I Predict A Record – 2019, Pt. 2

Das neue Jahr hat begonnen und mit dem neuen Jahr kommen auch die vagen Prognosen und die fundierten Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Hier gibt’s das Ganze für den Bereich Indie: Welche Alben stehen 2019 in den Startlöchern bzw. bei welchen Bands darf man mit einem aktiven Jahr rechnen?
Die ist der zweite Teil zu meinem Beitrag von gestern. Die Aufteilung wollte es, dass im gestrigen Post „kleinere“ Bands in der klaren Überzahl waren. Heute sind auch richtig große Namen dabei.

The Cure
Ein guter Indikator dafür, dass man neues Material erwarten darf, sind immer bestimmte Festivals. Altmeister Robert Smith startet im Sommer eine regelrechte Open Air-Offensive und hat schon für mehrere Mega-Events seine Teilnahme zugesagt (unter anderem fürs Roskilde Festival). Obendrein hat Smith durchblicken lassen, dass der gewaltige Backkatalog seiner Band eine neue Addition erhalten soll. Seien wir ehrlich, eine neue Cure-Platte wird wohl eher in der Kategorie „Spätwerk“ erwartet. Niemand rechnet damit, dass sie ein essentieller Beitrag ihrer Diskographie wird. Aber warten wir das doch erst mal ab.
(p.s. Ja, The Cure hätten vom Alphabet her schon in den Post von gestern gehört. Ich hab sie schlicht und einfach vergessen.)

Pixies
Geschäftiges Treiben auf den sozialen Kanälen der Pixies. Black Francis, Joey Santiago, Dave Lovering & Co haben proklamiert, dass sie 2019 ganz besonders aktiv sein werden. In Anbetracht dessen, dass ihr letztes Album „Head Carrier“ (2016) drei Jahre alt wird, darf man neben verstärkter Live-Aktivität wohl auch mit neuen Songs rechnen? Klar, für die Pixies gilt: Ihr Post-Reunion-Oeuvre verblasst neben den Klassikern der 80er. Trotzdem, ein paar prima Songs gab’s auch auf den neuen Platten. Darauf wenigstens darf man auch bei einer Neuen spekulieren.

Primal Scream
Stichwort Festivals: Auch auf Primal Scream wartet ein aktiver Sommer, dabei ist ihr letztes Album „Chaosmosis“ drei Jahre alt. Das kann doch nur heißen, dass eine neue Scheibe vorliegen wird, noch bevor die Open Air-Saison beginnt. Spannende Frage: Nachdem die Stone Roses Reunion vorbei ist und Ian Brown solo zurück kommt, wird Mani dann auch bei Primal Scream an den Bass zurück kehren?

Ride
Jetzt kommen wir in den Bereich der Spekulation. Aber wir sind uns ja wohl alle einig, dass das Ride-Reunion-Album „Weather Diaries“ vor zwei Jahren alle positiv überrascht hat. Vor einem Jahr legten die Shoegaze-Könige auch noch eine EP nach – was für mich bedeutet, dass Andy, Mark, Loz & Steve einen richtigen kreativen Lauf hatten. Wenn sie den beibehalten konnten, dürfen wir 2019 vielleicht auf die Fortsetzung hoffen, oder? Und wo wir schon dabei sind: Slowdive, gilt das auch für euch? Swervedriver werden definitiv vorlegen: „Future Ruins“ erscheint am 25.01.

Spoon
Auch hier rate ich mehr oder weniger ins Blaue bzw. hier ist der Wunsch Vater des Gedankens. Ich bin nun mal großer Anhänger von Spoon. Für mich sind sie DIE beste Band dieses Jahrtausends – niemand anders hat seit 2000 so eine konstant makellos brillante Diskographie geliefert. Deshalb wünsche ich mir für 2019 einfach eine Neue. Ganz doll sehr. Abwegig ist das nicht, denn Britt Daniel ist ja sehr beständig: Longplayer von Spoon (und okay, ich rechne das Divine Fits-Album mal einfach mit rein) erscheinen seit 1996 ziemlich safe alle zweieinhalb Jahre. Das würde bedeuten, dass es im Herbst/Winter wieder so weit ist. 

