Single Review: The Shimmer Band

Shimmer Band Sunkick - SingleThe Shimmer Band – Sunkick

Zur Zeit habe ich als Indie-DJ keinen festen Auflegeplatz. Hoffentlich bald wieder – ja nachdem, wann das Crisp endlich aufmacht. Aber so oder so, man legt das nicht ab. Es kommt immer wieder vor, dass man einen neuen Song hört und der erste Gedanke ist: Whoah, den will ich auflegen!

Ihr wisst ja selber: In der Indie-Disse gibt es einen Stapel Klassiker, Lieder, die quasi immer laufen. „Books From Boxes“ oder „Last Nite“ zum Beispiel. Nicht wenige dieser Songs sind einem längst zu den Ohren raus gequollen. In meiner Rolle als Indie-DJ will ich mir nicht zu fein sein, auch Lieder aus der Klassiker-Kiste zu ziehen – aber ich bin trotzdem immer auf der Suche nach Songs, die einen ähnlichen Drive haben, aber eben NEU sind. Damit man nicht immer nur immer nur immer nur immer nur die gleichen 80 Songs hört, damit aber die Stimmung trotzdem stimmt.

Deshalb freut mich, dass The Shimmer Band aufgetaucht ist.

Nun gibt es zur Zeit ja einige neue Bands, die sich auf die frühen 90er und auf den Britpop berufen – und was das betrifft, ist das Quintett aus Bristol bestimmt nicht das subtilste. Klischees gehen sie nicht gerade aus dem Weg. Sagen wir’s so: Wenn die Macher von „Almost Famous“ ein Sequel drehen würden, das in den 90ern auf der Insel spielt, dann sähe ihre archetypische Baggy/Britpop-Band aus wie The Shimmer Band – und sie müsste auch exakt so klingen. Wie alle Britpop- und Madchester-Bands auf einmal.

shimmer band„Freedom“, die letzte Single von TSB, bediente sich zum Beispiel sehr offensichtlich erstens bei Primal Screams „Loaded“ sowie zweitens bei „I’m Free“ von den Soup Dragons. Ihre neue, „Sunkick“, ist ein Stampfer a la „Pounding“ von Doves oder „All These Things That I’ve Done“ (The Killers, bekanntermaßen). Der Song erinnert mich auch, lustigerweise durch seine Keyboards, an die Dudelsack-Gitarren von Big Country.

Keine Frage also: Wären die Shimmies (wie ihre Fans sie meines Wissens noch nicht nennen) zum Höhepunkt des Britpop aufgetaucht, man hätte sie sicher nicht zu den Coolen gesteckt, zu Blur, Supergrass und Pulp. Sondern zu den Bands, die eher als  peinlich galten, aber trotzdem Hits hatten: Reef, Ocean Colour Scene, Stereophonics. (Dass Letztere die Shimmer Band schon auf Stadionshows mitgenommen haben, kommt sicher nicht von ungefähr.)

Aber ich sagte oben: Ich freue mich, dass The Shimmer Band aufgetaucht ist. Ja, obwohl ihr Sänger Tom Newman ganz schön affige Posen wirft. Obwohl man sich fragen darf, ob eine Band, die gerade erst am Anfang steht, schon Gospelchöre auffahren muss. Beides spricht von einem gewissen Größenwahn – aber hey, Größenwahn ist etwas, an das es Oasis und den Stone Roses auch nie mangelte. Also haut rein damit, Lads, und lasst uns schauen, wo die Reise hin geht!

Warum habe ich den Text mit dem Verweis aufs DJing angefangen? Weil sowohl „Freedom“ als auch jetzt „Sunkick“ Songs sind, die ich mir sehr, sehr gut im Set vorstellen kann. Ich bin mir sicher, die werden funktionieren auf dem Dancefloor. „Freedom“ hat den Groove und „Sunkick“ hat den Rumms und den Refrain, den man mitjubeln kann: „Sunkick is what I get from you-ou“. Nettes Kompliment eigentlich, oder? Die Liebste mit dem Push zu vergleichen, den einem sattes Sonnenlicht geben kann? „Walk with me, walk with me into the light!“ schmettern die Gospel-Ladies dazu. Ja, das alles ist sehr plakativ. Aber eben auch voll der Hit.

…hier auch noch mal der Vorgänger „Freedom“

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