Interview: Pond

Pond. Das irre Konglomerat aus der Perth-Psychedelia-Szene, der so viele Bands entspringen, bekanntlich nicht zuletzt Tame Impala. Bei jener Band war Pond-Frontmann Nick Allbrook lange Mitglied. Klar also, dass man die Gelegenheit, zum neuen Album mal mit dem Mann zu telefonieren, der auch das spannende Spinning Top Label mit leitet und der in den Videos immer so interessant schräg rüberkommt, mit Freude wahr nimmt.

Tja, so ruft der Kollege von der Promo-Agentur an und sagt: „So ich stelle dich jetzt zu Jay durch!“ Oha.  Nicht zu Nick. Klar, alle Pond-Mitglieder sind interessante Typen. Jay Watson zum Beispiel macht Soloplatten als GUM.  Aber ich war halt voll auf Nick vorbereitet. Ich hätte ein paar andere Fragen geschrieben, wenn ich mit Jay  gerechnet hätte. Aber gut. Auch so lernen wir hoffentlich was über Pond, Perth und die neue Platte „The Weather“, die heute erscheint.

Hallo! Wie geht’s, erst mal?

Ziemlich gut! Wir sind gerade in Paris, kamen gestern aus London. Hier sind wir jetzt zwei Tage, dann geht’s zurück nach Australien.

Ich lege mal gleich los, ja? Der erste Song auf dem Album ist „30.000 Megatonnes“ – ihr habt den Song auf youtube bereits geteilt und auch die Lyrics kann man dort mitlesen. Der Text bittet quasi darum, dass die Menschheit ausgelöscht werden möge.

Hahaha, ja, das stimmt wohl. Tja. Das sind Nicks Texte.

Kannst du diese Texte kommentieren, oder sind die Texte komplett Nicks Angelegenheit?

Tja, was möchtest du denn, das ich daran kommentiere?

Naja, ist doch interessant, oder? Ich finde einfach, das ist ein interessantes Thema. Ich selbst finde mich manchmal in Situationen wieder, in denen ich sage: Das KANN doch nicht gut gehen! Ganz banale Situationen manchmal. Neulich zum Beispiel saß ich morgens bei jemand im Auto im Stau auf der Autobahn und eingeschlossen in dieser Lawine aus Gift in die Luft pumpendem Blech dachte ich mir nur: „Wie zur Hölle können wir nur auf die Idee kommen, dass wir das aufrecht erhalten können?“

Ja, genau so ist es. Ja, aus dem Song spricht Frustration darüber, wie sinnlos das alles ist, schätze ich. Oder eher darüber, wie wenig wir alle versuchen, an der Situation was zu ändern. Da gibt es eine Menge Dinge, die zur Zeit die Welt zerstören. Politische Entwicklungen, ökologische Entwicklungen.

Es sind ja jetzt Leute an der Macht, die eure Wünsche nach der Auslöschung der Menschheit in der Tat Richtung Realität führen.

Ja, da hast du recht! Aber letztlich musst du über die Texte in der Tat am besten mit Nick sprechen.

Tja, das ist schade, weil ich mir gleich mehrere Fragen zu den Texten aufgeschrieben habe. Aber dann werde ich versuchen, mehr zur Musik zu schwenken. Aber ich hoffe, du kannst immer noch ein paar Dinge kommentieren.

Ich werd’ mein bestes tun.

Der zweite Song „Sweep Me Off My Feet“ gibt ja auch extrem viel her. Es geht um die Stereotypen der Männlichkeit. Ganz schön große Themen, die die Platte angreift.

Auf jeden Fall. Naja, der Text ist natürlich sehr persönlich für Nick, für seine Gefühle der Unzulänglichkeit.

Meinst du, es ist Unzulänglichkeit? Ich finde den Text sehr trotzig. Für mich ist Nick ein extrem interessanter Künstler, der darüber stehen müsste, sich unzulänglich zu fühlen. 

