Interview: Beach Baby

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Klickt ihr auch manchmal links auf meine Spotify-Playlist? Beach Baby sind dort Dauergäste. Denn seit Mitte letzten Jahres etwa veröffentlichen die drei Briten + 1 Grieche Singles in regelmäßigen Abständen, immer so alle drei, vier Monate. Und all diese Singles, sie waren ziemlich prima. Peppig, poppig, garagig – ein bisschen Vaccines, ein bisschen Strokes, ein bisschen Britpop. Nix wirklich Neues, aber genau die richtige Kombi aus Struppigkeit und Ohrwurmtauglichkeit. Klar wollte ich mit den Jungs sprechen, als endlich ihr Album „No Mind No Money“ angekündigt wurde. Das erscheint morgen, Freitag, den 02.09. Am Telefon: Lawrence Pumfry, einer der zwei Sänger des Quartetts.

Hallo, hier spricht Henning.

Hallo, hier ist Lawrence.

Wie geht’s, wie ist es heute so in Berlin?

Danke, gut. Wir sind heute früh erst angekommen, haben noch nicht so viel mitbekommen.

Euer erstes Mal in Berlin?

In der Tat, unsere erste Deutschlandshow, wir waren noch nie hier.

Beach baby No Mind No MoneyOkay. Ich habe euch auf dem Schirm, seit „No Mind No Money“ als Single  erschien. Also etwa seit einem Jahr.

Aha.

Trotzdem habe ich vor dem Interview noch mal „Beach Baby Music“ gegooglet. Und das erste, was auftaucht, ist der Song aus den 70s: „Beach Baby, Beach Baby, give me your hand, give me something that I can remember…“

Haha, ja, das ist immer noch das, was zuerst erscheint. Da haben wir noch ein bisschen Arbeit vor uns, bis wir das im Search-Rating toppen.

Aber hat der Song sonst irgendeine Signifikanz für euch? Benutzt ihr es zum Beispiel als Introtape, wenn ihr auf die Bühne kommt?

Tun wir nicht – das wäre sogar ziemlich witzig. Also ganz ehrlich – als mir der Name das erste Mal einfiel, da sagte ich ihn meiner Mutter. Auch sie hat mir gleich das Lied vorgesungen – und da habe ich den Song zum ersten Mal gehört. Es war jedenfalls keine Absicht.

Und der Song hat euch auch nicht vom Namen abgeschreckt?

Nein, das hat er nicht. Zum Glück nicht. Wir haben ihn trotzdem behalten.

Ich habe gelesen, diese Band hat als Folkduo angefangen, mehr oder weniger?

Mehr oder weniger. Das ist aber lange her. Ollie und ich – Ollie ist der andere Sänger und Texter in der Band neben mir – wir haben zu zweit angefangen, als wir uns an der Universität in Bristol kennengelernt haben. Da hatten wir beide Akustikgitarren, und entsprechend klang das Ganze mehr nach Folk als jetzt. Im Verlauf unserer Freundschaft hat sich dann aber etwas ziemlich anderes daraus entwickelt.

Acht Jahre sind ja lang her. Ich habe mich gefragt, ob wohl das eine oder andere Lied aus eurer Frühphase überdauert hat in eurem Set – oder vielleicht sogar auf der Platte.

Nein, nicht aus dieser ersten Zeit, Damals waren wir noch nicht besonders gut. Aber ein paar der Songs sind schon vor ziemlich langer Zeit geschrieben worden. Songs wie „Ladybird“, „UR“ oder „Bug Eyed And Blonde“ Die sind schon so etwa drei, vier Jahre alt.

Ihr scheint mir nämlich nicht unbedingt die schnellsten Schreiber zu sein. Jetzt habe ich euer ganzes Album zu hören bekommen, es hat elf Songs – aber sechs kannte ich schon von den Singles. Also nur fünf neue.

Ja, stimmt. Und wir schämen uns ein bisschen dafür.

Ich fragte mich: Seit ihr langsame Schreiber, oder waren das einfach die Songs, von denen ihr fandet, sie seien nun mal eure stärksten und sie müssten entsprechend auch aufs Album.

Beach Baby 1Naja, all diese Songs gab es schon als Singles, das stimmt, aber sie kamen ja auch sehr gut an, wir kriegten sehr gute Reaktionen. Da fanden wir schon, dass sie auch aufs Debütalbum mit rauf sollten. Außerdem haben wir „No Mind No Money“ und „Ladybird“ neu aufgenommen. „UR“ auch. Doch, wir fanden, dass sie in den Zusammenhang rein gehörten, und dass sie einfach aufs Album gehörten.

