Meine Alben 2018, pt. 2: 25-21

Keine großen Erklärungen – so viel gibt’s ja nicht voraus zu schicken. Hier ist Teil 2 meines Countdowns: Was sind meine persönlichen Alben des Jahres 2018? Wir sind bei Position 25-21.

25. The Coral – „Move Through The Dawn“

Das Problemchen von The Coral ist dieses: „Man nimmt sie für selbstverständlich. Weil sie nun mal so lange schon dabei sind und weil sie so verläßlich gute Platten machen, dass eine weitere davon niemanden überrascht.“ Das sagte ich Ende August, als der inzwischen neunte Longplayer der Band aus Hoylake bei Liverpool erschien. Zahlreiche Leute haben sie vielleicht nur für ihren frühen Hit „Dreaming Of You“ auf dem Schirm, aber in einer besseren Welt hätten mehr Songs von James Skelley & Co einen solchen Bekanntheitsgrad – und einige davon kämen von der Neuen.

„Nach drei, vier Durchläufen hat sich jeder einzelne Song als beinahe beatlesker Ohrwurm entpuppt. Man weiss gar nicht, welches Lied man hervorheben soll. Die Akustikpop-Nummer ‚In The Eyes Of The Moon’ mit ihren Flöten und der Sopranstimme? Das rockige ‚Sweet Release‘? Das feine Folklied ‚After The Fair’?“ 

24. MGMT – „Little Dark Age“

Hätte ich auch nicht gedacht. Ich hatte MGMT immer als superreiche Schnösel abgetan, die ihre Hochnäsigkeit dummen Leuten als Experimentierfreude verkaufen. Superreiche Schnösel sind sie immer noch, aber in meinem Text zu dem Album aus dem Februar musste ich zähneknirschend zugeben: Die neue Platte, die Ansätze aus 80s-New Wave aufgreift und anschrägt, ist ein Hit: „Es ist griffig. Es ist packend – und dennoch nicht offensichtlich. Es ist haargenau das, was ich mag. Was ich mir von Pop / Indie wünsche. […] Auf „Little Dark Age“ haben MGMT einige Popmonster geschaffen, die über den Indie-Dancefloor herrschen, sich aber gleichzeitig durch abseitige Ideen, unerwartete Sounds, Witz und Cleverness auszeichnen.

23. The fin. – „There“

Ich finde es spannend, zu beobachten, wo The fin. aus Kobe sich hin entwickeln. Nämlich immer weiter weg vom konventionellen Song. Auf ihrem zweiten Album schmieden sie ihre Tracks, so behauptete ich jedenfalls zur VÖ im Juni, über „das Arrangement bzw die Schichtung ihrer Sounds. Ein Lied kann bei ihnen heute komplett aus den zwei gleichen, sich abwechselnden Akkorden bestehen. Trotzdem sind Strophe und Refrain erkennbar, denn die Japaner definieren diese über andere Dinge: Die Dichte der Klänge, die Gesangsmelodie, darüber, welche Instrumente ein- und aussetzen. Einen The fin. – Song zu verfolgen, das bleibt spannend, auch wenn sich im Unterbau des Songs nichts tut. Die gleichbleibenden Akkorde haben sogar einen interessanten Effekt:’Heat (It Covers Everything)’ scheint in der Luft zu stehen wie ein Zeppelin, während die Synth-, Bass- und Vocal-Lines und die Drumbeats daran vorbei ziehen wie das Wetter: reflektierender Sonnenschein, leichte Schleierwolken, dichte Regenwolken.“

22. Albert Hammond Jr. – „Francis Trouble“

Nächstes Jahr kommen sie tatsächlich zurück, die Strokes. Mehrere Festival-Headlineshows im Sommer als Teil ihres „globalen Comebacks“ sind bereits bestätigt. Da hätte ich nicht mit gerechnet. Denn ich habe mit Albert Hammond Jr. zu seinem letzten Album ein Interview geführt – und da klang es mir so, als sei er heute ihr Ex-Gitarrist. Als habe er sich mit dieser Platte endgültig von der Band emanzipiert, in der er offenbar regelmäßig runter geputzt wurde: „Deine Songs sind mies!“

Die Songs auf „Francis Trouble“ waren überhaupt nullnicht mies. Sie hatten Pep und Zack und Bazong. „Francis Trouble“ war weit besser als so manches späte Strokes-Album. Da bin ich ja mal echt gespannt, wie die Reunion verläuft und ob wir uns nicht lieber auf Alberts nächsten Alleingang freuen sollen.

21. Fascinator – „Water Sign“

Johnny Mackay war früher der Frontmann der australischen Rockband Children Collide. Inzwischen hat er sich als Lord Fascinator neu erfunden. Seine zweite Platte war eine meiner meistgespielten dieses Jahr, weil sie einfach immer irgendwie passte: Erstens behält sie einen geschmeidigen Grundgroove bei, der die Baggy/Madchester-Ära a la Happy Mondays oder „Screamadelica“ gewitzt updatet. Zweitens steckt Mackay voll spinnerter Ideen, mit denen er das Ganze Richtung Psychedelia lenkt.   

„Ein immer abwechslungsreiches und lässig pulsierendes Album, das ein smartes Gleichgewicht zwischen Artyness und Ironie findet“, so formulierte ich das im Juni. „‚Water Sign‘ ist ein gewieftes Werk, fabriziert von einer facettenreichen Charakterfigur. Dass es sich dazu auch supersmoof tanzen lässt, kommt obendrauf.“ 

… Fortsetzung folgt!

   

Linksammlung: Meine früheren Jahrescharts.

2017: (30-26) (25-21) (20-16) (15-11) (10-6) (5-1)
2016: (30-26) (25-21) (20-16(15-11) (10-6) (5-1)
2015: (30-21) (20-11) (10-6) (5-1)
2014: (25-21) (20-16) (15 -11) (10-6) (5-1)

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