I’ll Show You MIEN

Oha. Was ist denn heute los? Schon der vierte Clip, der geteilt werden muss, denn die US-britisch-kanadische Band MIEN ist ne echte Supergroup der Psychedelia.

MIEN bestehen aus Alex Maas (Black Angels), Rishi Dhir (von den tollen Elephant Stone), Tom Furse (The Horrors) und John-Mark Lapham (The Earlies). Alles richtig gute Bands. Zu viert kombinieren die Herren einen Sound aus Krautrock, Psychedelia und Electronica. Ich bin gespannt und hoffe, dass wir auf dem Album „MIEN“, das am 6.4. kommt, auch eine Menge von Rishi Dhirs Sitarspiel zu hören kriegen.

You’ve got a Sløt to answer for

Als vor eineinhalb Jahren etwa NME und Co einen Hype um die Norweger Sløtface lostraten, da fand ich das zuerst schon übertrieben. Das im letzten September erschienene Album „Try Not To Freak Out“ ließ sich dann aber doch echt gut anhören. Erst recht überzeugt haben mich die Kids aus Stavanger dann live. Sängerin Haley Shea sollte ein viel größerer Star sein. Sie vermittelt ein starkes Rolemodel: Emanzipiert, clever, selbstbewusst, aber feminin. Dazu fetzige Songs, von coolen Kids fetzig und lässig gespielt – so soll Indie sein: Schlau, knackig, mitreissend, informiert.

Im Zentrum von Sløtfaces Aussage steht ihre aufgeweckte, pro-feministische Message. Die erleben wir auch im Video zum Song „Nancy Drew“. Übrigens: Wer Sløtface demnächst live sehen will, kann das auf der April-Tour der Wombats tun – da sind sie nämlich als support mit unterwegs.

Cloud Make Lala*

Neues von Cloud Control! Naja, nichts komplett Neues. „Panopticon“ kennen wir seit September, als „Zone“ erschien, das einmal mehr wunderbar gelungene dritte Album dieser immer feinen Band aus den Blue Mountains bei Sydney. Neu ist, dass es jetzt ein Video zum Song gibt.

*Sorry, meine Wortspiele in den Überschriften werden nicht besser. Wer peilt, was hier der (an den Haaren herbei gezogene) Witz ist, kriegt 100 Punkte. Oder meinetwegen nen Drink.

Screenadelica

Nach ihrer prima letztjährigen Single „Voices“ habe ich Sunscreen aus Sydney neulich gleich mal in die Liste meiner Top-Tipps für 2018 aufgenommen. Nun gibt’s ein zweites Video der Band um Sängerin Sarah Sykes. „Tide“ stammt von der 5-Track-EP „Just A Drop“ und zeigt nach dem Indiesurfpop von „Voices“ eine andere Seite der Australier. Dies ist romantischer Janglepop, bei dem ich mir auch einbilde, ein gewisses Shoegaze-Feeling wahrzunehmen. Was sonderbar ist, weil gar keine richtigen Shoegaze-Gitarren zu hören sind. Macht aber ja nix. Hauptsache gute Musik!

One Tuareg Three Four

Ich bin kein Kenner von World Music. Es ist ja nicht so, dass ich was gegen den Sound habe, aber so als Middle Class-Indie-Nerd habe ich normal natürlich wenig Berührungspunkte. Die algerische Band Imarhan aber ist einer. Die verbinden ihre Tuareg-Songs mit E-Gitarren und Percussion und ich finde, dass sich das ziemlich spannend ergänzt. Arabische Tonleitern sind schließlich nicht zufällig ein typisches Stilmittel im Psychedelic Rock. Auch Serge von Kasabian arbeitet gerne damit.

Jedenfalls: Imarhans kommendes Album „Temet“ erscheint am 23.02. Für manche Hörer mag das gewöhnungsbedürftig sein, aber die neue Single „Ehad Wa Dagh“ kann man richtig groovy finden.

Hold on Tide To Your Dreams

Wir warten auf den 16.02., denn dann erscheint „Southern Mind“, das zweite Album der Melbourner Lowtide. Dieser Platte haben die Nugazer nun eine zweite Single voraus geschickt: „Elizabeth Tower“.

Ich kann zu dem Song nur sagen, was ich immer zu Lowtide sage: Klar, der Einfluss von Slowdive ist nicht weg zu diskutieren. Wer der Band deswegen Punkte in Sachen Originalität abzieht, hat wohl Recht. Ich mag die aber trotzdem, weil ich für den Sound von Slowdive so anfällig bin. Lowtide mögen Nachahmer sein, aber sie sind gute Nachahmer.

We’re gonna be Franz

Schon klar, meine Seite wird nicht die einzige sein, auf der heute das neue Franz Ferdinand-Video geteilt wird. Aber hey, Alex Kapranos als irrer Geisterheiler, das ist doch eine prima Exposition für einen guten Clip.
Was lernen wir noch aus „Feel The Love Go“? Dass es für die Franzen auch ohne Gitarrist Nick McCarthy nicht nur weiter geht, sondern dass es sogar immer noch Spaß macht, was Neues von ihnen zu hören. Auch über 14 Jahre nach „Darts Of Pleasure“. Das kommende neue Album „Always Ascending“, eingespielt mit zwei jungen neuen Mitgliedern und dem Producer Philippe Zdar (Cassius), nimmt vielversprechende Form an. Zwar ist „unsere neue Platte ist elektronischer und tanzbarer“ ein Satz, der 1990 schon abgelutscht war, aber erstens: Letztlich steht und fällt eh immer alles mit den Songs. Zweitens: Den Grat zwischen sich-treu-Bleiben und sich-immer-auch-weiter-Entwickeln, den wandeln FF hier doch recht trittsicher.

Hinds catch up

Die Hinds, das sollten wir inzwischen kapiert haben, sind nicht für Jungs gedacht. Ich meine – ich guck‘ mir das neue Video an und mein vermutlich typisch männlicher erster Gedankengang ist: Was ist das da für ein blaues Trikot mit dem Aufdruck „Bauunternehmung Rolf Schweikert“? Ein paar Szenen später kann man’s lesen: SV Schwetzingen, aha. Und ich google und lese, dass dies ein Club aus der Verbandsliga Baden ist. Und die Frage „Wie kommt ein Trikot aus der Verbandsliga Baden ins Video der hipsten iberischen Girl-Dolewave-Clique?“ wird mir fast wichtiger als das Lied und was die Hinds uns darin erzählen.

Jedenfalls: Die Ladies haben Spaß. Und angekündigt, dass ihr zweites Album „I Don’t Run“ heißen wird.

Slight Return: Übers Debütalbum der Hinds im Januar 2016 schrieb ich DIES.

Don’t Be Buggin Me

Immer noch erst Anfang 20, aber schon singt er über sein Ableben? Der Text von „in The Event Of My Demise“ – der neuen Single seines aktuellen Albums „Hearts That Strain“ – ist auch ein bisschen ironisch, erklärt Jake Bugg, Es geht um die Typen, die hervor gekrochen kommen, wenn jemand im Sterben liegt oder gestorben ist und sich selbst aufspielen, um etwas vom Erbe oder vom Ruhm ab zu bekommen. Deswegen Textzeilen wie „If you hear my name, be a friend and please refrain from saying we were friends.“

… und wenn ihr denkt: „Davon habe ich hier auf diesem Blog doch schon gelesen“ – dann war das hier: Ich hatte Jake Bugg im Interview, als die Platte erschien.