Interview: FEWS

Wenn ihr das Heft, für das ich arbeite (piranha) ab und zu mitnehmt, dann wisst ihr auch: Wir haben dort einen Fragebogen unter dem Motto „Bloß nichts über Musik“. Diese Interviews sind oft die, die mir am meisten Spaß machen. Im Idealfall trifft man auf eine Band wie die FEWS und es ergibt sich ein Gespräch, bei dem sich alle wegschmeißen.

FEWS haben eine meiner Lieblingsplatten des letzten Jahres gemacht, also nutzte ich den Auftritt des Quartetts kürzlich im Münchener Orange House für dieses Interview. Also: Vorhang auf für Fred (USA, Gitarre/Gesang), David (Schweden, Gitarre/Gesang), Jay (UK, Bass) und Rasmus (Schweden, Drums).

Okay, eigentlich geht es hier um unseren Fragebogen. Er heißt „Bloß nichts über Musik“ – ein paar Musikfragen stelle ich vorher trotzdem, weil ich eure Band echt mag und mich ein paar Dinge interessieren. Eure Bandgeschichte ist ja recht ungewöhnlich – einer von Euch ist Amerikaner… 

Fred: Ja, das bin ich. Schuldig im Sinne der Anklage!

Stimmt, die USA sind gerade das Problemkind, nicht wahr? Du bist sicher ganz froh, zur Zeit nicht dort zu sein?

Fred: Voll!

Jay: Die USA legen sich gerade ziemlich mit Deutschland an, richtig? Also Trump jetzt.

Stimmt. Man liest jetzt Artikel, in denen steht, Angela Merkel sei jetzt die Anführerin der freien Welt. Was natürlich irgendwie sonderbar ist. Vor ein paar Jahren hätte man sich das nicht vorstellen können.

Fred: Ja, stimmt.

Stellt euch vor, in den Filmen der Zukunft sind die Deutschen die Guten! Der deutsche Akzent wird der coole Akzent sein!

Rasmus: Genau, ja! Es ist eh ein cooler Akzent ich mag ihn.

Jedenfalls, Fred, du bist nach Malmö, Schweden gezogen, weil du David online kennen gelernt hast und ihr die Band gründen wolltet.

Fred: Genau.

Das ist ja kein kleiner Schritt, mal eben nach Schweden ziehen. Ich meine, es hätte ja sein können, dass ihr persönlich dann gar nicht miteinander klar kommt. Du warst dir völlig sicher, dass das nicht passiert? 

Fred: Nein, denn wir kannten uns wirklich recht lange durch Myspace und haben uns echt eng angefreundet. Wir mochten die gleichen Bands, und ich mochte seine Musik auch sehr.

Und du hattest gleich vorgehabt zu bleiben? Oder war’s erst mal nur ein Besuch für ein paar Wochen?

Fred: Nee, erst mal war’s nur ein Blind Date, haha.

David: Aber wir kannten uns echt gut durch myspace.

Jay: Durch Grindr, haha!

Alle: Hahahaha!

Aber eigentlich kommst du aus Kalifornien.

Fred: Ja.

Da müssen die ersten Winter ja hart gewesen sein für dich.

Fred: Voll! Das war das erste Mal, das ich Schnee gesehen habe!

Und wie fandest du ihn, den Schnee?

Fred: Den Schnee? Ich hab ihn gehasst! (Alle lachen)

David: Das tu ich aber auch!

Und jetzt seid ihr alle nach London gezogen, korrekt?

David: Nicht wirklich. Wir pendeln gerade zwischen verschiedenen Leben und Wohnorten.

Jay: Ich lebe in London.

Das wäre meine Frage gewesen, ob man wirklich in Zeiten des Internet noch in London leben muss. Schließlich ist man doch heute überall vernetzt ist. Und London ist nun mal EXTREM teuer.

David: Richtig.

Rasmus: Der Junge hier lebt auf einem Boot. Was anderes kann man sich nicht leisten.

Jay: Echt, ich lebe so billig ich nur kann. Im Moment ist das auf einem Boot. Einem Lastkahn. Und diese Jungs, sie können sich nicht leisten, in London zu leben. Wenn man mich vom Boot kickt, dann weiss ich nicht, was ich tun werde.

