Meine Alben 2015 – Pt.4 (5-1)

Header ZiskaFanfare! Es ist vollbracht! Fünf Alben fehlen noch, um meine persönliche Liste der besten Alben 2015 zu komplettieren. Und sie stehen unten, only one Klick away!

Blur_The_Magic_Whip5. Blur – „The Magic Whip“

Erstens haben wir nicht wirklich darauf hoffen dürfen, dass die Britpop-Erfinder sich noch mal zurück melden würden. Zweitens gab es keinen Grund anzunehmen, dass Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree mit ihrem Comeback auch ein so starkes, aussagekräftiges Album hinlegen würden. Zwar, so fand ich in meinem Text dazu, ist die Platte kein weiterer Schritt in der Entwicklung der Band, sondern mehr ein Rundumschlag. „Mit dem Laserpointer higlighten Blur mal hier, mal dort einen Punkt aus ihrer früheren Metamorphose, aber sie morphen nicht mehr selbst.“ Aber: „Erstens: Wie stark ist diese Band, dass sie etwas so Gutes mal eben relativ unorthodox zusammen stöpseln kann? Zweitens: Wie gut könnten Blur noch mal sein, wenn sie tatsächlich mit der Agenda ins Studio gehen, ein Album wie ein Statement abzuliefern?“

amason album4. Amason – „Sky City“

„Was machen Amason? Ganz famose, sonderliche Retro-Popmusik. Nach ihren eigenen Spielregeln“ schrieb ich im Mai. Die schwedische Supergroup, die Gustav Ejstes (Dungen), Pontus Winnberg (Miike Snow) und Amanda Bergman (Idiot Wind) zu ihren Mitgliedern zählt, wurde überall mit Fleetwood Mac verglichen. Aber das liegt daran, dass Fleetwood Mac in der heutigen Musikjournalistensprache nun mal grundsätzlich für „70s-Poprock mit Niveau“ stehen. Amason haben sehr wohl ihre ganz eigene Schiene gefunden. „Das sind komplett unorthodoxe Melodieführungen! Das sind tunes, die man so nicht kommen hört – aber ins Ohr gehen sie trotzdem, beziehungsweise erst recht! Auch die Rhythmen (bevorzugt lineare Krautrock-Motorik), die Wendungen, die Breaks in Amasons Liedern – immer wieder überraschend, smart, pfiffig! Und die Klänge! Klassisch wie aus dem Radio der 70er Jahre – vereinzelt fühlt man sich an französische Chansons erinnert, die man als Kind mitbekam – und dann aber konterkarieren sie das mit einem analogen Synthie, oder einem sonstwie unerwarteten Geräusch. Wie raffiniert, gleichzeitig retro und superfresh!“

mariusziskahomeheim3. Marius Ziska – „Home / Heim“

Ein Album, zu dem es hier auf dem Blog gar keine Rezension gab. Denn mit Marius Ziska, diesem wundervollen Singer/Songwriter von den Färöer Inseln, habe ich hier ein langes Interview gepostet, als sein zweites Album erschien. Ich habe ihn dabei auch gebeten, mir zu enträtseln, warum ich ausgerechnet seine Lieder so bewegend finde: „Es gibt doch echt Singer/Songwriter wie Sand am Meer. Es könnte Millionen geben. […] Und all diese Singer/Songwriter machen letztendlich etwas Ähnliches, sie stehen da mit ihrer Gitarre. […] Trotzdem gibt es ein paar, die ragen heraus. Und ich frage mich immer: Was ist der Grund, dass manche einfach anders sind als der Rest?“ Ich glaube, wir haben keine konkrete Antwort auf diese Frage gefunden. Es ist ganz einfach so. Der Mann ist ein leiser, nachdenklicher Liederautor, der bei mir einfach einen Nerv trifft, weil er irgendwas verdammt richtig macht. Was immer das ist.

