war die Zeit, in der man noch nägelkauend auf den neuen Kitsuné-Sampler wartete (anstatt ihn wie heute gähnend zu erdulden). Songs von Lo-Fi Fnk landeten auf diesen Samplern.

„City“ ist auch in den Jahren danach nie ganz aus meinem Atomic-Set verschwunden. Denn dieses Highlight vom Lo-Fi Fnk-Debütalbum „Boylife“ klingt sogar heute noch fresh. Der Song wummert und lasert sonderbar minimalistisch, leicht schräg, verwirrend zeitlos – insofern, dass er 80s-mäßig klingt, aber auch zu 80s-Synthpop-Zeiten Außenseiter gewesen wäre und nirgends wirklich dazu gepasst hätte. So wie es auch in die Nu-Rave-Party zwar nicht konkret reinpasste, aber genau deshalb ja auch cool auffiel. (Ein anderes Beispiel für so einen Song ist „Fafafa“ von Datarock – auch komplett klassisch, aber in keine konkrete Schublade zu stecken)

So viel Aufmerksamkeit haben Leonard Drougge und August Hellsing nie wieder bekommen.  Review: Lo-Fi Fnk weiterlesen

Review: Jacco Gardner

jacco hypnoJacco Gardner – „Hypnophobia“

Und wieder das Problemchen mit dem Prinzip Retro: Kann es überhaupt jemals originell sein, den Stil einer vergangenen Ära zu imitieren? Was für den einen eine liebevolle Hommage ist, ist für den anderen ein ideenloser Abklatsch – und wer entscheidet, wer Recht hat?

Zum Glück gibt es da eine Instanz: Die bist Du, die bin ich, die ist immer der individuelle Hörer selbst, der seinen Geschmack entscheiden lassen darf: Gefällt mir das – oder gefällt mir das nicht?

Jacco Gardner bewegt sich auf dünnem Eis. Wer sich so explizit einem Teilgenre der Musikhistorie widmet wie der junge Holländer – in seinem Falle ist das barocker Sixties-Psychedelia-Pop – der kann auch als Abziehbild rüberkommen. Wie ein Ensemblemitglied eines Austin Powers-Films, der sich mit Klamotten aus der Kiste von Omas Speicher verkleidet hat und der sich jetzt amüsiert, wie putzig die Sechziger Jahre doch waren. Okay, ein solcher Umgang mit den Sixties könnte ja sogar Spaß machen und man kann da mitspielen – ich verlange ja kein bierernstes Klammern an Authentizität (auch das ist nur einschränkend). Aber was ich verlange, das sind gute Sounds und gute Songs, hinter denen mehr steckt als nur eine Psychedelia-Maskerade. Review: Jacco Gardner weiterlesen

Review: Mikal Cronin

mikalcroninalbumMikal Cronin – MCIII

Wisst ihr, was das Schönste daran ist, einen Blog zu führen? Man muss sich nicht an Textvorgaben halten! Im Heft, da muss über ein Album in 800 Zeichen alles gesagt sein. Hier kann ich mich austoben – und wenn’s seitenlang wird!

Andersrum geht’s auch. Ich meine, hier kommt zum Beispiel eine feine Platte, auf die ich aufmerksam machen will – aber ich kann verdammt wenig dazu erzählen. Und weil ich niemandem was schuldig bin auf diesem Blog, dürfte ich’s theoretisch dabei belassen, nicht mehr zu sagen als: „Hört rein, dass ist gut gemachter amerikanischer Indierock. Von der Sorte, wie ihn die Posies und Teenage Fanclub und so machen. Ein klassischer Sound, an dem man nix rum verbessern muss, sondern den man nur liebevoll und mit genug Talent ausführen muss und ich bin happy. Mikal Cronin – übrigens der Gitarrist der Ty Segall Band – tut das auf seinem dritten Album, also gefällt’s mir.“

Okay, ein paar mehr Sätze erlaube ich mir dann doch. Alleine, weil ich über mich selbst nachdenken muss. Review: Mikal Cronin weiterlesen

Review: Django Django

Django_Django_Born_Under_Saturn_Album_CoverDjango Django – „Born Under Saturn“

Talk about a Luxusproblem! Als Django Django mit ihrem Debüt auftauchten, da kamen sie buchstäblich aus dem Nichts. In Schottland hatten sie praktisch isoliert von der Außenwelt an der Platte herum gefrickelt – aber unerwartet etwas fabriziert, auf das sich alle einigen konnten. Indiepop, der schlau war, aber nicht abgehoben, groovy und mit eigenem Charakter. Die Kritiken auf der Insel waren super, ein Hype kam ins Rollen, die warner kam an Bord und lizenzierte das Album für den Rest der Welt.