Da hast du wohl Recht.

Aber es ist schon interessant, wie wir irgendwie gefangen sind in der gesellschaftlichen Definition von Männlichkeit.

Ja, da hast du Recht. Man wird immer noch nach sehr äußerlichen Dingen betrachtet – und das kann einen schon verunsichern, wenn man nicht so aussieht, wie es konventionell wäre.

Dann zur Musik. Wenn ich jetzt sage „die neue Platte lässt sich leichter anhören als die früheren“, will ich nicht sagen, die seien unanhörbar gewesen. Aber ich glaube du weisst, was ich meine. Die anderen Pond-Platten waren ruppiger, sie hatten mehr Missklänge. Sagen wir’s so: Ich lasse oft Musik nebenbei laufen, während ich arbeite. Frühere Pond-Sachen waren dafür nicht geeignet. Es ist Musik, die einen fordert. 

Jaja, ich verstehe.

Diesmal seid ihr dahingehend ein bisschen zurück gerudert.

Das ist wohl so. Wobei ich glaube, als Hintergrundmusik wäre die Platte immer noch sehr ablenkend. Aber keine Frage, es klingt ein bisschen netter. Die Produktion ist klarer. Und wir haben uns mehr darum gekümmert, die Dinge zu editieren, ein bisschen Fett weg zu schneiden. Das Album ist jetzt nur 39 Minuten lang – das ist nicht sehr lange. Mir kommt es auch länger vor, wenn ich die Platte anhöre. Ich glaube, wir haben eine Menge Musik in diese 39 Minuten gepackt. Wir haben diesmal keine Momente auf der Platte, wo man zwei Minuten Feedback hört. Sowas haben wir raus gekürzt.

Ich erwähnte ja, dass ihr textlich große Themen angreift. War der Gedanke vielleicht der: „Wir haben hier etwas auszusagen und das sollen die Leute auch hören – deswegen wollen wir nicht mit zu störrischer Musik die Leute ablenken?“

Hmm, das weiss ich nicht. Ich habe einfach Nick ein paar meiner Instrumental-Ideen geschickt, und er machte dann all die Texte dazu. So viele Gedanken, wie du sie uns zuschreibst, haben wir uns glaube ich gar nicht gemacht, haha. Es war mehr so: Nick, Joe und ich haben alle Musik eingereicht, und dann wählten wir das aus, was wir am spannendsten fanden, von den Melodien her oder den Harmonien her – und dann schrieb Nick halt seine Texte oben drüber.

Aber auch nicht uninteressant, zu sehen, dass eure Band so arbeitet. Dass die Klänge und die Musik das eine sind und die Texte das andere. Dass da nicht wirklich viel Verzahnung stattfindet. 

Naja, das kommt natürlich aufs Album an, eher noch aufs jeweilige Lied. Manche Songs kommen auch alleine von einer Person. Es gibt frühere Alben von uns, die waren wie drei kleine Soloalben, die man zusammen gefasst hatte. Diesmal war’s mehr so, wie du es beschrieben hast. Die meiste Musik kam von Joe und mir und dafür kamen Texte und Melodien von Nick.

Ich las, diese Platte gehe im speziellen über Perth. Was kannst du uns denn über Perth erzählen?

Tja – was möchtest du denn wissen?

Sagen wir: Wenn es mich mal nach Perth verschlagen würde, was sollte ich auf jeden Fall sehen und um was sollte ich einen Umweg machen?

Tja, also Perth hat etwa 1,5 Millionen Einwohner. Es ist die isolierteste Großstadt der Welt – wo lebst du?

In München.

Es sind ca. 18 oder 20 Stunden Flug von München. Das beste an Perth ist, würde ich sagen, der Strand. Wir haben echt ein paar der schönsten Strände der Welt. Tja, und sonst, weiss nicht…

Perth ist natürlich Heimat dieser großen Szene, die all Bands wie euch und all die Namen aus eurem Umfeld hervor gebracht hat. 

