Review: FRONTEERS

Streets We're Born in - EP FRONTEERS – „Streets We’re Born In EP“

Ich habe in diesem Blog schon wiederholt auf einen Widerspruch hinweisen müssen, dem ich immer wieder anheim falle. Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich diesen Widerspruch anerkennen, aber halt auch gleich wieder ignorieren muss.

Immer wieder fordere ich von Bands und Solisten/innen einen Grad an Originalität und Persönlichkeit, eine Wiedererkennbarkeit. Aber ab und an kommen Bands daher, deren Approach rein klassisch ist – und denen ich das nicht ankreiden kann, weil ich den Sound zu sehr liebe.

Die FRONTEERS sind so ein Fall. Die vier Kids aus Hull machen Britpop, klassischen Britpop. Sixties-beeinflusste Gitarrensongs, wie die La’s, wie Cast, Shed Seven wie The Kooks. Ein Sound, den wir auf- und ab gehört haben und der vielen Hörern entsprechend nichts mehr gibt. Mir aber schon. Weil ich ein Indie-Heini bin und dazu stehe.

Die FRONTEERS kreieren also genau diesen Britpop, für den ich immer eine Schwäche haben werde – und sie machen ihn ausgesprochen gut. Und mehr kann ich fast nicht sagen zu dieser EP. Vier Songs, alle mit hohem Ohrwurmfaktor. Die Single „Full Moon“ hat ordentlich Schmiss,  „Hear It In The Rainfall“ trottet im Midtempo daher, ist aber ein absoluter Grower, „Nothing’s Ever That Simple“ reitet auf einem satten Gitarrenriff ein und hat mit seinem mehrstimmigen Gesang ultimativen Sixties-Geschmack. Bleibt noch der Titelsong, der als feine akustische Ballade beginnt, dann aber noch Fahrt aufnimmt.

FronteersIndividuelle Features, an der man diese Band sofort wiedererkennen würde, kann ich noch nicht wirklich festlegen. Die Stimme? Sänger Andy Towse erinnert mich von seiner Intonation her an Luke Pritchard von den Kooks – ich würde mich nicht wundern, wenn jemand die FRONTEERS hört und ihre Songs erst mal für frühe Kooks-Tracks hielte. Gitarrist James Taylor ist dabei, einen durchaus glam-igen Style auszuprägen, sein Spiel hat definitiv was von Bernard Butler in frühen Suede-Zeiten oder von Paul Banks (Shed Seven). Will heißen: Beide sind gut, aber noch nicht unverkennbar – nach bisher drei Singles und einer EP muss man das aber auch von keiner Band erwarten.

Noch was zum Thema „unoriginell“:

Bei Spotify gibt’s jede Woche neu eine Playlist namens „New Music Friday“. Ich weiss nicht, ob ich Masochist bin, aber ich klicke die regelmäßig durch, weil man ja doch unverbesserlich auf den einen oder anderen guten Track hofft. Tatsächlich kann man das Meiste nur wenige Sekunden aushalten und muss staunen: Fucken Hell – die KLINGEN ALLE GLEICH! Da tauchen so viele Studioproduktionen aus Hitfabriken auf, dass man sich fragt, wie die sich selbst auseinander halten. Stammt etwas nicht aus der Hitfabrik, klingt’s vermutlich wie der xte minimalistisch-elektronische Flume-Klon. Also known as Landfill Electronica. Wenn man die FRONTEERS also mal nicht ihrer Indie-Tradition betrachtet, sondern in das Umfeld ihrer Zeitgenossen setzt, dann sind sie verdammt noch mal superhot originell. Das darf man ja auch nicht vergessen – wenn alle um dich rum wie Zara Larsson klingen, dann ragt man echt raus, wenn man nach The La’s klingt.

Also, FRONTEERS: So könnt ihr weitermachen!

Ranking Fronteers

die Singles davor:

Hier das Video zur Single „Idol“

Hier das Video zur Single „It’s All Up To Me“

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