Prize and Shine – Pt. 3

augustiner-collected-2016-cAber wer hat denn jetzt gewonnen? Sorry, ich komme nicht immer dazu, mich dem Blog ausreichend zu widmen, deswegen musste ich euch ziemlich warten lassen. Aber weiter geht’s mit der Kür unseres Ein-Kasten-Augustiner-Preises. Im letzten Post hierzu haben wir die erste Runde hinter uns gebracht und die Hälfte des Teilnehmerfeldes eliminiert. Wie geht’s weiter? Wer wird gewinnen und kriegt von uns einen Kasten Münchner Bier überbracht?

Runde 2/1
Frage: Behält mich der Song auf der Tanzfläche?
July Talk – „Push + Pull“
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vs
Catholic Action – „Rita Ora“
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Hmm. Eigentlich unterscheidet sich diese Frage nicht so sehr von der finalen Frage der letzten Runde („Welcher Song funktioniert besser in der Indiedisko?“). Die muss ich nächstes Jahr aussortieren.
Anyway. Wir ziehen zwei Songs, die beide sehr gut auf der Tanzfläche des seligen Atomic funktioniert hätten und die man sich heute im Milla, Strom, Cord (oder irgendwann im Crisp?!?!!) gut vorstellen kann. Letztlich ist es eine persönliche Entscheidung, welchen der beiden man zum MItzucken lieber mag. Wir haben 2 Stimmen für July Talk, 3 für Catholic Action und ein „Beides gleich!“
Ergibt: 3,5 zu 2,5 für die Schotten!

Runde 2/2
Frage: Wie gut sind die ersten 15 Sekunden des Songs?
Johnossi – „Air Is Free“
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vs
FEWS – „Drinking Games“
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Bläser und ein stampfender Beat. Ladies, die „Wow wow Huh!“ schmettern. In den ersten 15 Sekunden von „Air is Free“ rufen Johnossi gleich das volle Programm ab.
Wie schaut’s bei „Drinking Games“ von FEWS aus? Der Song wird so richtig super in dem Moment, wenn der Bass und die zweite Gitarre einsetzen. Das aber passiert erst bei Sekunde 22. Die ersten 15 Sekunden hören wir nur Drums und Gitarre eins, die ihr Melodie-Motiv zwei mal wiederholt, wo ein mal gereicht hätte. Das ist ein okayes Intro, keine Frage, aber man muss schon zugeben, dass Johnossi da ein ganz anderes Feuerwerk abfackeln. Dieses Votum fällt klar aus: 6:0

Runde 2/3
Frage: Wie „2016“ ist der Song?
DMA’s – „Step Up The Morphine“
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vs
Blossoms – „At Most A Kiss“
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Seien wir ehrlich, unsere Indiegitarrenbands stellen nicht unbedingt die Speerspitze der Musikpioniere unserer Zeit dar. Die DMA’s, naja, sie klingen nach Oasis. Nach den besten Oasis, ca 1995. Das ist herrlich, erfüllt aber nicht die Aufgabe, nach dem Jahr 2016 zu klingen.
Wie ist es mit den Blossoms? Man könnte sagen: „Hey, die benutzen wenigstens elektronische Instrumente.“ Man könnte genauso sagen „Keyboards gibt’s seit Ewigkeiten und die Blossoms ähneln einer Spät-Achtziger-Band wie Gene Loves Jezebal mehr, als sie selbst ahnen.“
Das Votum fällt dennoch klar zugunsten der Blossoms aus.