Diese Szene ist aber gar nicht so groß. Klar, dafür, wie klein und isoliert die Stadt ist, gab es hier immer sehr viel Musik. Aber es ist die immer gleiche Gruppe von Musikern, die in den Bands mitspielt. Klar, es sieht so aus, als müsste es eine riesige Szene sein, weil man so viele Bandnamen hört. Aber tatsächlich bestehen die aus immer den selben Leuten.

Quasi: Pro Einzelmusiker gibt es mindestens eine Band, bei der er der Frontmann ist.

So in etwa. Wir touren jetzt mit Methy Ethyl, kennst du die?

Ja, das sind die, die jetzt bei 4AD unterschreiben haben, richtig?

Genau. Also der Typ, der jetzt bei Methyl Ethyl Gitarre spielt, ist auch Mitglied in der Band von unserem Drummer.

Alles ein Klüngel!

Genau, ja! Sehr inzestuös.

In all den Bands, in denen du spielst, hat du jetzt so einige Welttourneen hinter dir. Hat dir das eine andere Perspektive auf Perth gegeben?

Ja, definitiv. Total. Also, ich bin eh erst vom Land nach Perth gezogen, um zu studieren. Am Anfang kam mir alles riesig vor. Seit zehn Jahren toure ich regelmäßig um die Welt und ich lebte ein paar Jahre in Melbourne, und jetzt bin ich wieder in Perth. Tja, es gibt jetzt ein paar Dinge an Perth, die ich früher liebte und jetzt hasse, dafür gibt es ein paar Dinge, die ich früher hasste und die mich jetzt nicht mehr stören.

Zum Beispiel?

Ach, einfach nur, dass alles teuer ist. Und dass die Stadt voller Deppen ist. Was mich wirklich nervt ist das Alkoholverbot unter freiem Himmel. Man kann aus dem Pub mit seinem Bier in der Hand keinen Schritt vor die Tür machen, ohne dass man sofort einen Anpfiff bekommt. In Melbourne gibt’s das auch, aber man ist längst nicht so streng. Aber ich will jetzt nicht zu viel dazu sagen. Denn es gibt nichts schlimmeres als die Leute, die woanders gelebt haben und dann zum Beispiel aus Berlin zurück kommen und alle nerven mit ihrem „In Berlin läuft das aber anders…“

Du kamst vom Land nach Perth – wo genau kamst du her?

Ach, aus einem Örtchen namens Northam, etwa 100 km nordöstlich von Perth.

Ist das schon im Outback?

Nicht ganz. Es ist im Buschland. Erst kommt die Küste, dann das Buschland, und dann die Wüste.

Wie war es denn, dort aufzuwachsen?

Och, schon gut. Es war cool, als ich klein war, Aber in der Highschool hat es mir dann nicht mehr viel Spaß gemacht. Aber in der Grundschule war’s super. ich hatte ein BMX-Rad und die ganze Straße für mich, und man konnte in den Busch fahren und dort herum radeln. das war cool.

Zurück zu Perth, weil ich las, dass es auf der Platte um die Geschichte von Perth geht und um die Geschichte des weissen Australiens. Die meisten Australier sind heute ja Nachkommen von Immigranten und, wenn man so will, sogar von Invasoren. Jedes Jahr gibt es die großen Diskussionen, ob man den Australia Day wirklich am 26. Januar feiern soll. Der Tag erinnert an die Ankunft der ersten Siedler in Australien, richtig?

Das stimmt, ja.

Ist das etwas, worüber ihr in der Band diskutiert? Was ist deine Meinung zum Australia Day?

