Meine Alben 2018, Pt.3: 20-16

Es geht weiter. Ich zähle meine persönlichen Alben des Jahres 2018 herunter. Wir kommen an bei Etappe 3.

20. Imarhan – Temet

Als dieses Album erschien, habe ich hier auf dem Blog keinen Text dazu geschrieben. Ich bin aber auch nicht genug im Thema. Denn es geht um Tuareg Rock.
Imarhan kommen aus den Ahaggar-Bergen im südlichen Algerien und wie ihre bekannteren Kollegen Tinariwen verbinden sie traditionelle Berber-Musik mit westlichen Elementen, spielen E-Gitarre genauso wie Djemba und Kalabash. Diese beiden Stile greifen erstaunlich gut ineinander. Westliche Psychedelic-Bands landen manchmal bei einem ähnlichen Ergebnis, nur eben auf anderem Weg. 

Tja, zuerst fand ich’s einfach spannend und ausgefallen, mal Musik aus Nordafrika zu hören – und zu mögen. Im Verlaufe des Jahres kristiallisierte sich „Temet“ aber auch als eine Platte heraus, zu der ich wieder und wieder zurück kehrte. Die ich nicht mehr als Kuriosität anhörte, sondern weil ich sie echt groovy fand. Weil die Platte einen lässig dahin treibenden Flow hat, den meine anderen Indie-Platten nicht haben. 

19. Drangsal – Zores

Auch so ein Platte, über die ich auf dem Blog gar keine Rezension geschrieben habe. In diesem Fall, weil ich eigentlich mein Interview mit Max Gruber noch hier verwerten wollte. Aber komischerweise ist es manchmal schwieriger, auf deutsch geführte Interviews zu transkribieren als englische. Man redet tatsächlich anders. Fängt Sätze an, bricht sie ab, spricht in Anführungszeichen, man erlaubt sich viel eher, vom Hundersten ins Tausendste zu kommen statt beim roten Faden zu bleiben… naja jedenfalls habe ich das Gespräch hier immer noch nicht untergebracht.

Anyway, darum soll’s nicht gehen, sondern um „Zores“, das zweite Album von Drangsal. Die Platte, auf der Max und Band zu 3/4 auf deutsch sangen. Was nicht jeder super fand. Ich aber mal wieder schon. Dabei tu’ ich mir ja oft schwer mit deutschen Texten – die einen schreiben zu gewollt intellektuell, die anderen zu platt, die dritten zu haha-witzisch. Drangsal hat gleich – finde ich – den für ihn richtigen Weg gefunden. Seine ganz eigene Art, Persönlichkeit auszudrücken, mit viel ehrlicher Sprache und fröhlicher Hinterfotzigkeit. Lyrisch war’s also super – und musikalisch eh. Da rennt Drangsal mit seinem Cure/Smiths-Throwback bei mir ja sowieso offene Türen ein. 

18. Marlon Williams – „Make Way For Love“

Verdammt, schon wieder kann ich nicht aus meinem eigenen Artikel mopsen. Auch Marlon Williams’ Zweite habe ich nicht rezensiert hier, denn ich hatte den smarten Neuseeländer Anfang des Jahres im Interview, immerhin diesmal auch als Transkript auf dem Blog. 

Wo fängt man an bei dieser Platte, bei diesem Typen? Bei Marlons Stimme, die klingt wie flüssiges Gold im Gehörgang? Bei Marlons Bühnenpräsenz? Der Mann ist ein irre charismatischen Liveperformer. Oder soll man die Betonung aufs Thema legen, das diese Platte so schmerzhaft und elegant einfängt? Es geht um Liebeskummer – Williams schrieb die Songs dieser Platte in einem großen kreativen Rutsch nach der Trennung von seiner Ex (die ebenfalls Sängerin ist: Aldous Harding). Marlon nimmt uns mit ins Jammertal und schließlich wieder in den Sonnenaufgang, mit klassischen Songs, um die Roy Orbison ihn beneiden würde. Herrlich. 

Stichwort Orbison: Das Jahr endete für den Kiwi mit einem unerwarteten Hollywood-Highlight: Bradley Cooper schrieb extra für Marlon eine Roy Orbison-Tributszene ins Drehbuch von „A Star Is Born“.  Sieh mal an.

17. The KVB – „Only Now Forever“

Bisher fand ich The KVB immer sehr ordentlich. Das Noisepop-Ding, das hat das Londoner Boy/Girl-Duo schon immer gut hingekriegt, bisher mit der Betonung auf Noise. Auf ihrem sechsten Album, da aber haben Nicholas Wood und Kat Day den Regler auf Pop gedreht – und es steht ihnen famos. Plötzlich sind The KVB nicht nur eine Band mit Potential, sondern eine, die’s ausschöpft. Ich kopiere aus meinem Text zum Album aus dem Oktober: 

„Okay, das Klanggebiet, in dem das Duo sich bewegt, ist eins, das auch von vielen anderen beackert wird und das seit langer Zeit – an dieser Stelle könnte man neben den bereits genannten Namen z.B. auch mal The Cures „Pornography“ (1982), Curves „Dopplegänger“ (1992) und die Bands The Big Pink und Lusts erwähnen. Aber erstens ist das ein Sound, der mich immer packen wird und zweitens haben The KVB das Ganze echt nahezu perfektioniert.“

16. Phobophobes – Miniature World

„Dies ist mal eine gallige, spitzbübische und gerne auch hundsgemeine Band!“ schrieb ich HIER, als die Phobophobes ihr Debüt ablieferten. Man kann sich die Londoner Band vielleicht so vorstellen: Als eine Mischung aus Indierock, Cabaret und dem Grusel von Vincent-Price-Filmen. Herrlich fiese Texte schreibt Sänger Jamie Taylor. Man könnte aus „Miniature World“ zwei Zeilen blind heraus picken und sie wären immer ein gutes Zitat. Der morbide Humor der Band wurde auch nicht alt. Die Platte erschien im Januar und sie amüsiert mich auch noch im Dezember. 

Fortsetzung folgt…

 

   

Linksammlung: Meine früheren Jahrescharts.

2017: (30-26) (25-21) (20-16) (15-11) (10-6) (5-1)
2016: (30-26) (25-21) (20-16(15-11) (10-6) (5-1)
2015: (30-21) (20-11) (10-6) (5-1)
2014: (25-21) (20-16) (15 -11) (10-6) (5-1)

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