Runde 2/4
Frage: Wie genial ist der Text?
Bad Sounds – „Avalanche“
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vs
DIskopunk – „Antonio America“
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Jetzt wird wieder gegooglet. Lyrics beider Songs finden sich im Netz. Genialität muss man beiden Bands nicht unterstellen, aber die Bad Sounds haben definitiv was Skurriles. Sie singen von Dan, die weinte, weil sie im Fernsehen einen Bericht von einer Lawine sah. Sie singen von dem Mann, der im Anorak starb und der Julie noch 50 Pence schuldet, von damals, als sie 12 war. Das passt wunderbar ins Gesamtbild dieser schrägen Vögel.
Was haben uns Stockholms Diskopunk zu erzählen? Es geht um Kontrollverlust. Darum, beim Feiern Vollgas zu geben und stolz darauf zu sein: „Blew my head off and it felt so good / Losing grip is such a human thing / I wear my fuck-ups like a diamond ring.“ Auch okay.
Aber im direkten Vergleich haben die Bad Sounds unserer Meinung nach die Nase vorn. (Sie kriegen 5,5 Punkte, Diskopunk nur 0,5)

Runde 2/5
Frage: Welchen Song können wir singen, ohne zu leiden?
Emmy The Great – „Algorithm“
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vs
Sticky Fingers – „One By One“
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vs
The Goon Sax – „Boyfriend“
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Vorausschickend: Warum drei Songs gegeneinander? Weil diese Runde eine ungerade Anzahl an Teilnehmern hatte. Da wird die letzte Frage unter den übrig gebliebenen Drei ausgespielt

Anyway. Wieder eine „Actionfrage“, wenn man so will. Sie erfordert, dass wir (ähem!) singen. In meiner Küche, zu sechst. Einer der Momente, in denen ich mir denke: Was denkt jetzt wohl jemand, der unter meinem Fenster vorbei geht?
Wenn er uns hört, wie wir gerade versuchen, „Algorithm“ zu intonieren, ergreift er wahrscheinlich die Flucht oder ruft die Polizei. Emmy The Greats Vokalakrobatik überfordert unsere ungeübten Stimmbänder.
Besser geht da schon „One By One“ von den Sticky Fingers.
Aber „Boyfriend“! Das klappt super! Der Text ist leicht zu merken, die Melodie überfordert niemand. Wir sitzen da, krakeelen aus vollem Halse mit. „And we can break your heaaaart so you see how I feeel…“
Klare Sache. Alle Stimmen gehen an The Goon Sax.

Und damit sind wir schon beim Halbfinale!

Halbfinale 1
Frage: Tanzvergleich!
Bad Sounds – „Avalanche“
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vs
Blossoms – „At Most A Kiss“
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Es heisst wieder aufstehen und durch meine Küche hopsen! Zu den Bad Sounds haben wir in Runde 1 schon mal getanzt und festgestellt: Der Baggy Beck-Beat, der sich durch den SOng zieht, eignet sich perfekt zum Entlanggrooven. Außerdem kann man zur Middle Eight den Kranich machen! Yay!
Auch „At Most A Kiss“ ist was für den Indie-Dancefloor. Der Song hat ein flotteres Tempo, manche finden das zum Tanzen geeigneter.
Letztlich ist es auch ne Geschmackssache. Als wir abstimmen, kriegen die Blossoms 2 Punkte, die Bad Sounds aber 4. Wir haben unseren ersten Finalisten!! Hooray for the Bad Sounds!

Halbfinale 2:
Frage: Welcher Song hat das beste Luftinstrument (nicht Gitarre)?
Johnossi – „Air Is Free“
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vs
The Goon Sax – „Boyfriend“
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vs
Catholic Action – „Rita Ora“
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Luftgitarre spielen kann jeder. Aber es gibt auch Songs, zu denen spielt man Luftposaune! Ian Browns „Stellify“ zum Beispiel! Bietet sich einer unserer Kandidaten dafür an?
Johnossi tun’s. John und Ossi beschränken sich bekanntlich nicht mehr nur auf Gitarre und Drums. Sie haben auf dieser Nummer einen Bläsersatz am Start. Okay, ein echter Posaunist/Trompeter/Saxofonist würde sich beim Betrachten unserer Luftgebläse wahrscheinlich krümmen vor Fremdschämung, aber wir haben Spaß.
Jetzt: The Goon Sax. Ui, nur mit Gitarre, Bass und Drums instrumentiert. Kann man das „Klick Dong!“ mit der Cowbell, das Schlagzeugerin Riley Jones so drollig einsetzt, per Luftcowbell nachstellen? Naja, seien wir ehrlich, die Luftbläser von Johnossi gingen besser.
Und was ist mit Glasgows Catholic Action? Tja, Wieder eine typische Gitarrenband. Das Riff ihrer Single gäbe auch durchaus einen zackigen Luftgitarrenmove ab. Aber die Frage war ausdrücklich nach einem Nicht-Gitarren-Instrument.
Wer hätte das gedacht? Johnossi stehen im Finale!