Die Ausgangspositionen für die Aufnahmen des Nachfolgers hätten also nicht unterschiedlicher sein können. Vor ihrem Debüt wussten nicht mal ihre Nachbarn, dass Django Django Musik machten – heute sind sie eine Band, die rund um die Welt bejubelt wurde, die rund um die Welt tourte (sie sollen von schüchternen Studenten zu ziemlichen Rampensäuen geworden sein) und deren zweites Album rund um die Welt mit offenen Armen erwartet wird.

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Helio Again, ich sag einfach…

…Helio Again. Portlands prima Popduo The Helio Sequence hat für Ende Mai sein neues Album angekündigt – es ist ein Album ohne Namen, es heisst einfach nur wie die Band selbst.

Tja, wenn es meinen alten Blog noch gäbe, könnte ich hier auf mein Interview mit Sänger Brandon Summers zu ihrem letzten Album „Negotiations“ verlinken. Herbst 2012 war das. Nun gut, kein Link. Da müsst ihr mir einfach glauben, dass das ne gute Band ist.

Anyway, die erste Single von diesem kommenden Album heisst „Upward Moblity“. Sie ist fein.

Jimmy Fall-off

Jimmy Fallon fängt an, mir auf den Sack zu gehen. Als Late Night Host ist er ein Leichtgewicht – da gibt’s nur fröhlichen Feelgood-Humor, sogar der altbackene und zu Recht in den Ruhestand verabschiedete Jay Leno war kantiger. Die politischen Comedians Jon Stewart, Stephen Colbert, John Oliver, Bill Maher sind viel bissiger und gehaltvoller, ein Conan O’Brien ist viel abstruser und schräger, auch Letterman lässt auf seine letzten Tage wenigstens noch echte Spitzfindigkeiten los.

Häufig präsentiert sich Jimmy Fallon in seiner „Tonight Show“ als Musiker – der Witz ist dann, dass bei seiner Springsteen- oder Neil Young-Parodie der echte Springsteen bzw. Young die Bühne betritt. Ok, we get it, du kannst auch Gitarre spielen. Jaja, ganz nett, aber nicht viel mehr.

Folgende Frage jetzt: Wie, bitte, verbessert ein selbstzufrieden grinsender Jimmy Fallon eine Blur-Performance?

Damon, Graham, Dave und Alex waren jüngst zu Gast in Jimmys US-TV-Show, um Promo für „The Magic Whip“ zu machen, sie spielten „Ong Ong“ im Programm. An dem Tag wurde auch eine „Backstage“-Performance aufgenommen, die jetzt online steht: eine Unplugged-Version von „Tender“, komplett mit Gospelchor! Plus einem überflüssigen Jimmy Fallon an der Klampfe, der sich in die Band drängelt. Blur spielen das Spiel notgedrungen mit, die Armen, man will sich’s ja nicht mit US-TV-Mächtigen verderben.

ist es ok, wenn Fallon das echt nur als Fan macht? Klar wünscht sich jeder Anhänger einen solchen Moment – nicht nur Autogramme abholen, sondern mitspielen! Aber das auch zu tun, weil man’s als wichtiger Showmaster kann, das ist doch Selbstbeweihräucherung in excelsis. Mir verdirbt es die ansonsten wunderbare Aufnahme.

Ich meine, es war ja bestimmt nicht so, dass Blur zu Jimmy kamen und gesagt haben: „Hast du Bock, backstage mit uns zu jammen?“ Eher ließ Jimmys Management beim Buchen der Band wissen „Jimmy kann die Akkorde von ‚Tender‘ und würde das gerne mit Euch spielen für späteres Online-Placement.“ Das kann man dann schlecht ablehnen, ohne wie ein Arsch auszusehen.