Meine Alben 2016, Pt.3 (20-16)

header-2016-16-parkerWeiter geht’s mit der Rückschau aufs Indie-Jahr – wir kommen zu Teil 3 des Countdowns der Alben des Jahres  2016. Wir sind angekommen bei Platz 20-16.

millsapdigitalcover20. Parker Millsap – „The Very Last Day“

Komisch, das dieser Junge immer noch ein Geheimtipp ist. Auf seinem dritten Album legt Parker Millsap mit seinem Trio einen Americana-Rundumschlag hin, der alles, was das Genre bietet, brillant abhakt: Ryan Adams-Rock, wispernde Balladen, schmissiger Rock’n’Roll und 60s-Pop, mal mit der Weisheit eines Jason Isbell rüber gebracht, mal mit der Druck der Black Keys, immer mit dem Charisma eines Shakey Graves. Was mich so ärgert: Da laufen die Leute britischen Oberschülern von der Popakademie nach, weil sie nen Hut aufsetzen (Hallo, James fucken Bay) – aber ein echtes, authentisches Landei aus Oklahoma, das sich nicht verstellen muss, um einen knorrigen und knurrigen Wildwest-Songwriter abzugeben, das wird nicht wahrgenommen? Mit der richtigen Maschinerie im Rücken wäre Parker Millsap so groß wie die Mumfords. Andererseits, irgendwo bin ich ja auch froh, ihn mit nicht mit deren Seidenmalkurs-Mama-Fanbase teilen zu müssen.
Hier geht’s zu meiner kompletten Rezi des Albums…

ocean-party-restless19. The Ocean Party – „Restless“

„Mit jeder neuen Platte wird ihr Sound ein bisschen klarer, werden ihre Songs ein bisschen pointierter, die Instrumentierung ein bisschen aufwändiger, die Arrangements ein bisschen vielschichtiger“ freute ich mich Anfang Oktober übers neue Album von Melbournes produktivster Band. Wieder mal hatte The Ocean Party nur neun Monate für ein neues Album gebraucht, wieder mal machten sie einen kleinen, aber erkennbaren Fortschritt zum Vorgänger, wobei sie doch im Genre Janglepop/Dolewave, das ich so gerne höre, fest verankert blieben. Ich zitiere mich noch mal selbst: „Ein weiterer Schritt in der Entfaltung dieser feinen, feinen Band.“

Timo sjunger Ted18. Timo Räisänen – „Timo Sjunger Ted“

Auch Timo Räisänen, der Ausnahmegitarrist aus Göteborg, hatte mal eine Schaffensphase, da brauchte er für ein neues Album nicht mal ein Jahr. Inzwischen sind seit „Endeavour“ (2012) über vier Jahre vergangen. Eine neue Platte gab es nun trotzdem endlich wieder, aber nicht mit eigenen Liedern. Auf „Timo Sjunger Ted“ interpretierte Räisänen mit Orchester ausgesuchte Hits des Songwriters Ted Gärdestad, der in den 70ern und 80er ein Star, aber auch eine tragische Figur des schwedischen Pop war. Das Ergebnis fand ich oft hinreißend. Ich schrieb im März: „Denjenigen, die – wie ich – Ted Gärdestad bisher nicht oder kaum kannten, ist eine interessante Geschichte und ein prima Künstler nahegebracht worden. Wir lernen Lieder kennen, die bezaubernde Melodiebögen schlagen. (…) Wer wiederum bereits großer Gärdestad-Fan ist, der sollte der Art, wie Timo sich die Gärdestad-Songs zueigen macht, eine Menge abgewinnen können.“

mystery Jets cover17. Mystery Jets – „Curve Of The Earth“

Karrierekurven sehen heute ja oft so aus: Die typische Erfolgsband legt ein hittiges, frisches Debütalbum hin – aber danach geht wie bei einer Colaflasche, die man geöffnet stehen ließ, von Album zu Album die Luft raus. Es ist echt unüblich, dass eine Band mit ihrem fünften Album alles, was sie vorher gemacht hat, in den Schatten stellt. Den schrägen Themse-Insulanern ist genau dies gelungen. „Im Vergleich zu ‚Curve Of The Earth‘ wirken die Vorgänger wie Übergangsalben, die die Mystery Jets aus dem Weg räumen mussten, um hierher gelangen zu können“ schrieb ich im Januar. „Denn erstens entpuppen sich die Melodien als bleibend, zweitens baut die Band wirklich malerische, fast Spiritualized-artig transzendente Hinhörer-Atmosphären auf und drittens: Auch ihre Texte zeigen Reife, übertragen aber auch Emotion.“

Blossoms - CMS Source16. Blossoms – „Blossoms“

Im August war’s endlich so weit – Nachdem uns diese fünf neuen Kids aus Manchester monatelang mit Singles und EPs angefixt hatten, kam endlich, endlich das Album der Blossoms. Was bedeutet, das fast alle vorigen Singles nun auf dem Album landeten – sechs LIeder kannten aufmerksame Indie-Fans längst. „Was für diejenigen vielleicht ein bisschen schade ist. Was aber für die Neuankömmlinge bedeutet: Wahnsinn, ein Album, das schon mal auf sechs(!) Singles basiert! Die Hitquote ist ja schon übererfüllt, bevor es losgeht!“ schrieb ich zur VÖ. Es ist extrem poppig, dieses Album, fast schon plakativ. Entsprechend der Hype auf der Insel, es folgte Platz 1 in den UK-Charts. Aber ich fand und finde: „So ’ne Platte braucht Indie mal wieder.“

In Kürze geht’s hier weiter mit Platz 15-11.

Hier noch mal der Link auf die letzten beiden Artikel
2016: (30-26) (25-21)

Interessieren Euch meine Listen von 2015 bzw 2014?
2015: (30-21) (20-11) (10-6) (5-1)
2014: (25-21) (20-16) (15 -11) (10-6) (5-1)

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