FINALE
Bad Sounds – „Avalanche“
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Johnossi – „Air Is Free“
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Jetzt geht’s ums Ganze. Wir ziehen die finale Frage – und sie lautet: Welcher Song hat den besseren Schluss?“

In seinen finalen 20 Sekunden haben die Bad Sounds mit dem Singen des Refrains abgeschlossen und befinden sich in einem Instrumentalteil, dafür fahren sie noch mal den Lärmpegel hoch. Synthies blubbern und zwitschern – und dann, mit einem „fooomp!“, ist alles weg. Sehr ordentlich, dieser Schluss.
Auch Johnossi beenden ihren Song abrupt. Aber auch sie haben kurz vorher noch mal satt aufgefahren und alle Tonspuren des Songs hochgezogen: Gesang, Chor, Gitarren, Bläser geben noch mal alles.
Tja. Und welcher Schluss ist da besser?
Zum ersten Mal heute nachmittag kann sich niemand entscheiden. Nats Vorschlag, auf eine andere Frage auszuweichen, wird erleichtert angenommen.

Nur lautet die neue Frage:
„Welcher Song ist besser geeignet für Sexytime?“

Hmm. Naja, aber sagen wir’s so: Bei romantischem Besuch eine holden Maid würde ich in dem Moment, in dem es uns beide in die Horizontale zieht, wohl weder Johnossi noch die Bad Sounds als Soundtrack auflegen. Mit dieser Einschätzung stehe ich nicht alleine. Keiner will sich committen. Also noch ne letzte Entscheidungsfrage, okay?

Letzte, finale Frage (versprochen!):
Welcher Song hat was Geheimnisvolles?

Und wieder eine Frage, die keinen eindeutigen Sieger hervor bringt. Aber so kann’s nicht weiter gehen. Wir können jetzt nicht bis ans Ende unserer Tage neue Fragen ziehen.
Also ziehen wir’s durch und stimmen ab. Ich glaube, dass Bad Sounds viele Sympathiepunkte bei uns allen haben. Aber zugeben müssen wir auch: Ihr spaßig-hölzerner Beck-Blur-Pop-Song „Avalanche“ hat wenig Enigmatisches an sich. Unterschwellige Mystery war nicht auf dem Einkaufszettel, als sie die Zutaten für diesen Song besorgten.
Nicht, dass Johnossis „Air Is Free“ jetzt so nebulös wäre. Aber halt immerhin nebulöser als „Avalanche“.
Ich habe nicht mehr notiert, wie’s genau ausging. Aber die Gruppe hat sich geeinigt: Johnossi gewinnen den Kasten Augustiner!

Tja. Ein Novum in der Historie des Ein-Kasten-Augustiner-Preises. Erstmals hat ein Kandidat gesiegt, der vorher nicht auf meiner eigenen Shortlist war. Fair enough, dafür gibt’s die anderen Teilnehmer ja. Aber so, wie Portugal letztes Jahr die EM gewonnen hat, haben John und Ossi eben den Augustiner erobert. Nicht unbedingt triumphal, aber letztlich haben sie sich halt jede Runde durchgesetzt.
Okay. Next stop: Johnossi auch den Preis übergeben. Schau ’mer mal!

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