Give ‚em enough Hope

Mit diesem Song hat PJ Harvey sich schon einige Feinde gemacht.

Die streitbare Britin war in Washington, D.C. Einerseits die Machtzentrale des Westens, andererseits eine der herunter gekommensten Städte der USA. Man muss keine seit den frühen 90ern gefeierte Songwriterin sein, um die Diskrepanzen dieses Ortes frappierend und auch signifikant zu finden. Sich die Frage zu stellen: Wie wollen die den Globus regieren, wenn sie nicht mal ihre eigene City instand halten können?

Und dann heißt der vielleicht tristeste Stadtteil auch noch „Hope“. Das Wort, das es nicht zuletzt vor acht Jahren auf all den Obama-Plakaten zu lesen gab.

Vielleicht ist es ganz schön hochnäsig von Polly Jean, sich das aus ihrer britischen Warte anzugucken und dann den Finger in die Wunde zu legen. Vom „pathway of death“ und „drugtown Zombies“ zu singen und „They’re gonna build a Walmart here!“ als Refrain zu schmettern. Die Reaktionen aus Washington sind entsprechend pikiert.  Ex-Bürgermeister Vince Gray ist beleidigt, eine Aktivistin zeigt sich eher enttäuscht: „Wir versuchen doch, genau die Dinge zu bekämpfen, die du in deinem Song so runterputzt.“

Ich seh’s so: Das darf PJ Harvey schon machen. Es ist schließlich a) Kunst und b) ein Thema, das zur Diskussion offen stehen muss. Auch wenn Harvey selbst hier unsensibel ist – „Here’s the old mental institution, now the Homeland Security Base“ ist ein Bild, das Bände spricht.

PJ Harveys kommendes Album heisst „The Hope Six Demolition Project“ und erscheint am 15.4.

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