Noch mal zu euren Anfängen als Gitarrenduo – seit ihr eine Band seid, schreibt ihr die Songs weiterhin so, wie ihr sie als Duo geschrieben habt? Oder hat sich euer Songwriting verändert, seit ihr ein Quartett seid und alle vier nehmen teil?

Es ist noch sehr nahe dran an der Arbeitsweise von damals. Es ist immer noch so, dass entweder ich oder Ollie die Struktur oder mindestens eine erste Idee eines Songs mit in den Proberaum bringen. Aber es ist dann auch so, dass sich diese Songs sehr verändern können, wenn wir sie zu viert miteinander angehen und  jeder seinen Teil einbringt.

Gitarrenbands sind ja angeblich gerade nicht in der Mode.

Ach, da hört man mal dies, mal das. Die eine sagen, es kommt jetzt das große Comeback, die anderen sagen, sie sind für immer durch – sicher stimmt es, dass heute weniger passiert. Aber es gibt immer noch eine Menge Leute, die Gitarrenmusik mögen. Wir gehören dazu, wir kommen von der Gitarrenmusik, und das war immer die Basis unseres Schreibens. Wir sind Teil dieses Genres.

Wenn ihr euch die anderen Sachen in den Charts anschaut – zum Beispiel Typen an ihren Laptops – fühlt ihr euch dann wie die Bewahrer einer Tradition?

Ach, ich denke, vor allem spiegelt unser Sound nur die Musik wieder, die wir selbst gerne hören. Alte und neue. Klar sind wir inspiriert von ein paar der ganz Großen, das sind viele Gitarrenbands – von den Beatles über Velvet Underground bis Nirvana. Das ist die Musik, die wir als Jugendliche gehört haben und die wir immer noch hören. Das ist die Musik, die uns einfach gefällt. Wir halten richtige Instrumente in der Hand und schreiben das, was sich für uns natürlich anfühlt.

Ich denke mir ja: Auch nach 70 Jahren Rock’n’Roll stehen Bands immer noch irgendwie für Aufmüpfigkeit und Opposition. Bands sind kleine Gangs, die sagen „Fick dich, Establishment!“ Geht das nur mir so, weil ich halt jetzt 45 bin und in meinem alten Weltbild festhänge, in dem Bands oft auch kontrovers diskutiert wurden?

Verstehe. Also das Gang-Element, da würde ich sagen, das trifft auf uns zu. Als Band macht man seine Erlebnisse gemeinsam durch, man ist eine gleichberechtigte Gruppe, das schweisst einen zusammen. Also gibt es diesen Zusammenhalt, oder wie man es nennen will – Verbrüderung, Bruderschaft. Doch, das kommt hin. Man entwickelt diesen Zusammenhalt, weil man diese Dinge gemeinsam erlebt und weil man gemeinsam den Sound erschafft. Was jetzt das „Ein Stinkefinger dem Establishment!“-Dings angeht – ich glaube, das hat nachgelassen. Das war früher sicher so, aber heute ist das auch ein bisschen ein Klischee. Ich weiss nicht, ob es immer noch den Raum für Gitarrenbands gibt, diese Rolle einzunehmen. Ich würde mal sagen, wir sind sicher nicht die Band, die sich gegen das Establishment auflehnt. Aber ich bewundere natürlich diejenigen im Stammbaum der Gitarrenmusik, die das getan haben.

Das ist so ein kleines Lieblingsthema von mir. Ich habe oft den Eindruck, das Musiker immer ichbezogener werden und sich nicht um das kümmern, was in der Welt passiert – deswegen gibt es heute auch so viel Musik von Solisten. Ich mag Bands, weil sie alleine von der Natur der Sache her für Zusammenarbeit stehen und dafür, dass man sich öffnet und aufeinander eingeht. 

Das ist sicher richtig. Wenn man in einer Band spielt, dann ist das Element der gemeinsamen Mitarbeit und der Zusammenarbeit ein sehr starkes. Das ist es, wodurch eine Band funktioniert, oder eben nicht. Jeder muss seinen Input bringen, und jeder muss das Gefühl haben, dass sein Input auch angenommen wird, innerhalb des inneren Kerns der Band. Doch, das ist eine wirklich tolle Eigenschaft von Bands – und es ist etwas, was wir immer wollten. Dieses Treffen von verschiedenen Meinungen, wie man etwas angehen sollte.

Ich habe eine sehr grundsätzliche Frage: Was ist das ZIEL von Beach Baby?