Also, mein Freund Jag hat es neulich sehr gut gesagt – Kennst du Jagwar Ma? Also, er sagte: Wenn du auf einer Party bist und alle haben Spaß, doch einer fühlt sich unwohl – dann würde man sich doch darum kümmern, dass auch er sich gut fühlt, oder? Auch wenn die anderen bereits ihren Spaß haben, will man doch, dass alle happy sind. Also sollte man die Sache doch einfach ändern. Denn wenn man die Situation korrigiert, dann sollte es doch denen,  die jetzt am 26. feiern, eigentlich nicht viel ausmachen. Die können doch an einem anderen Tag genauso feiern. Aber denjenigen, die sich bis jetzt schlecht fühlten, ist man entgegen gekommen. Die Ureinwohner sind mit diesem Tag sehr unglücklich, was ist so schwer daran, das zu respektieren?

Das klingt sehr vernünftig. Das einzige Argument, das mir für den 26. Januar einfällt, ist dass es so wenigstens jährlich diese Diskussion gibt und Australien sich ein mal im Jahr auch dieser Geschichte stellen muss.

Ja.. ich weiss nicht. Ich glaube, man wird es in absehbarer Zeit ändern. Es wurde vorgeschlagen, dass wir auf den 8. Mai gehen sollten. Denn May Eight klingt wie „Mate“!

Mensch, das wäre witzig! Das wäre echt souverän. 

Es hätte eine gesunde Selbstironie. Eine nationale Selbstironie. Das wäre gut. Zumal der 26. Januar auch immer mehr mit einem bestimmten Typen verbunden wird: Dem australischen Säufer.

Ah, kenne ich. Hier in München gibt’s ja das Oktoberfest und die Australier sind berühmt-berüchtigt dafür, ganz extrem über die Stränge zu schlagen.  

Oh, das glaube ich sofort. Da sind wir gut drin.

Nick war ja auch lange Mitglied in Tame Impala. Ich weiss grade gar nicht, du auch?

Ja, ich bin noch Mitglied. Nick ist seit so vier, fünf Jahren nicht mehr dabei.

Meine Frage: Bei Tame Impala erlebt ihr mit, wie es ist, wenn man „berühmt“ ist, was ja seine Vor- und Nachteile hat. Wenn ihr das so seht, sagt ihr euch: „Das wünschen wir uns für Pond auch“ oder sagt ihr eher „Nee, lass mal gut sein. Lieber sind wir ne Kultband.“

Naja… es geht uns mehr darum, dass wir verschiedene Dinge nicht machen wollen, an denen man nicht vorbei kommt, wenn man „big“ werden will. Also, wir haben schon irre, riesige Shows mit Tame Impala gespielt, und uns ist klar, wie besonders das ist. Aber es ist auch so, dass man’s nicht selbst im Griff hat. Man kann nur die Musik machen, die man machen will und man kann nur so viele Promo-Termine wahrnehmen, wie es einem möglich ist – aber alles, was dann passiert, liegt nicht in den eigenen Händen. Also, wir haben mit Pond ein paar Entscheidungen getroffen, die uns kommerziell nicht geholfen haben. Wir haben Angebote für Werbespots abgelehnt und die eine oder andere Show nicht zugesagt. Aber natürlich wollen wir trotzdem, dass die Band so groß wird, wie es ihr möglich ist. Cool wäre zum Beispiel, wenn wir mit Pond genug Geld verdienen könnten, um davon zu leben. Aber dafür werden wir nichts an uns und an unserem Sound verändern. Wir werden nicht anfangen, Musik so zu machen, dass sie mehr im Radio gespielt wird, damit wir größere Festivals spielen können. Wir machen einfach nur, was sich natürlich für uns anfühlt und wir werden so weiter machen, bis uns die Sache nicht mehr inspiriert.

Bist du auch beim Label Spinning Top involviert?

Ja, da veröffentliche ich meine Soloplatten.

Ich fragte mich: Wie regelt ihr das? Ihr seid immer auf Tour – wie organisiert man ein Label, während man gleichzeitig immer auf Achse ist?