Zieh dann doch zu den anderen nach Schweden!

Jay: Na aber garantiert nicht!

Fred: Hey, wer weiß?

David: Du wirst noch mal dazu gezwungen sein!

Jay: Da müsste ich schon eine dieser hübschen Schwedinnen kennenlernen. Nicht nur diese Typen hier! Das würde mich dann schon mehr reizen.

Du bist gar kein Schwede?

Jay: Nein, Engländer.

Ach so, ich dachte immer, ihr wäret drei Schweden und ein Amerikaner.

Fred: Waren wir auch, zum Anfang.

Rasmus: Als wir das Album fertig aufgenommen hatten, am gleichen Tag, am Flughafen, hat unser Bassist gesagt: Ich geh’ dann jetzt. Und wir meinten so: Tja, das ist dann wohl richtig so.

David: Aber wir haben dann ja Jay gefunden.

Mir ist aber aufgefallen, dass ihr drei euch auf Schwedisch unterhaltet – Du hast also Schwedisch gelernt, Fred?

Fred: Ja, ich bin voll vielsprachig unterwegs.

Rasmus: Du solltest mal sein Französisch hören!

Hast du auch schon was Schwedisches gelernt, Jay?

Jay: Sehr wenig, nur ein ganz kleines Bisschen.

Rasmus: Schimpfwörter.

Jay: Ja, sonderbare Wörter, die man nicht oft verwenden kann.

David: Er sollte sich beeilen, weil es für uns so praktisch ist, auf schwedisch hinter ihrem Rücken über andere Leute zu reden! Das tun Engländer natürlich auch, aber die versteht jeder.

Ich kenn das ja – wenn man mit Deutschen und Engländern gemeinsam unterwegs ist, ist es irgendwie komisch, mit seinen deutschen Freunden nicht deutsch zu reden. Man macht’s oft genug doch und es fühlt sich für die anderen an, als hätte man Geheimnisse.

David: So ist es! Aber das ist das beste dran!

Jay: Ich lausche jedenfalls genau. Vor allem, wenn ich das Wort „Jay“ höre.

Okay, ich fange dann jetzt mal an mit dem Fragebogen, okay? Deswegen sind wir schließlich hier. Die erste Frage lautet: „Was ist dein Drink?“

David: Cider!

Rasmus: Rotwein!

David: Wodka ist aber auch mein Drink. Darf ich auch zwei Drinks haben? Geht das?

Aber klar. Ist ein freies Land!

David: Dann Wodka und Cider für mich, bitte.

Fred: Ich nehm’ Tequila und Cider.

Echt? Tequila ist ja gar nicht meins. Immer wenn ich in meinem Leben kotzen musste, war Tequila im Spiel.

Jay: Also, als ich das erste Mal Tequila trank, das war mit einer ex-Freundin. An dem Abend hat sie mich zum ersten Mal ihrem besten Freund vorgestellt. Das war so ein echt bulliger Typ. Wir hatten ein paar Shots Tequila und ich hab mich echt daneben benommen, ich musste sogar kotzen. Ich hatte auch einen Riesenstreit mit meiner Freundin und dieser Typ wurde echt sauer. Er meinte zu ihr „Fuck, was hast du dir da nur für ein Arschloch ausgesucht!“ Mein Drink ist also Tequila!
Ich hab dann aber ehrlich gesagt ewig keinen Tequila mehr getrunken. Aber jetzt mag ich ihn. Ich musste erst einmal durchdrehen auf Tequila, um ihn schätzen zu lernen.

Die nächste Frage passt zur ersten: Wie kuriert ihr den Kater?

Rasmus: Eiscreme!

David: Total, Eiscreme und Schlaf!

Jay: Ja voll! Solero Exotic! Eins an jeder Autobahnraststätte!

Fred: Es gibt auch noch diese polnische Sache – Essiggurken im Wodka. Angeblich kriegt man keinen Kater, wenn man das trinkt.

Jay: Das haben wir auf dem Boot mal gemacht. In vielen Bars in Polen und Russland kriegt man angeblich zum Alkohol ein Glas Flüssigkeit aus dem Gurkenglas, Vielleicht sollten wir das mal probieren.

