Gold Skool

Bevor ich was zur neuen Gold Class Single sage:
Freitag habe ich mir im Ampere Wolf Alice angeschaut – und was mich an deren Konzert am meisten geflasht hat, war die Zeitreise ins Jahr 1993. Wolf Alice klangen, als hätten all die Jahre seitdem nicht stattgefunden. Null Britpop-Einfluss, keine Post-Strokes-Garagigkeit, nix da Indie Landfill, New Rave oder Bumm-Tschack-Indie – alles weit, weit weg. Wolf Alice klangen und benahmen sich wie eine Band, die mitten im Post-Grunge direkt auf die Smashing Pumpkins, Breeders, Belly, Throwing Muses oder Dinosaur Jr antwortet – und irgendwie machte das ihr Konzert wieder unglaublich frisch. Ich habe einfach ewig nicht mehr gehört, dass eine Band nicht auf mitpfeifbare Refrains setzt und statt dessen ihre Songs so strukturiert, dass sie voller Brüche stecken. Großartiger Gitarrist auch.

Schön und gut – aber was hat das alles mit Gold Class aus Melbourne zu tun?

Folgendes: Auch diese Band klingt für mich, als ob sie zahllose Entwicklungen des Indie aus den letzten 25 Jahren ignoriert. Will sagen: Wenn ich ihre Dynamik, ihre Basslines und die dystopische Atmosphäre ihrer Sounds mit Joy Division vergleiche, dann meine ich tatsächlich Joy Division – und nicht Interpol, die Editors oder City Calm Down.
Gold Class‘ Gitarren wiederum kreischen und sägen ins Ohr, wie es die von Joey Santiago zu „Come On Pilgrim“-Zeiten taten – und irgendwo muss es auch herkommen, dass ich bei ihnen an Fugazis 1991’er Album „In On The Kill Taker“ denken muss – dabei habe ich diese CD seit jener Saison wohl nie mehr aus dem Sammlung gekramt.
Jedenfalls: Wie bei Wolf Alice habe ich bei Gold Class das Bedürfnis, sie mit Bands aus den 80ern/ganz frühen 90ern zu vergleichen und was Späteres fällt mir dazu gar nicht erst ein. (Na okay – Eagulls.)

So. Nach ihrem prima Album „It’s You“ aus dem September gibt’s eine neue Gold Class-Single namens „Kids On Fire“. Spannend, dass es Bands gibt, die noch/wieder so klingen.

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