Naja, ich leite das Label ja nicht. Das macht unser Manager. Aber man findet immer die Zeit dafür. Im März haben wir zum Beispiel einen Monat frei. In der Zeit will ich eine neue Soloplatte machen, die ich dann hoffentlich Ende des Jahres rausbringen kann.

Sieh an – hast du das Material für das Album schon geschrieben? Oder sagst du: „Wenn ich einen Monat Zeit habe, steht am Ende schon ein Album.“

Ja, ich habe einen Monat Zeit – und ich kenne das Wort „Qualitätskontrolle“ nicht. Also wird’s leicht, haha. Nein, im Ernst. So fünf, sechs Songs habe ich bis jetzt.

Was ich an Spinning Top mag – man hat das Gefühl, dass die Alben auf dem Label sich nicht so sehr hinterfragen. Ich will sagen, man spürt hier einen Level an Spontanität. Manche Bands denken zu viel und hinterfragen jeden Ton, und das scheint hier nicht der Fall zu sein. 

Ja, ich glaube, das kommt hin. Ich denke, wir haben die Erfahrung gemacht, dass immer das am besten ist, was einem schnell von der Hand ging. Wenn man an einem Lied ewig herum doktert, dann wird es nicht besser, sondern eher irgendwann … braun. Ich sehe Alben auch nicht als große Werke, ich mache kein „Opus Magnus“, keine Statements über das Leben. Ich mache eher Schnappschüsse, die von meinem letzten Jahr erzählen. Wenn dann ein paar Songs auf dem Album anderen Leuten etwas bedeuten, kann man nicht mehr wollen.

Was ja das Gegenteil von der Arbeitsweise von Kevin Parker ist. Der schließt sich bekanntlich monatelang im Studio ein und dreht jeden Tame Impala-Ton zwei Mal um. Kevin produzierte aber auch das Pond-Album. Ist er da auch so gründlich, oder sieht er’s da locker und macht quasi Urlaub von seiner eigenen Arbeitsweise?

Ääähm – ja, ich glaube, er hält sich an den kleinen Details tatsächlich nicht so auf. Haha, das klang jetzt, als würde ich mir wünschen, dass er sich mehr Mühe gibt. Was ich sagen will, ist: Er hat schon verstanden, dass es bei Pond mehr um die Atmosphäre geht als um technische Kleinigkeiten.

Welche Atmosphäre habt ihr denn angestrebt bei dieser Platte?

Ähm – ich denke, wir wollten, dass das Album kompositorisch einen gewissen Anspruch erfüllt. „Sweep Me Off My Feet“ zum Beispiel ist einerseits ein schlichter Popsong, die Musik verändert sich wenig den ganzen Song durch. Aber innerhalb dieses Rahmens gibt’s Komplexitäten. Coole Harmonien und sowas.

Ich wollte gerade sagen – ich finde, ein typischer Popsong ist das nicht. Die Akkordfolgen sind doch sehr unorthodox.

Ja, das war das, was wir machen wollten. Selbst wenn etwas simpel aussieht, sollte etwas drin sein, das irgendwie untypisch war. Ein Twist. Mit den Lyrics ist das genauso, denke ich. Sie sollten schon schön klingen, so dass es phonetisch gut ins Ohr geht. Aber wenn man tatsächlich drauf achtet, sollten sie was aussagen, das man nur mitkriegt, wenn man echt drauf achtet, beim zehnten Hören vielleicht.

Ich habe was gesehen auf der Bandwebsite. Ihr veröffentlicht eine spezielle Version dieses Albums, bei der ein Geschirrtuch beiliegt. Wessen Idee war das?

Ich weiss gar nicht, vom Label? Vom Manager? Meine wars nicht, aber ich würde eins wollen.

Ich finde das ganz lustig. Es ist ja so: Diese Fanpakete, die es bei vielen Alben jetzt gibt, sind mir ein bisschen ein Dorn im Auge. Ich sage immer: „Die sind nicht für die größten Fans, sondern für die reichsten Fans.“ Aber ein Geschirrtuch – das hat was Selbstironisches. 