Nein nein nein! Pfui Teufel! Ich weiss, warum das funktioniert: Weil es einen von vornherein vom Trinken abschreckt.

Rasmus: Probier’s halt mal!

Niemals! Nie nie nie!

Rasmus: Die Kombination ist fei gar nicht schlecht. Wodka und Essiggurke. Du wirst erstaunt sein.

Das werde ich nicht. Das kommt mir nicht ins Haus.
Okay, nächste Frage! Gibt es eine Speise, die ihr nicht ausstehen könnt?

Jay: Das ist jetzt wahrscheinlich ne langweilige Antwort, aber ich hasse Petersilie. Kann ich nicht ausstehen!

Rasmus: So gehts mir bei Koriander.

Fred: Was?!

David: Ich LIEBE Koriander!

Rasmus: Wisst ihr, dass sie eine Genvariation gefunden haben?

Ja, das wollte ich auch gerade sagen! Ein Teil der Menschheit schmeckt ein Element im Koriander, das andere nicht schmecken. Ich gehöre zu den Leuten, die Koriander lieben.

Jay: Ich auch.

David: Ich auch!

Fred: Ich auch.

Rasmus: Na dann fickt euch halt alle!

(alle lachen)

Okay, nächste Frage: Wofür gebt ihr das meiste Geld aus?

David: Keine Ahnung. Wir haben ja kein Geld, das wir ausgeben können.

Jay: Trinken, oder? Nicht, dass all unser Geld dafür drauf geht, aber es ist halt nicht billig.

Rasmus: Nicht, wenn wir auf Tour sind.

Jay: Das stimmt wohl.

Was war denn eure überflüssigste Anschaffung?

David: Ich hab mal 20 Pfund ausgegeben an einer dieser… wie heißen sie…

Rasmus: Greifarm-Spielautomaten.

David: Ich war völlig besessen davon, eine bestimmte Katze zu greifen.

Fred: Aber Jay, du hast was gewonnen dort, richtig?

Jay: Aber wohl – für 40 pence! Erster Versuch! Da griff ich gleich dieses rosa Huhn. Und David hat davor fast 20 Pfund ausgegeben!

Hast du ihm wenigstens dein Huhn geschenkt?

Jay: Nein! Aber es ist noch bei uns. Es ist auf Tour immer mit dabei. Es eignet sich super als Füllmaterial in meinem Guitar case.

Rasmus: Wie heisst es noch?

Jay: Tallulah!

Aber für sowas liebe ich diese Fragebögen. Wie sonst erfährt die Welt, dass diese Band immer ein Plüschhuhn namens Tallulah auf Tour dabei hat?

Rasmus: Genau!

Jay: Sie ist meine Freundin! Ich wünschte, es wär eine Schwedin!

Okay – Was war der Name eures ersten Haustiers? Und wenn es eine Geschichte zu dem Haustier gibt, erzählt sie gerne. 

David: Ich hatte nie ein Haustier.

Rasmus: Ich hatte eine Turtle (Schmuckschildkröte). Sie hieß nach einer Zeichentrickfigur. Gibt es Bamse in Deutschland? Ein schwedischer Cartoon. Jedenfalls, sie hieß Lille Skutt! Kleiner Hüpfer! Haha!

(alle lachen)

David: Wie kamt ihr denn DA drauf?

Rasmus: Naja, in dieser Zeichentrickserie gibt es drei Hauptfiguren: Ein Bär, ein Kaninchen und eine Schildkröte. Ich hatte zwei Geschwister und wir alle hatten eine Schildkröte. Die eine hieß Bamse, wie der Bär. Die andere hieß Skalman – Schalenmann, wie die Schildkröte aus der Serie eben. Und dann blieb noch Lille Skutt, wie das Kaninchen. Was für eine Schildkröte natürlich echt keinen Sinn macht.

Jay: Aber um auch was zu den Schildkröten beizutragen – ich hatte auch zwei. Zwei Tortoises (Landschildkröten) namens Nanny und Grandad. Die Dinger werden ja sehr alt. Aber Nanny starb irgendwann. Aber wenn diese zwei Tiere als Paar leben, dann bricht es dem anderen Partner das Herz, wenn er alleine leben muss. Wir gaben Grandad dann zu diesem Typen, der eine ganze Gruppe Schildkröten hielt.

