Meine Alben 2018, pt.1: 30-26

Warum sollte es dieses Jahr anders sein? Leute, die es übertreiben und ihren Musikgeschmack viel zu wichtig nehmen, machen nun mal kurz vor Silvester Listen mit ihren Lieblingsalben aus den vergangenen 12 Monaten, die sie anderen unschuldigen Menschen dann aufs Auge drücken.
Hey, wenn das mal nicht genau meine Person beschreibt!

Auch dieses Jahr habe ich ergo nicht einfach nur eine Top Ten zusammen gestellt, nein! Es gibt wieder meine kompletten Top 30! In Fünferschritten! Mit Begründung! Also los! Countdown, Part 1!

30. Bad Sounds – „Get Better“

Was habe ich auf das Debüt der Bad Sounds gewartet! Nach all den tollen Singles, die sie vorgelegt hatten! Leider haben Ewan, Callum & Co die Messlatte damit so hoch gelegt, dass „Get Better“ sie nicht überspringen konnte. Für die Band aus Bath, UK, die ich so gerne mit Beck und Baggy-Ära-Blur vergleiche, reicht es trotzdem noch für Platz 30 in meiner Liste.

So sagte ich’s im August: „Erfüllt die Platte nun die Hoffnungen, die wir nach den Singles in sie gesetzt haben? Ich würde sagen: Zu 85% ja. Die frühen, bereits bekannten Nummern „Wages“ und „Avalanche“ bleiben zwar auch die besten Tracks auf dem Album, aber die anderen Titel sind nicht weit weg. Dass fast alle Songs ein ähnliches Tempo haben, kann man vielleicht ein bisschen gleichförmig finden. Man kann’s aber auch so sehen, dass die Platte dadurch in sich geschlossen stimmig bleibt. Auf alle Fälle ist dies ein starkes Debüt, groovy und gewitzt.“ 

29. Phantastic Ferniture – „Phantastic Ferniture“

Eine Platte, die ich auf dem Blog noch gar nicht erwähnt habe. Denn als das Debüt von Phantastic Ferniture im Juli erschien, habe ich sie völlig übersehen. Erst im Herbst stieß ich auf das Video zu „Dark Corner Dance Floor“ und war hingerissen. Phantastic Ferniture, das ist die gemeinsame Band von drei Australier(inne)n, die man eigentlich als Solisten kennt: Julia Jacklin, Elizabeth Hughes und Ryan K Brennan. Gemeinsam haben sie eine Indierock-Platte gemacht, die durch richtig gute Songs und die gewisse Leichtigkeit besticht, die so ein Nebenprojekt mit sich bringt. Die drei erlauben sich sowohl, einen pfiffigen Popsong „Fuckin ’n‘ Rollin’“ zu nennen, als auch, zur Mitte des Albums mit drei im unteren Midtempo schleppende Stampfern, die dafür fast psychedelischen Groove entwickeln, Gas rauszunehmen und durch Dichte zu ersetzen.

Und dann ist da eben das Video zu „Dark Corner Dance Floor“: Julia und Beth ziehen, offenbar nach erfolgreichem Vorglühen, durch die Straßen Sydneys auf dem Weg zur (oder von der?) Party und ich will sofort mitfeiern, so ansteckend kommt das rüber. Es ist mein Clip des Jahres, alleine für die Chipstüte.

28. Verge Collection – „Flaneur“

Das Debüt des Quartetts aus Perth war für mich, Zitat aus dem März:   „Eine Platte, die verdammt viel von dem, was ich an Indie mag, auf sich vereint: Schwurlig-wurlige Gitarren, flotte Garagen-Rhythmen – und die richtige Einstellung: Clever, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Daraus folgen konsequent: Refrains, die man mitsingen will. Weil sie Schmiss haben und Melodien, vor allem aber die Art gewitzt-melancholischer Aussagen, denen man sich anschließen will. ‚Flaneur‘ ist keine Platte, die irgendwas neu macht – aber es sind 33 Minuten bestmögliche kurzweilige Unterhaltung, wenn man Indiegitarren mag.“

27. Johnny Marr – „Call The Comets“

Okay, wir wissen: Johnny Marr liebt man als Charakterfigur und als Gitarristen. Als Sänger gibt es Bessere. Aber auch das ist okay. Im Juni schrieb ich dazu: 

„Es ist ein Handicap, das Johnny akzeptiert hat. Er hat was zu sagen und er will’s selber sagen. Er schreibt die Texte, sie sind gut, er will sie singen. Fair enough. […] Natürlich ist „Call The Comet“ mal wieder eine Meisterklasse in Sachen Gitarren. Der Kerl spielt wieder, dass einem nur der Kiefer runterklappen kann. […] Sein Songwriting ist mal überraschend, andere Male zeitlos klassisch, immer gekonnt. […]
Was Marrs Solowerk angeht, ist es zweifellos seine bisher stärkste LP.“

Weitere Pluspunkte sammelte Johnny auch mit seinem prima Konzert im Dezember im Technikum. Besonders freute mich da, dass er auch „Get The Message“ (von Electronic) aus seinem Backkatalog kramte. Dass man im Münchner Publikum dann auch noch unerwartet auf Charlatans-Gitarrist Mark Collins stoßen und ein Pläuschchen mit ihm halten konnte, das ist dann auch so etwas, an das ich mich als Highlight von 2018 erinnern werde… 

26. Interpol – „Marauder“

Mehr als mein Fazit von Ende August muss ich gar nicht sagen: 

„Ich bin von Interpols sechstem Album positiv überrascht und stellenweise regelrecht begeistert. Und das nicht als Fan, der eh alles bejubelt, was diese Typen machen, sondern als jemand, der nie Interpols größter Anhänger war und der zuletzt eigentlich gar nichts mehr von ihnen wissen wollte. Nun sage ich: „Marauder“ ist ihr bestes Album seit „Antics“, weil es die Reduziertheit ihrer frühen Alben aufgreift und das Ganze obendrein auch noch ordentlich aufraut. Schon stark, wenn eine Band 16 Jahre nach ihrem Debüt noch mal so hinlangen kann.“

Soweit Teil 1, Teil 2 folgt in Kürze…

    

Linksammlung: Meine früheren Jahrescharts.

2017: (30-26) (25-21) (20-16) (15-11) (10-6) (5-1)
2016: (30-26) (25-21) (20-16(15-11) (10-6) (5-1)
2015: (30-21) (20-11) (10-6) (5-1)
2014: (25-21) (20-16) (15 -11) (10-6) (5-1)

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