Meine Alben 2017, Pt.1 (30-26)

Das Jahr geht zu Ende, auf dem Musikmarkt erscheint nichts Neues. Damit hier auf dem Blog trotzdem was passiert, ergreife ich wieder die Gelegenheit zur Rückschau. Wir sind wieder an dem Punkt, an dem ich meine persönlichen Lieblingsplatten der Saison zur Top 30 zusammen stelle und so tue, als müsste diese komplett subjektive Liste jemanden interessieren. Klar ist aber auch: Nur einfach ne Liste tut’s nicht für mein unersättliches Ego. Ich kommentiere die Alben noch mal kurz und teile das Ganze als Countdown in sechs Teile auf. Okay, los geht’s nach dem Break!

30. Superfood – Bambino

Auf ihrem Debütalbum erinnerten Superfood aus Birmingham noch an die Baggy-Ära: Happy Mondays, the Charlatans, frühe Blur. Nicht so auf ihrer zweiten. „Die Gitarren sind weitgehend aus dem Klangbild verschwunden. Nicht komplett, aber Betonung liegt nur noch selten auf ihnen. Und das Ganze ist tanzbarer. Es sind aber nicht unbedingt Tech- und Disco-Klänge, sondern Dub-Elemente und HipHop-Beats, die in Superfoods Welt finden“ schrieb ich auf dem Blog im September. „Das Ergebnis ist eine pulsierende und mit sich selbst mitwippende Dancepop-Platte – die Sorte Dancepop. für die Indiegitarrenkids offen sind.“

29. Soulwax – At Deewee

Ich war ganz schön begeistert, als ich Ende März über das langerwartete Comeback von Soulwax als Band jubelte. 8,8 Punkte gab ich. Ja, ich bin hier gerne mal großzügig, wenn mich der Enthusiasmus packt. Zitat: „Die Synths geben echt Druck. Ob sie bassig knorzen, klackernd keckern, mittig pushen, Pew-Pew-Laserkanonen abschießen, rumpelnd bollern, titschen, gluckern, dengeln oder wie Feedback im Ohr kratzen… die analog-synthetische Klangpalette ist so breit, wie sie strahlend und schnittig ist. Die Arrangements der Songs orientieren sich auch mehr an Rock als an, sagen wir, House.“
Ende des Jahres trotzdem nur Platz 29? Weil sich dann halt doch übers Jahr zeigte, dass ich die Platte gar nicht so oft anschaltete. Naja, die Lieder gehen ineinander über und man muss sich das Album eigentlich am Stück anhören. Wann hat man schon mal die Zeit dazu? „At Deewee“ ist super, aber 28 Platten mochte ich halt sogar noch lieber.

28. Rolling Blackouts Coastal Fever – French Press

Als die sechs aus Melbourne letztes Jahr mit ihrer ersten EP um die Ecke kamen, da war ich sofort verliebt: „Wir werden noch viel Freude miteinander haben!“ war meine Prognose nach „Talk Tight“. Und hey, habe ich mal Recht behalten? Inzwischen haben Rolling Blackouts C.F. bei Sub Pop unterschrieben, sind Kritikerlieblinge und verkaufen UK-Tourneen aus. Was machen die Aussies: Es ist, so umschrieb ich’s im März: „Holpriger, unpolierter Jangle-Indiepop, bei dem man auf die Texte horchen sollte. Denn in scheinbaren Alltagsbeobachtungen finden Dolewave-Texter die kleinen und großen Wahrheiten des Lebens.“

27. RAT BOY – SCUM

Ganz schon lange hat uns Jordan Cardy warten lassen auf sein Debütalbum. In den letzten Jahren hat der 21jährige aus Chelmsford schließlich schon einen ganzen Stapel Singles veröffentlicht. Am Anfang haben wir ihn alle ein bisschen als Jamie T.-Kopisten belächelt, aber inzwischen hat sich der vielseitige Jordan (er ist auch sein Labelgründer, Covergestalter und Videoregisseur) frei geschwommen. Im August sagte ich’s so: „Insgesamt ist dies eine Platte, die britischen Witz hat, die strubbelig und rebellisch ist, die von einem aufgeweckten Kerl gemacht wurde, der einen originellen und relevanten Kommentar aufs Großbritannien 2017 gibt – und das aus einer wichtigen Perspektive, der der Working Class nämlich, die nicht mehr oft zu Wort kommt. Auch ist es eine Platte, die Tanzbarkeit, Indie-Gitarren und schnodderige Attitüde verbindet.“

26. Day Wave – The Days We Had

Jackson Philips hat nach zwei EPs mit seinem Debütalbum eine typische Janglepop-Genreplatte geliefert. Womit man vielleicht keinen Originalitätspreis gewinnt. Aber, wenn man’s so gut macht, mein Herz.
So beschrieb ich’s im Mai: „Gitarren, die sanft in Richtung Shoegazing schnurren. Schüchterne Synthies, die sich aber ab und zu mit geradezu euphorische Hooklines erlauben. Drummachines. Basslines, die bei Simon Gallup in die Schule gegangen sind. Texte, in denen es um den/die Liebste geht, den/die man wirklich sehr anhimmelt, weswegen man so happy ist, wenn’s gerade gut läuft und so unglücklich, wenn er/sie zickt.“
Übrigens: Wer Day Wave mag, möchte bitte auch die Alben von Hazel English und Fazerdaze auschecken.

 

 

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