David: Und ich dachte schon, ihr brachtet ihn ins Altersheim! (alle lachen)

Jay: Ins Heim für alternde Single-Schildkröten! Naja, er ist dort immer ausgebrochen. Manchmal war er wochenlang verschwunden. Bis irgendjemand im Dorf auf ihn stieß: „Grandad ist wieder aufgetaucht! Es saß unter einer Hecke!“

David: Wir reden aber schon noch von Schildkröten, ja?

Fred: Schildkröten sehen aber auch sehr menschlich aus.

Rasmus: Was ist der Unterschied zwischen Turtle und Tortoise? Tortoises leben auf dem Land?

Jay: Ja, genau. Die sind weniger… schwimmig.

Okay… was war euer bisher miesester Job?

David: Das war in einem Kindergarten in Göteborg. Das war mies. Nicht wegen den Kindern – also ein paar Kinder waren schon übel, da wurde einem schon mal ins Gesicht gespuckt. Aber das echt Nervige war die Anfahrt.

Jay: Ich habe mal Wände verputzt. Der Job war nicht schlimm, aber der Boss war ein Arschloch. Echt eine Fotze, man kann’s leider nicht anders sagen. Gefeuert wurde ich, weil ich einem Freund eine SMS schicken wollte, in der ich über meinen Boss ablästerte – aber ich habe sie aus Versehen an den Boss selbst geschickt. (alle lachen) Sechs Uhr früh, ich warte im Auto vor seinem Haus. Ich sollte extra früh da sein, um mit ihm zu einem Auftrag zu fahren. Und ich stehe da vor seiner Tür, und er schreibt mir so: „Sorry, es wird später, ich habe einen Kater.“ Also habe ich meinem Kumpel diesen Text geschrieben „Dieser faule Depp…“ Plötzlich reisst er meine Autotür auf und zieht mich aus dem Wagen und schüttelt mich durch… Naja, ich habe danach nicht mehr für ihn gearbeitet. Ich nahm das Erlebnis als Fingerzeig, dass ich mir was Neues suchen sollte.

So – was ist euer Talent in der Küche?

Rasmus: Rühreier. Die kann ich ziemlich gut.

Fred: Das stimmt.

David: Mir brennt immer alles an. Weil ich mit Kochen anfange, mich dann aber ablenken lasse und irgendwas anderes mache und die Herdplatte vergesse. Das gibt dann immer eine Sauerei.

Fred: Aber deine veganen Sandwiches sind gut.

David: Ja, wenn ich mir die Zeit nehme, dann kann ich schon ganz gutes Essen machen. Aber ich mache halt immer zu viel gleichzeitig.

Rasmus: Jay, von dir habe ich noch nichts gegessen. Du hast noch nie für uns gekocht.

Jay: Ich weiss auch nicht warum.

Fred: Wir zwei haben schon manchmal zusammen gegessen, du hast vegetarische Nudeln gemacht, die waren gut.

Seid ihr alle Vegetarier oder Veganer?

Rasmus: Das hier ist vegane Lasagne. Aber die ist echt lecker.

Jay: Wir sind fast alle Vegetarier, nur Rusty ist manchmal noch Fleisch, aber viel weniger als früher.

Rasmus: Oh ja, früher habe ich viel Fleisch gegessen.

Fred: Sein ganzer Körper bestand nur aus Bacon und Wurst!

Rasmus: Naja, wenn ich keinen Bock habe zu kochen, dann kaufe ich miese Wurst und esse halt die. Diese beschissenen kleinen Würstchen.

Jay: Sag mal, tust du dir da etwa Marmelade auf das Käsebrot?

Rasmus: Da hatten wir doch schon drüber geredet: Käse-Marmelade-Sandwiches sind super. (zu mir:) Was ist da deine Meinung dazu?

Also, ich hab’s von vornherein nicht so mit Käse. Käse kann ich nur essen, wenn er heiß gemacht wurde. Auf einer Pizza zum Beispiel oder in einer Soße. Aber Käse pur – da ertrage ich schon den Geruch nicht. Das war immer so, schon als ich ein Kind war.

Rasmus: Das habe ich aber von anderen Leuten auch schon gehört. Ich kenne Leute, die können es nicht mal mit Käse im gleichen Zimmer aushalten.