Was ist unser Ziel? Ich denke, man schaut immer von Schritt zu Schritt, was man erreichen kann. Das Wichtigste ist, dass es uns weiter möglich sein soll, Songs zu schreiben, vor Leuten zu spielen und Platten aufzunehmen. Darum geht es zuallererst, würde ich sagen. Klar, je mehr Leute es dann mögen, umso besser – bis zu einer gewissen Menge. Die nächsten Coldplay wollen wir nicht werden. Überhaupt nicht. Aber wir wollen weiter Platten machen können und schreiben können, so lange die Leute uns lassen. In der Musikindustrie kann man ja nichts vorhersagen, wir haben also keine Ahnung, was passieren wird. Also versucht man, Spaß zu haben auf dieser Reise, und diese Reise so lange wie möglich fortzuführen. Wir wollen vor allem weiter gutes Zeug schreiben und produzieren.

Was führt bei dir normal dazu, dass du dich hinsetzt und einen Song schreibst?

Naja, irgendwann wird es eine Angewohnheit. Dann machst du das einfach. Man schreibt Songs, weil man… es will. Weil man eine Idee für einen Text hat oder eine Melodie, die man interessant findet – und von der man hofft, dass andere Leute sie auch interessant finden. So einfach ist das.

Verstehe. Ich bin kein Mensch, der Tagebuch führt. Aber es gibt Leute, die das tun, und die auf diese Weise die Dinge verarbeiten, die in ihrem Leben passieren – und wenn in ihrem Leben war interessantes passiert, werden sie sich hinsetzen und etwas dazu in ihr Tagebuch eintragen. Damit würde ich das vergleichen.

Ich glaube, jeder Maler oder jeder Schriftsteller, den du triffst, würde das auch sagen. Man geht durchs Leben und hält sich dabei immer einen Teil seiner Gedanken offen für Inspiration. Man hört irgendetwas – aber daraus könnte das nächste entstehen, was man selbst schreibt oder malt. Wenn man das verinnerlicht hat, geht man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, weil man immer auf der Suche ist nach dem nächsten Impuls, der eine Idee anstoßen kann. Ob das eine Textzeile ist, ein Thema, über das man schreibt, oder vielleicht ist es auch ein Lied, das man hört, und das einen dazu bringt, zu sagen: „So was in der Richtung wollte ich auch immer schon mal machen!“ Ja, so verarbeitet man seine Erfahrungen, und so ist man immer auf der Suche nach Anstößen von außen, um Material draus zu machen.

Was muss ich denn wissen über die Arbeit an den Aufnahmen? Habt ihr alles in einem großen Rutsch aufgenommen, oder in mehreren Sessions, in mehreren Studios?

Das meiste haben wir letzten Herbst im Verlauf von vier-fünf Wochen aufgenommen, in Hoxton, East London, im Studio von Adam Jaffrey. Es ist ein Studio namens Unwound Recordings, es ist klein, hat aber alles was man braucht. Ein kleines Live-Aufnahmezimmer, ein Studiozimmer mit Konsole. Anfang des Jahres kamen wir dann noch mal zurück, um ein paar Songs abzuschließen. Tja, es war eine normale Albumproduktion, denke ich mal. Bass und Drums wurden gemeinsam live gespielt, die Gitarren als Overdubs drauf, zwischendurch waren wir immer mal auf Tournee, und wir haben lange daran gearbeitet, die Sounds genau auszutüfteln. Und mit Adam zu arbeiten, war prima, er war immer im Zentrum des Ganzen.

Gibt es einen Moment der Aufnahmen, an den du dich im speziellen erinnerst?

Gar nicht mal – irgendwann verschwimmt das alles. Also, als wir „Powder Baby“ fertig hatten, das war ein Moment, den ich im Kopf behalte. Denn an dem Song haben wir besonders lange gearbeitet. Wir hatten ein Demo, das uns aber nicht gefiel, und das sich von der finalen Aufnahme stark unterscheidet.

Ich frage gerne: Was habt ihr gelernt bei der Arbeit am Album?

Was haben wir gelernt? Hmm – dass man nicht aufgeben sollte, wenn etwas nicht beim ersten Mal klappt. Es gab ein paar Songs, die sich erst entfaltet haben, nachdem wir uns entschieden, es länger mit ihnen zu probieren. Wir haben auch gelernt, dass es Spaß macht, ein Album aufzunehmen. Es war ja unser erstes Mal. Es war eine prima Erfahrung.

beachbabyMir ist bei einem eurer Pressefotos etwas aufgefallen: Auf dem Foto sitzt ihr zu viert in einem Pub, mit drei Pints Bier auf dem Tisch vor euch – und einem Pint Milch!

