2017 – a few Reasons to Cheer

2017-header-temples

Erst mal ein Gutes Neues! Wir schreiben also das Jahr 2017 – und ehrlich gesagt, mir ist dieses Jahr nicht wohl zumute. Der Typ, der US-Präsident wird, hat offensichtlich einen an der Klatsche und wird die meines Erachtens nach akutesten Probleme der weltweiten Gesellschaft nicht angreifen, sondern nur verschlimmern. Aber auf diesem Blog halte ich mich in Sachen Politik normal zurück und schreibe über das, was uns happy macht: Indiepop.

Da stehen im neuen Jahr dann doch ein paar Dinge an, auf die man sich freuen darf. Ich mache mal eine kleine Liste.

temples-volcano1. Das zweite Album der Temples

Volcano“ erscheint am 3.3. und ich bin extrem gespannt drauf. Die Single „Certainty“ und der live bereits vorgestellte Titel „Roman God-Like Man“ versprechen eine Menge. Wenn der Rest des Albums dieser Linie folgt, haben die Briten auf ihrer Zweiten sehr viel mehr getan, als nur ihr prima Debüt „Sun Structures“ zu wiederholen. Sie haben experimentiert und dabei den Pop nicht vergessen. Das wird interessant. Oder enttäuschend. Wir werden sehen.

little-fictions-elbow2. Elbows neues Album

Das kommt bereits am 3.2. und es ist prima geworden. „Little Fictions“ heisst’s und ich darf ankündigen, dass ich ein Interview mit Guy Garvey auf den Blog werde stellen können.

3. Das Album-Comeback von Ride

Jetzt also auch Ride. Lange genug geben sie wieder vereinigt bereits Konzerte und nun sind sie auch wieder ins Studio gegangen. Blur, Swervedriver und Suede haben bereits gezeigt, dass Post-Reunion-Alben aus dieser Band-Generation durchaus großartig werden können. Als Produzent ist Erol Alkan an Bord, Londons herausragender Indie/Dance-DJ und Remixer, der die Herren sicher fordern und notfalls auch mal in den HIntern treten wird.
Aber wenn das Ergebnis wie bei den Pixies zwar die alten Höhen nicht mehr erreicht, aber trotzdem völlig okaye Musik entsteht, soll’s mir reichen. In dem Zusammenhang: The Jesus And Mary Chain kommen am 24.3. mit ihrem Comeback „Damage And Joy“. Die Vorabsingle „Amputation“ ist nicht der große Bringer, aber schon ok.

oasis-supersonic-liam4. Liam Gallaghers Solo-Album

Also ich freu mich drauf. Letztes Jahr gab es wiederholt Berichte, wonach der jüngere Gallagher an seinem Solo-Debüt arbeite. Ich bin gespannt, denn der Oasis-Sänger wird für mich unterschätzt. Es ist ja allgemein so, dass man Liam gerne als den Deppen hinstellt, der ohne Noel nichts auf die Kette kriegen würde. Die Beady Eye-Alben werden da als Beweis heran gezogen – allerdings hatten beide Platten auch sehr gute Momente. Nicht weniger als Noels bejubelte Solo-Langweiler jedenfalls. Außerdem: Liams zu Beginn belächeltes Modelabel Pretty Green hat sich entgegen aller Unkenrufe stark etabliert – und viele Leute, die „Supersonic“ gesehen haben, waren erstaunt, wie klar und treffend Liam die Sachen auf den Punkt brachte. Der Junge mag keine höhere Bildung erfahren haben, aber doof ist er nicht. Nach Beady Eye will er der Welt einiges beweisen – da wird er sich nicht mit halben Sachen zufrieden geben. Man darf erwarten: Das Liam-Soloalbum wird entweder erstaunlich gut oder ein spektakulärer Car Crash – aber langweilig wird’s höchstwahrscheinlich nicht.

5. Spannende Debüts

Da verweise ich mal eben auf meine Tipps für 2017 – hier habe ich über 15 Bands geschrieben, die schon mit einem Stapel Singles überzeugt haben und mit einem Longplayer dran sind: Besonders auf Longplayer von Bad Sounds, Hedge Fund, WHITE und The Vryll Society kann ich kaum warten.