Ganz so arg ist es bei mir nicht. Aber natürlich ekelt es mich sehr wohl total an, wie du dein Sandwich da isst. (Haha)

(Wir lachen)

Jay: Du kotzt den Rest des Tages!

Nächste Frage: Was war der sonderbarste Ort, wo ihr je wart?

Jay: Auf jeden Fall Lüttich!

(alle): Oh, total Lüttich!

Jay: Definitiv Lüttich, in Belgien. Kennst du’s?

Ich bin nur mal durch gefahren. Es sah mir aber nicht besonders auffällig aus.

Fred: Aber es war voll der bizarrste Ort, wo wir je waren! Wir spielten da mit Fat White Family.

Okay, Fat White Family. Das bedeutet natürlich schon mal, dass es weird wird.

Fred: Genau.

David: Aber die Stadt war viel irrer als Fat White Family.

Rasmus: Eine Studentenstadt. Aber ich weiss nicht, wie viele Schlägereien wir an dem Abend gesehen haben. Die Leute sind einfach durchgedreht.

Jay: Wir haben diesen unglaublichen Typen getroffen.

Rasmus: Er hatte einen Hund, und der hatte zwei Namen: Pancho und Pompom.

Jay: Ein Hund – zwei Namen!!!

Rasmus: Und er gab uns Suppe!

Fred: Das war echt schräg.

Rasmus: 60 Jahre alt etwa war der…

Jay: Um vier Uhr in der Früh!

Rasmus: So lief er durch die Stadt mit seinem großen weißen Pelzmantel

Jay: … und seinen rosa Shorts.

Rasmus: Genau, die rosa Shorts!
Jay: Und er gab uns Suppe! Fred band sich gerade die Schuhbänder, da stelle sich dieser Typ zu uns und er streichelte Freds Jacke. Und er meinte so: „Schaut hier! Pompom und Pancho!“

Fred: Ich hab die Suppe probiert.

David: Das kann ich immer noch nicht glauben!

Fred: Musste ich ja. Ging so.

Gibt es etwas, das ihr sammelt?

Rasmus: Nicht wirklich, oder?

Keine Plattensammlung oder so…

Fred: Hey, das wäre schon cool, irgendwas zu sammeln.

Jay: Ich glaube, ich habe angefangen, seltene 2-Pfund-Münzen zu sammeln. Als sie zum ersten Mal diese Münzen geprägt haben, da gab es so Sondermünzen. Es muss zur EM 1996 gewesen sein, ich hatte jedenfalls zwei solche Münzen aufbewahrt. Zwanzig Jahre lang habe ich sie in so einer Schachtel behalten, Und neulich kriegte ich zufällig eine Sondermünze mit Shakespeare drauf. Die ist echt schön. Die muss jetzt auch 20 Pfund oder so wert sein. Die legt jetzt bei den anderen Münzen.

Rasmus: Das heisst, du hast insgesamt…?

Jay: Drei.

(alle lachen)

Jay: Naja, ich habe vor zwanzig Jahren damit angefangen, unabsichtlich, und jetzt sind es schon drei! Wenn ich mal wieder auf eine stoße, behalte ich die.

Rasmus: Was war mit dieser Peter Rabbit-Münze, von der du mal erzählt hast?

Jay: Das war ein 50 Pence-Stück. Das habe ich verschenkt. An einen Typen, der mir dafür ein Bier gekauft hat. Am nächsten Morgen habe ich nachgeschlagen und erfahren, dass sie 25 Pfund wert gewesen wäre.

Fred: Ich hab’ so eine Peter-Rabbit-Münze!

David: Echt jetzt?

Fred: Doch, ich zeig sie dir!
Jay: Also, wir sammeln Geld!

(alle lachen)

David: Limitierte UK-Münzen!

Rasmus: Wir haben schon vier!

Welchen Sport könnt ihr? Oder welchen Sport schaut ihr gerne im Fernsehen?

Rasmus: Nicht viel. Fußball schaue ich gerne, wenn Zlatan spielt.

Klar, er ist ja auch aus Malmö!

Rasmus: Genau, ja. Also hat er einen speziellen Platz in meinem Herzen.