Ja, an das Foto erinnere ich mich, das war aus unserer ersten Fotosession.

So ein Detail stellt man doch mit Absicht ins Bild, oder? Es hat doch sicher keiner von euch wirklich Milch getrunken.

Haha, gute Frage. Das hat noch keiner gefragt. Das ist einfach passiert. Lily, die Fotografin, fand das einfach lustig. In unserem ersten Video „Ladybird“ kam auch Milch vor. Mehr Backstory gibt es aber nicht. Das war mehr spontan.

Okay. Wir haben vorhin kurz die UK-Charts angesprochen und ich möchte darauf noch mal zurückkommen. Auf den vordersten Plätzen sind heutzutage viele (für meine Ohren) austauschbare Standard-Pop-Produktionen von der Stange. Nervt euch das, wenn ihr das betrachtet? Ich meine, ihr müsst mit euren Singles ja dort auch irgendwie mithalten, das verlangt das Geschäft. 

Naja, unseren Geschmack trifft das Meiste nicht. Man hat schon das Gefühl, dass man in einer anderen Welt arbeitet – in einer mit weniger Geld, haha. Aber gut – man macht die Musik, die man machen möchte, die einen selbst repräsentiert. Aber so ist das heute nun mal, Popmusik ist zur Zeit der Stil, der gefragt ist. Wir machen trotzdem das, was wir selbst hören wollen, und hoffen, dass es genug anderen Leuten gefällt. Klar hoffen wir auch, dass unsere Songs zugänglich genug sind, dass jemand, der bisher Pop hörte, auch etwas mit ihnen anfangen kann. Ansonsten sind die Pophits aus den Charts nichts, worüber wir nachdenken.

Ich frage, weil es nun mal die Zeiten gab, in denen man als okay große Indie-Band mit Singles auf Platz 27 in den Charts gut über die Runden kam. Aber heute reicht das vorne und hinten nicht mehr zum Leben – du hast ja gerade selbst erwähnt, dass in der Welt der Gitarrenbands nicht viel zu holen ist. Wenn ihr nicht Beach Baby seid, müsst ihr da andere Jobs machen? 

Ja, das müssen wir. Immer, wenn wir von einer Tour zurück kommen, geht es zurück an die Arbeit – wenn wir welche kriegen. Wenn man uns nicht in der Zwischenzeit gefeuert hat. Was, tja, schade ist. Vor 20 Jahren hätte das vielleicht nicht sein müssen. Aber, naja, so ist es nun mal, und wir sind immer noch happy für die Möglichkeiten, die wir bekommen haben. International auf Tour zu gehen, eine Platte zu veröffentlichen, das macht man aus Leidenschaft, aus Liebe, weil man es will – und alles andere drum rum ordnet man dem unter. So läuft das nun mal – und man kann auf diese Weise immerhin auch seinen Tagesjob als Inspiration nutzen. Wenn man da besonders frustriert ist, macht man einen Song draus, dann hatte auch das letztlich etwas Gutes.

Was ist denn dein Tagesjob? Und wie reagieren deine Mitarbeiter, wenn sie dich mal im Radio hören oder auf MTV sehen?

Also, ich habe keine Mitarbeiter. Ich bin Freiberufler. Ich lese Drehbücher und Romane für einen Verlag. Ein sonderbares Leben, in dem ich in meiner Wohnung sitze und Skripts geschickt bekommen, die ich dann analysiere, würde ich sagen. Zu denen ich dann sage, ob sie etwas taugen oder nicht – oder ich versuche zu helfen, sie zu verbessern. Normalerweise treffe ich meine Mitarbeiter also gar nicht, ich habe nur ihre email-Adresse. Aber Shep, unser Drummer, arbeitet in einer Schule, und da gibt es mehrere Lehrer, die richtige Fans von uns sind. Ollie arbeitet in einer Bar und seine Mitarbeiter kommen oft, wenn wir spielen. Für die ist das sicher sonderbar, ihn so anders zu sehen. Heute Frontmann auf der Bühne, morgen serviert er wieder Tapas in der Bar.

Dein Job klingt aber interessant. Du bist immerhin noch in einer kreativen Industrie.

Ja, da hatte ich Glück. Ich habe etwas gefunden, das wirklich interessant ist und das den künstlerischen Teil meines Gehirns anspricht. Mir macht das wirklich Spaß. Manchmal ist es sehr schlecht bezahlt, aber es ist auf jeden Fall interessant.

Gibt es denn einen Crossover zwischen dieser Art Literatur und Musik?