Naja, jetzt gibt es Spotify. Wir sind auch happy, wenn man unser Album einfach streamt. Aber hey, wenn du etwas mehr Geld hast und ein Geschirrtuch willst, dann geht das jetzt.

Ein Geschirrtuch ist jetzt ja auch kein Luxusgegenstand. Eure Special Edition ist ja jetzt keine dieser Sondereditionen, die ein paar hundert Dollar kosten, bei denen man das Gefühl hat: „Okay, das richtet sich jetzt wirklich nur an die, die sich eh alles leisten können.“

Da hast du schon Recht.

Zu Brauern werdet ihr auch!

Das stimmt!

Aus Anlass des neuen Albums braut ihr ein Bier – und ihr habt euch für eine Berliner Weisse entschieden. Warum ausgerechnet Berliner Weisse?

Das war auch nicht ich, das war Jamie, er ist unser Bier-Fanatiker. Er mag Weizenbier und er mag auch säuerliche Biere. Wir haben einen Baum hinter unserem Studio, einen Maulbeerbaum. Im Schatten dieses Maulbeerbaums sitzen wir gerne, deswegen der Name des Bieres: „Mulberia“.

Ihr erweitert euer Spektrum! Was kommt als nächstes, nach Geschirrtüchern und Bier?

Aaah – ich weiss nicht. Oh, Man sagt mir gerade, dass wir so langsam zum Ende kommen müssen. Drei Minuten haben wir noch.

Ja, dann komme ich zum Abschluss doch zur Frage nach der Anekdote. Ich frage immer gerne: Was war die schrägste Show, die ihr je gespielt habt?

Hmmm – mit Tame Impala haben wir mal in einem Café gespielt. Das war sogar in Deutschland, in Hamburg. Hamburg ist doch die Stadt mit dem Beatles-Museum, richtig?

Ja, das ist Hamburg. In Hamburg begann die Karriere der Beatles.

Ja, da spielten wir. In dem Café vom Beatles-Museum. Um uns rum tranken die Leute Kaffee, und wir hatten voll unsere Verstärker aufgebaut. Wir waren richtig laut. Tja, war das wirklich das verrückteste Konzert? Naja, es ist das, das mir spontan eingefallen ist.

Jetzt haben wir sogar noch zwei Minuten. Haben wir noch irgendwas vergessen, zu neuen Platte?

Oooch… zum Cover kann ich noch was sagen. Das ist ein Bild von Perth aus den 80ern.

Herrscht auch Ähnlichkeit zum heutigen Perth?

Naja, man kann schon erkennen, dass es die Hauptstraße ist, Die großen Kaufhäuser erkennt man. Aber ich mag die Farben sehr. Perth ist eine sehr farbenfrohe Stadt. Der Himmel ist knallblau und das kommt auf dem Foto echt so richtig zur Geltung.

Wenn du an die Aufnahmen jetzt zurück denkst, was ist deine erste Assoziation?

Es war Sommer, ganz schön heiss. Ich habe meistens nur Shorts und kein Shirt getragen bei den Aufnahmen.

Lockert das auf, wenn man im Studio wenig Klamotten anhat?

Vielleicht ja. Aber das Studio liegt nah am Strand – und da sind wir jeden Tag mindestens einmal hin gegangen. Und das lockert wirklich auf.

Ihr seid quasi zwischen Strand und Studio gependelt.

Ja, schon. Aufzunehmen ist gut, wenn man ganz salzig ist.

Na, da habe ich doch noch einen Eindruck von eurem Arbeitsprozess.

Denke ich auch. Jetzt muss ich aber leider weiter.

Alles klar, vielen Dank!

Gerne, Danke Dir!

Dann alles Gute, Bye!

Dir auch, Bye!

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