Fred: Ich schau gern Eishockey.

David: Weisst du, was geil ist? Ping-Pong! Die können was!

Rasmus: Das stimmt!

Jay: Ich schau voll gerne Darts!

Rasmus: Oh Gott, im englischen Fernsehen kommt das dauernd!

Fred: Es sind nur Briten und Holländer gut in Darts, oder?

David: Dieser eine Holländer, der Glatzkopf, den mag ich am liebsten.

Rasmus: Wie kann es bitte sein, dass ihr DARTSSPIELER kennt?!

David: Na das läuft halt dauernd!

Jay: Wir haben’s bei mir manchmal geschaut.

Nächste Frage: Stellt euch vor ihr seid Godzilla. Was macht ihr als erstes kaputt?

Rasmus: COVENTRY!!!

(Wir alle schmeißen uns total weg! Minutenlang.)

Jay: Ja, auf jeden Fall Coventry.

Whoah, das war hart! Das kann ich, glaube ich, nicht bringen im Heft.

David: Echt nicht unser Lieblingsort.

Fred: Ich hasse Coventry, verdammt noch mal!

Fred, verstehst du als Amerikaner auch die historischen Implikationen, ja?

Fred: Was meinst du jetzt?

Rasmus: Hmmm. Kann es sein, dass die Stadt ziemlich ausgebombt wurde, vielleicht?

Aber wohl! ich dachte, darauf zielt deine Antwort ab. Also, Dresden ist ja bekannt dafür, dass es im zweiten Weltkrieg von den Briten fast völlig dem Erdboden gleichgemacht worden ist. Coventry ist quasi das britische Gegenstück zu Dresden. Die deutsche Luftwaffe hat die Stadt praktisch ausradiert. Wenn du also in einem deutschen Magazin sagst, du willst Coventry zerstören, dann ist das heftig.

Rasmus: Oha, das habe ich natürlich nicht so gemeint. Ich finde nur, dass Coventry ein übler Ort ist.

David: Warst du mal da? Nicht so super.

Jay: Geh da nie hin! Es ist echt der schlimmste Ort.

Sie haben’s also nicht so toll wieder aufgebaut.

Rasmus: Nee, echt nicht.

Jay: So ein fürchterlicher, beschissener Ort!

David: Ich hatte regelrecht Schiss, als wir da waren. Schon alleine der Weg vom Hotel zum Venue war…

Jay: …bizarr.

Rasmus: Es war diese Stimmung in der Luft, wo man weiss, man kriegt eine aufs Maul, nur weil man die falsche Jacke trägt.

Das ist aber schon fast wieder typisch britisch, oder? Diese Kleinstadt-Aggression?

Jay: Rotgesichtige, brüllende Typen. Klassiker.

Okay. Wem würdet ihr ein Denkmal setzen und wie sähe es aus?

David: Darf ich mir das Denkmal auch selbst bauen? Das würde ich machen. Eins für mich. Nicht für Euch, Jungs!

Fred: Meiner Mom.

David: Awww!

Jay: Jesus Christ! Also ich baue meins für… oh, ich weiß gar nicht, wie er heisst.

(alle lachen)

Jay: Ich meine diesen Typen, von dem alle denken, er hieße JD Weatherspoon.

David: Aha, der!
Jay: Also, es gibt wirklich den Typen, der JD Weatherspoon heisst. Er war Lehrer an einer Schule und er war richtig übel zu seinen Schülern. Einer dieser Schüler hat aber später eine sehr, sehr erfolgreiche Kette von Pubs und Restaurants eröffnet. Und er benannte diese Kette nach seinem Lehrer, als Fuck You! Das ist ein super Laden, Weatherspoon. Na, dem Typen würde ich das Denkmal setzen.

Fred: Wie schmeckt dein Bier?

Gut, Danke. Augustiner. Münchens Lieblingsbier.

David_ Da muss ich nachher mal eins probieren.

Weiter: Schon mal was geklaut?

Fred: Yeah. Das ist das, was ich tu. Ich klaue.

Rasmus: Stiehlst du viel?

Fred: Schon.

Gib uns ein Beispiel!

Fred: Ein mal war’s ein Auto.

Ein AUTO?!?!