Ja, den gibt es auf jeden Fall. Ich habe selbst englische Literatur studiert und deswegen ist es cool, dass ich jetzt Lesen als Lebensunterhalt betreiben kann. Es gibt auf jeden Fall Überschneidungen, wenn auch in einem sehr losen Sinne.

Okay, nächste Frage: Was, denkst du, macht eure Band auffällig?

Hmm. Ich denke, das Album hat einen sehr eigenen Sound – man kann viele verschiedene Dinge nennen, an die man sich erinnert fühlt, von den Sixties bis zu aktuellen Bands, aber im Großen und Ganzen hat sie eine Ästhetik, die letztlich ganz unsere eigene ist. Dann denke ich, die Chemie zwischen Ollie und mir als zwei Songwriter, Texter und Frontmänner – klar, Bands mit zwei Sängern gab’s zwar früher auch schon, das haben nicht wir erfunden – aber trotzdem, diese bestimmte Kombi gibt uns schon unseren Eigengeschmack. Ich meine, wir erfinden das Rad nicht neu. Wir schreiben Popsongs. Aber ich denke, diese Songs haben eine bestimmte Stimmung, die ganz unsere ist.

beach-babyAufgefallen ist mir auch, dass ihr oft Hawaii-Hemden tragt. Das ist euer Look?

Nein, gar nicht! Das bereuen wir!

Echt jetzt?

Nichts bereuen wir so sehr wie die Sache mit den Hawaii-Hemden! Ich meine, in dem Moment schien es eine gute Idee zu sein. Wir hatten einen unglaublich langen Tag im Studio hinter uns – und dann standen noch die Pressefotos an. Wir können nicht mal jemand andere die Schuld geben, ich glaube, es war unsere eigene Idee, diese Hemden anzuziehen. Naja – das werden wir nicht noch mal tun. Viele Leute erwarten jetzt, dass wir immer so auftreten! Das war echt eine blöde Idee! Wo wir auch noch ausgerechnet „Beach Baby“ heißen, Hawaii-Shirts anzuziehen! Schon witzig, wie schnell man auf ein Image festgenagelt werden kann. Ich meine, auf unserer letzten Tour kamen viele Fans im Hawaii-Hemd! Es ist ja einerseits supernett, dass sie auf diese Weise ihre Unterstützung zeigen wollen – aber wir möchten natürlich jetzt nicht für immer die Hawaii-Hemd-Band sein. Die war nicht unbedingt durchdacht, die Fotosession.

Da habt ihr sicher bei den Fotos fürs neue Album ganz besonders aufgepasst.

Auf jeden Fall. Es gibt ja auch sonst genug andere Bilder von uns. Nur wurde das Foto mit den Hawaii-Hemden auch noch ausgerechnet für ein EP-Cover verwendet.

So, Jetzt wurde mir hier leider ein Zeichen gegeben, dass wir fertig werden müssen.

Alles klar, dann gibt es noch eine letzte Frage, Und das ist immer die Frage nach der Anekdote: Was war denn bisher euer verrücktestes Konzert?

Das ist ne gute Frage! Also, wir haben mal in Glasgow gespielt, als Vorband von jemand anderem – das war jetzt noch nicht so verrückt. Aber am nächsten Tag hatten wir eine Show in Amsterdam. Und da mussten wir hinfahren, mit dem Auto. Also fuhren wir um 10 Uhr abends von Glasgow los. In Folkestone, wo die Fähre ist, waren wir um 4 Uhr am Morgen.  Dann fuhren wir noch mal durch Frankreich und Belgien, und bis wir in Holland waren, war es vier Uhr am Nachmittag. Also 18 Stunden Fahrt, und das direkt nach einem Gig! Und am nächsten Tag hatten wir schon wieder eine Show in York, in Nordengland! Die Shows waren nicht das Verrückte, aber diese wahnsinnigen Entfernungen, die waren es. Solche Entfernungen kommen hoffentlich nicht so schnell noch mal auf uns zu – zumal wir uns bisher noch selbst fahren.

Das wäre meine nächste Frage gewesen, ob ihr wenigstens einen Fahrer habt.

Nein, bisher sind wir eine ganz auf uns gestellte Truppe, wir fahren unseren kleinen Van selber. Deswegen war das ein echter Ausdauertest.

Okay, dann entlasse ich dich jetzt für die Kollegen. Vielen Dank für deine Zeit, viel Erfolg mit der Show heute abend, viel Erfolg mit der Platte! Cheers, Bye-Bye! 

Danke, Bye-Bye!

 

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(… und weil’s oben angesprochen wurde… der „Beach Baby“ Song aus den 70s)

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