Review: PLANET

PLANET – „Singles EP“

So. Das sollte schnell gehen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, heute mal nicht vom Hundersten ins Tausendste zu kommen. Und es ist ja nicht so, dass wir PLANET nicht schon länger auf dem Schirm hätten. Seit Spätsommer 2015 kommt die Band so ca alle 4 bis 5 Monate mit einer neuen Single um die Ecke, es haben sich inzwischen 5 Titel angesammelt. Diese haben die Australier nun gemeinsam mit dem neuen Song „Aimless“ auf einer EP zusammen gefasst.

Dass diese Jungs Australier sind, war ja wohl klar. Wir wissen schließlich längst, dass der beste Britpop in den letzten Jahren konsequent von down under kommt. (Nein, ich zähle jetzt KEINE Namen auf, die Liste wird einfach zu lang.)  PLANET stammen aus Sydney und hier wiederum aus dem näheren Umfeld meiner geliebten DMA’s. Was sogar eine Untertreibung ist. Der Frontmann von PLANET trägt den Namen Matty Took – genau, er ist der Bruder von Johnny Took, dem Gitarristen und Sprecher (wenn auch einziger Nicht-Sänger) der DMA’s. Die wiederum klingen bekanntlich wie Oasis in ihren besten Zeiten – wenn  nicht sogar noch besser. PLANET schlagen, das überrascht jetzt wohl niemanden, in die gleiche Kerbe. Sie klingen den DMA’s verdammt ähnlich. So ähnlich, dass ihre Songs Album-Tracks oder B-Seiten der DMA’s sein könnten.

Ihre Debütsingle „Disaster Caster“ eröffnet die EP. Eine flotte, vorwärts gehende Nummer im „Lay Down“ (DMA’s) Style. Nun haben Letztere inzwischen ein größeres Budget, das hört man, wenn man die zwei Nummern vergleicht. Im direkten Vergleich hat „Lay Down“ auch den Refrain, der besser im Ohr bleibt. Aber hey, „Disaster Caster“ bleibt eine Spitzennummer.

An zweiter Stelle folgt der neue Song „Aimless“. Ein Lied, das man sich auf der zweiten Hälfte von „Hill’s End“ durchaus vorstellen kann – allerdings leidet auch dieser Track ein wenig unter seiner breiigen, demo-artigen Produktion. Ein Könner im Studio hätte das Profil des Songs besser ausarbeiten können.

Weiter geht’s mit „Northern Skyline“. Da gehen mir die Lyrics zu Herzen, denn es ist ein Liebeskummer-Lied. Es beschreibt eine Szene, die wohl viele Australier kennen (auch Rolling Blackouts Coastal Fever singen darüber, im Song „Heard You’re Moving“): Mattys Herzensdame geht nach Europa und lässt den Sänger in Australien zurück „I don’t think you seem to see, what I mean to you, like you mean to me“ klagt er und resigniert. Wie er so „Pack up your memories and fly away from me“ lamentiert, das bewegt. Für mich der emotionalste Song auf der EP.

„Can’t Connect“ kommt als nächstes und schlägt in etwa in die „Melbourne“(DMA’s)-Kerbe. Eine Midtempo-Nummer also, mit einer gewissen Grundmelancholie. Das Gleiche gilt auch für „Undermine“, ein Song, dessen Gitarrenintro ein echter Ohrwurm ist.

Den Abschluss bildet schließlich „Frosty“, die langsamste Nummer. Noch nicht gleich eine Ballade, aber schwermütig und mit Klavier als Lead-Instrument.

Sechs Songs, alle prima.

Am Ende stellen sich dennoch Fragen. Planet sind an den DMA’s in vielerlei Hinsicht verdammt nah dran. Gleichzeitig haben die DMA’s ein paar Weltgötter-Hits wie „Delete“, „Step Up The Morphine“, „Lay Down“, „Melbourne“, „Laced“ oder „Feels Like 37“ die trotz aller Klangverwandtschaft auf einem ganz anderen LEVEL stattfinden. Eine solche Nummer haben PLANET nicht im Köcher. Wenn so viele Parallelen bestehen, wo sind die Unterschiede? Warum sind die zwei Bands so verwandt, aber dennoch ist die eine der anderen erkennbar einen Schritt voraus?

Ist es die Produktion, die Planet ein bisschen schwammig, die DMA’s klar und präzise wirken lässt? Das alleine kann’s nicht sein, die ersten EPs haben DMA’s schließlich noch im Heimstudio zusammen gestöpselt und sie waren trotzdem aufs erste Hören umwerfend.

Sind’s die Ohrwürmer? Zumindest zum Teil. Zweifellos haben Planet gute Melodien, aber in die DMA’s-Endzone sind sie noch nicht gekommen.

Was aber ja nicht heißen muss, dass PLANET diesen letzten kleinen Schritt nicht machen können. Dass die Sydneysider ihre Singles nun zusammengefasst haben, das hat ja auch was von einem Abschluss. Als wäre eine Phase beendet und die nächste geht los. Also gut, PLANET! Wir erwarten jetzt ein „richtiges“ Album von euch. Eine Platte mit zehn komplett neuen Songs. Wir wissen, dass ihr’s drauf habt, drücken euch die Daumen und freuen uns schon.

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