Fred: Doch nicht alleine. Ich hab’ nur diesem Typen geholfen dabei. Wir haben es einfach stehen gelassen. Nicht zurück gebracht. irgendwo auf dem Highway.

David: Wann war das?

Fred: Ich war recht jung.

Rasmus: Das ist ganz schön hart.

Fred: Es war schon auch echt hart. Aber hey, ich habe kein weiteren Autos geklaut. Können wir das bitte festhalten.

David: Ach, du wirst jetzt schon nicht noch nachträglich verhaftet.

Fred: Hauptsache, meine Mom liest das nicht.

Was war die letzte Sache, die Euch kaputt gegangen ist?

Jay: Der Synthesizer von jemand.

David: Ach ja, genau. Wir benutzten den Proberaum von jemand anders und machten ihnen den Synthie kaputt.

Rasmus: Aber nicht absichtlich!

David: Kaputt ging er aber.

Jay: Das war ein schönes Ding.

David: Ich giess mir jetzt mein Bier hier in die Limo.

Du machst dir ein Radler. So nennt man das hier. 

Rasmus: Was bedeutet das?

Radler bedeutet „Cyclist“. Hmmm. Warum eigentlich?

David: Sind eure Radfahrer alle betrunken?

Rasmus: jedes Land hat seine eigenen Namen für sowas.

Fred: In Spanien mixen sie Bier mit Fanta und nennen es Fanta-Shock.

David: Was ist dann Lager-Tops?

Jay: Das ist fast das ganze Glas mit Lager und nur ganz oben kommt ein bisschen Limo drauf. Damit der Scheiss-Lagergeschmack neutralisiert wird.

Was hat euch zuletzt zum Lachen gebracht?

David: Dieses Interview, in dem ich Dinge über meine Bandkumpel lerne. Saukomisch!

Danke – dann beende ich das Ganze mit der Frage: „was war bisher die beste Entscheidung eurer Karriere? 

David: Na, wir haben ja noch keine Entscheidungen getroffen – und noch keine Karriere!

Fred, war es denn eine gute Entscheidung, nach Schweden zu gehen?

Fred: Ja! Andernfalls wäre ich…

David: Das klang aber echt überzeugt.

Fred: Doch, es war richtig. Findet ihr nicht? Nein?

Rasmus: Es war nur halt keine gute Entscheidung für Schweden, haha.

Fred: Schlecht für Schweden, das ist wohl wahr.

David: Dabei kann man bei uns gar nicht surfen.

Was haben deine Eltern denn gesagt, als du ihnen eröffnet hast, dass du nach Schweden abhaust? 

Fred: Sie… ließen mich allein.

Ich meine, einerseits werden sie sagen: „Wir unterstützen dich!“, andererseits werden sie dich vermissen.

Fred: Tja.

David: Nö.

Fred: Naja, meine Mom unterstützt das, was ich tue, und mein Dad ist ein Scheisskerl, also

Ach je, ich wollte doch das Gespräch mit einer positiven Note beenden. 

Fred: Nein, kein Problem.

Ich kann vielleicht dazu sagen, dass ich in meiner Jugend auch viel mit meinem Vater aneinander geraten bin. Aber wenn man älter wird und der Hormonspiegel sinkt, versteht man die andere Seite besser. Ich komme jetzt gut mit ihm aus, aber vor ein paar Jahren wollte ich nur raus aus dem Elternhaus.

David: Ich befürchte, das wird bei dir nicht passieren, oder?

Fred: Mein großer Traum war immer, mit meinen Brüdern nach Las Vegas zu fahren und ihn gemeinsam zusammen zu schlagen. Das war immer unsere große Phantasie.

Ui ui, da habe ich gerade ein paar Issues aufgetan…

Rasmus: Eine Menge Hass.

Fred: Oh ja, ich trage TONNEN von Hass in mir in diesem…

Rasmus: … kleinen Körper.

(alle lachen)

Jay: Das wusste ich nicht! Dieses Interview ist ja voll die Therapiesession geworden. Nicht dass wir gleich alle losheulen!

Nein, erzähl uns lieber noch mal von deinen Schildkröten! Also, ich bedanke mich, das hat sehr großen Spaß gemacht!

FEWS (durcheinander): Cool, Danke, uns auch!

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