Currents-hi-res2. Tame Impala – „Currents“

Sie ist durchaus kontrovers diskutiert worden, die dritte Platte von Kevin Parker. Deswegen zog ich meine Rezension der Platte etwas anders als meine anderen Kritiken auf. Ich nutzte den Text, um denen zu widersprechen, die fanden, der Kopf von Tame Impala habe sich mit „Currents“ dem Mainstream angebiedert. „Hätte Parker die Kommerz-Karte spielen wollen, hätte er ja doch einfach ‚Lonerism 2.0’ machen können? Erfolg hatte er damit ja! Sollte ein Reboot seines Sounds nicht viel mehr das Risiko bedeuten, dass er seine Fans verprellt? Dass Kevin mit der Tame Impala-Formel spielt und sie bricht, ist doch viel mehr mutig und kreativ!“ argumentierte ich. „Ich liebte Tame Impala bisher und ich finde, dass „Currents“ einen famosen nächsten Schritt darstellt. Einiges, was inzwischen charakteristisch ist für Tame Impala, wirklich himmlische Melodien nämlich sowie Sounds, die aus vogelwildem Experimentieren entstehen und bei knalliger Hittigkeit landen, gibt es hier en masse. Dabei tritt Parker nicht auf der Stelle, sondern hat mit seinem Eintauchen in die Synthie-Welt eine weitere Dimension gefunden. Plus, “Currents” ist ein Upgrade in Sachen Texten und Gesang.“ Fazit: „Eine wirklich starke Platte also, die die immensen Erwartungen sogar übererfüllt.“
Ach ja, ein aktuelles Interview mit Kevin Parker gab’s hier auch.

sufjan stevens cover1. Sufjan Stevens – „Carrie & Lowell“

Zuerst mal ist dies ein himmlisches Singer/Songwriter-Album, einfach nur von den Klängen her. Man kann sich hinein fallen lassen wie in einen Berg aus samtweicher Perwollwäsche, einfach nur als wisperndes Hörerlebnis. Aber dann kommt on top diese emotionale Dimension dazu. „Carrie, das ist Sufjans Mutter, die 2012 an Krebs starb, die die  Familie aber früh verlassen hatte. Es war ausgerechnet Lowell, ihr zweiter Mann, Sufjans Stiefvater also, der den Kontakt zu ihren Kindern wieder aufbaute und Sufjans größter Förderer wurde (die zwei leiten heute noch gemeinsam ihr Label Asthmatic Kitty). Auf elf Liedern seziert Sufjan nun also Kindheits- und Jugenderinnerungen und verarbeitet sowohl sein sonderliches Verhältnis zu ihr, als auch seine Trauer über die verlorene Mutter. In Zeilen, die flüsternd ins Fleisch schneiden.“ Klingt dramatisch? Klingt unangenehm nach Oversharing? Durchaus. Es ist eine Platte, die nahe geht, manchmal zu nahe. Aber es ist ein Album, dessen Kernaussage der Trost ist. Das Seinen-Frieden-Finden. Was im Endergebnis bedeutet, dass dieses Werk sowohl ein musikalischer als auch ein emotionaler Höhepunkt ist. Es ist mein Album des Jahres 2015. (Meine komplette Rezi HIER)

2 Kommentare zu „Meine Alben 2015 – Pt.4 (5-1)“

  1. Sufjan Stevens „Carrie & Lowell“ ist auf jeden Fall auch mein Platz 1, mit Abstand. Ein wunderschönes Album. Auch wenn ich andere Alben vielleicht öfter gehört habe, was aber, wie du geschrieben hast, daran liegt, dass die Songs eine sentimentale Stimmung mit sich bringen, in die man sich nicht zu oft katapultieren mag. Eine tolle Liste! Und Platz 3 und 4 kenne ich nicht, wegen der anderen Alben hier werde ich diese aber direkt mal auf Spotify aufsuchen.

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