6. Alltime-Greats, die an der Reihe sind

Und dann gibt’s natürlich all die Lieblingsbands und -musiker, die schon länger nichts mehr veröffentlicht haben und also an der Reihe sind. Spoon, Cut Copy, Cloud Control, The Cribs, Vampire Weekend zum Beispiel wären nur fünf Namen, bei denen ich es für durchaus wahrscheinlich halte, dass ein neues Album kommt. Ryan Adams und Johnossi haben ihre neuen Platten für Ende Februar bereits fest im Kalender stehen – beide hatte ich im Interview, Hurra, das wird’s dann hier zu lesen geben. Die Shout Out Louds haben 2016 ebenfalls Zeit im Studio verbracht, Album 5 steht recht sicher vor der Tür. Andere Schweden im Studio: Mando Diao, sans Gustav Norén. Wie das wohl wird? Gustav war sicher der, der die Band zu weit getrieben hat, aber ob sie ohne ihn noch Mando Diao sind? hat Leider kein neues Album wird’s mehr von den Klaxons geben, die haben sich bekanntlich getrennt. Dafür kommt Mitte Februar das Solodebüt von James Righton als Shock Machine.

7. Newcomer und Überraschungen

Hey – Reden wir kurz über die Bands und Solisten, die wir noch gar nicht kennen und auf die wir im neuen Jahr stoßen werden. Es müssen ja gar keine Debütanten sein. Eine meiner Lieblingsentdeckungen von 2016 waren die Japaner namens „The fin.“, die hatten bereits ein Album und eine EP auf itunes stehen, bevor ich sie über ihre letzte EP kennenlernte. Kyle Craft kam für mich aus dem Nichts, hatte aber früher eine Band namens Gashcat, von der ich nichts mitgekriegt hatte. Wichita bringt im Februar ein Album der Kalifornier Froth raus, das mich ziemlich begeistert – es ist offenbar bereits ihr drittes, aber ich hatte die Band null auf dem Schirm.
Also: Ein hoch auf die unbekannte neue Band!

DMAs 18. Was die DMA’s wohl tun werden

Ganz 2016 und 2017 waren sie auf Welttournee – als sie im November endlich die letzten Shows hinter sich hatten, ging’s für Johnny, Tommy und Mason zurück nach Sydney. Der Plan: „Album2 schreiben!“ Klar, ich rechne noch nicht damit, dass es dieses Jahr bereits einen Nachfolger für „Hill’s End“ geben wird. Aber ich hoffe, dass man realistisch im Herbst eine erste neue Single erhoffen darf. Und ich liebe die DMA’s so sehr, dass diese kleine Spekulation einen eigenen Punkt in meiner Liste kriegt.

9. Anti-Trumpism

So scheiße Trump, AfD, Brexit und Co sind – eins ist sicher: Mit belanglosen Texten über Sonne auf der Haut und Unschlüssigkeit einem Girl gegenüber wird man 2017 nicht mehr weit kommen. In den letzten Jahren gab es das immer wieder, das ich mir an den Kopf greifen musste und mich fragte: „Über WAS singen die da eigentlich? Die haben ja nichts, NICHTS auszusagen!“ Seien wir ehrlich: So einigen Kids ging es zu gut. Die hatten zu wenig, gegen das sie protestieren mussten bzw sie erkannten es nicht. Nun aber gibt’s Entwicklungen, die uns alle in die Scheiße reiten, die keiner ignorieren kann und die künstlerische Reaktionen provozieren MÜSSEN. Nicht nur in der Musik, auch in anderen Bereichen wird einige passieren.
Merke: „Unpolitisch“ gibt’s nicht. Jede Aktion und alles, was man sagt, ist immer auch politisch. Denn wir alle sind Teil dieser Gesellschaft und jede unserer Handlungen findet innerhalb dieser Gesellschaft statt. Selbst wenn wir still halten, nichts sagen und uns zurück ziehen, verhalten wir uns politisch. Und: Wie wir Einzelne uns im Kleinen, im Privaten verhalten, ergibt in der Summe das, wie wir uns als Gesellschaft verhalten.
In den kommenden Jahren heisst es: Wachsam sein, weiterhin das tun, was moralisch, sozial und gut ist. Der Anstand mag vielerorts erodiert sein, aber wir müssen ihn pflegen, und solange wir das tun, auch notfalls nur im Privaten, haben die Primitiven und die, die sie zynisch vor ihren Karren spannen, noch nicht gewonnen. Die jahrhundertealten Werte Liberté, Égalité, Fraternité und unser pursuit of happiness werden von selbsternannten Eliten angegriffen – wir müssen sie aufrecht erhalten und weitergeben.

Tja. Habe ich doch noch was gesagt. That’s 2017 for you. Es wird spannend.
Ich bin mir sicher: Fortschritt, Rücksicht und Bildung werden auf lange Sicht siegen. Aber auf dem Weg dahin liegen Schlaglöcher, und 2017 droht, eines zu werden.

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