The Strokes
Hmmm. Hier weiss ich nicht, wie ich dazu stehen soll. Auf The Strokes warten im Sommer schöne Zahltage, denn für mehrere große Festivals (u.a. Primavera in Barcelona) haben sie bereits ihre Teilnahme bestätigt. Aber ganz ehrlich: Ich fand das letzte gemeinsame Material der Band sehr frustrierend und freudlos. Albert Hammond Jrs letzte Soloplatte hatte viel mehr von dem Drive, den uns die frühen Strokes lieferten – und er wirkte im Interview ja auch so, als habe er das Kapitel abgeschlossen. Julian Casablancas und seine Voidz sind selbstverliebter und sperriger, aber wenigstens motiviert. Das hat mir bei Julian im Zusammenhang mit den Strokes zuletzt gefehlt.
Ich sag’ euch was: Nichts würde mich happier machen, als wenn The Strokes ihre alte Chemie und Kratzbürstigkeit wieder hinkriegen. Aber was ich absolut nicht sehen will, das ist ein stinkstiefeliger Julian Casablancas, der eine neue Strokes-Platte und verächtliche Liveshows aus sich raus quält, nur weil er sich Fabrizio, Nikolai und Nick verpflichtet fühlt, die ja auch über die Runden kommen müssen. Und zum Album gibt er dann wieder keine Interviews, weil das ja unter seiner Würde ist, aber beschwert sich hinterher, das Label hätte nicht genug Promo gemacht, wenn die Platte dann unterperformt. Nee echt, darauf kann ich verzichten. 

Summer Flake
Ha – unter all den großen Namen dann doch eine vergleichsweise kleine Band. Eine meiner liebsten Entdeckungen von 2016, das war die Australierin Steph Crase aus Adelaide und ihr feines Trio. Ihr zweites Album „Hello Friends“ war eine herrlich unaufgeregte, entspannte Grungepop-Platte. Fürs neue Jahr hat Steph den Nachfolger versprochen. Wer Mazzy Star und J Mascis Solowerk mag, sollte die gleiche Vorfreude empfinden wie ich.

Tame Impala
Wer seine Karten fürs Primavera schon hat, um sich die Strokes anzugucken, der kann sich auch schon auf Tame Impala freuen. Denn auch Kevin Parker hat seine Teilnahme an dem Open Air bereits zugesagt. Auch arbeitet er fleißig an Album vier, das im Sommer live vorgestellt werden soll. Nun gut – man weiss ja, der Mann ist Perfektionist und kann sich in sowas auch dermaßen reinsteigern, dass er Deadline um Deadline verstreichen lässt. Aber Parker hat es selbst so formuliert: „Wenn 2019 keine neue Platte erscheint, dann wäre ich schon sehr enttäuscht“ 

Two People
Phoebe Cockburn und Joey Clough waren Mitglieder bei einer Band, in die ich vor ein paar Jahren ganz riesengroße Hoffnungen setzte: Snakadaktal aus Melbourne waren noch Teenager, da bastelten sie supercharmanten, holprig-atmosphärischen Indiepop. Das bisherige Single-Output von Phoebe und Joey als Duo ist ein im Vergleich dazu schon etwas gestreamlinet und könnte auch etwas mehr Abstand von The xx halten. Trotzdem hoffe ich auf ein paar tolle Momente auf ihrem Debüt als Two People. „First Body“ erscheint am 18.01.

Vampire Weekend
Jetzt wird es aber echt Zeit. Das vierte Album von Ezra Koenig & Co, wenn auch das erste ohne Rostam Batmanglij, es war schließlich eigentlich bereits für 2018 schon angekündigt worden. Inzwischen seien die Aufnahmen für die Platte mit dem Arbeitstitel „Mitsubishi Macchiato“ aber zu „94,5 %“ abgeschlossen, das hat Koenig im Dezember verlautbart. Na die letzten 5,5 Prozent kriegt ihr doch noch vor der Festivalsaison über die Bühne, oder, Ezra?

Yak
Ich muss gestehen, dass das erste Album von Yak ziemlich an mir vorbei lief. Die Entstehungsgeschichte von Nummer zwei ist allerdings ganz schön erstaunlich. Ihr Sänger/Kopf Oliver Burslem hat zwischendurch in seinem Auto gelebt, nur um auch ja alle verfügbaren Mittel in die Aufnahmen zu stecken, so wichtig ist ihm die Sache. ich darf ankündigen, dass ich ein Interview mit dem guten Mann hier auf den Blog stellen werde, wenn ihre verdammt intensive zweite Platte „The Pursuit of Momentary Happiness“ am 08.02. erscheint. 

Yogee New Waves
Ach was soll’s, eine Wild Card machen wir noch. Ich habe in den jüngsten zwei, drei Monaten mein Interesse für Indie aus Japan vertieft und wer meinen Blog verfolgt, wird das nicht übersehen haben. Postiv aufgefallen sind mir unter anderem die Yogee New Waves aus Tokio. Sie verbinden diesen ultra-slicken Japan-Sound, den man dort „City Pop“ nennt, mit geschmackvollen Guitar Indie. Für den 30.03. haben sie ihr drittes Album angekündigt. Das Ganze klingt zwar schon etwas glatt, aber dadurch auch interessant andersartig und ich denke, auf dem Longplayer wird es einige feine Songs zu hören geben.

So, das war’s mit meinen Vorhersagen. Bestimmt habe ich noch ein paar Alben übersehen und einige noch gar nicht auf dem Schirm. Umso besser fürs Indie-Jahr 2019! 

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