Meine Alben 2015 – Pt.3 (10-6)

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Krasser Cliffhanger! Ich teile halt die Top Ten meiner persönlichen  Alben des Jahres 2015 in zwei Posts auf, der haarsträubenden Spannung wegen!

Teil 3 dieser kleinen Serie umfasst nun also meine Positionen 10-6. Ich hoffe, ihr kaut nicht die Fingernägel bis zum Nagelbett runter, bis der Abschluss erscheint…

Anm. 1: Die Spotify-Playlist dazu habe ich ebenfalls upgedated.

Anm. 2: Letztes Jahr habe ich sowas ja auch gemacht. Falls es Euch interessiert, hier die Links:
(25-21) (20-16) (15 -11) (10-6) (5-1)

LOW_OnesSixes_cover10. Low – „Ones And Sixes“

„Es gibt eine Gefahr bei Low, und die ist, dass man sie für selbstverständlich nimmt“ schrieb ich im September, als das inzwischen elfte Album des Indietrios erschien. Dies ist schließlich eine Band, bei der nicht viel passiert. Seit ihrem Karrierebeginn machen Low zauberhafte, aber laaaaaangsaaaamste Zeitlupenmusik. „Sie haben noch nie ein mieses Album abgeliefert. Da beginnt man, das Ganze für normal zu halten.“ Also merken wir uns: Low bleiben was Besonderes, auch wenn Veränderungen in ihrem Sound nur mit der Tempo eines Gletschers eintreten. „‚Ones And Sixes‘ ist mal wieder ein ganz himmlisches Low-Album geworden. Ein Karrierehöhepunkt, wäre man geneigt zu sagen, wenn diese Band ziemlich famose Platten nicht eh stetig und grundsätzlich abliefern würde.“ 

wolf alice my love is cool9. Wolf Alice – „My Love Is Cool“

Das hätte ich letztes Jahr um diese Zeit nicht gedacht: Dass Wolf Alice tatsächlich eins meiner Alben des Jahres abliefern würden! Ich hatte die Briten doch als laue Grunge-Wiederaufwärmer abgekanzelt – aber dann ging ihr Album SO los: „‚My Love Is Cool‘ beginnt mit einem Dreierpack Herrlichkeit. ‚Turn To Dust‘, ‚Bros‘ und ‚Your Love’s Whore‘ sind drei hinreissende, zärtliche Gitarrenpopstücke. Drei Mal wundervolle, unorthodoxe Melodieführung. Drei mal offenbart Ellie Rowsell die Stimme einer Nachtigall.“ Letztlich haben Wolf Alice mich im Verlauf des Album trotz all meiner Vorurteile für sich gewonnen. Ich sagte es so: „Weil sie Grunge-Vorbilder keinesfalls nur nachäffen, sondern aus ihnen ihren eigenen Sound und ihre eigene Stimmung entwickeln.“

DEATH_MAGIC_cover_art1.jpg0424151044258. HEALTH – „Death Magic“

Ich muss gestehen, dies ist ein Album, auf dem ich auch einige Songs skippe. Dafür flashen mich  die Titel, die ich mag, umso mehr. Eigentlich werden die Kalifornier schließlich als Industrial kategorisiert. Aber, so fand ich: „‚Death Magic‘ ist HEALTHs Popalbum. Die Platte ist so voller brachialer Monster-HITS, dass ihre Langzeitfans bestimmt gerade alle kotzen vor Wut und ‚Sellout!!‘ schreien. Ich aber, der als Pop-Fan von der anderen Seite kommt, kreische vor Begeisterung.“ „Life“ oder „Stonefist“ sind Songs, bei denen springe ich auf die Tanzfläche. „Mal sind es die echt packenden Atmosphären und die elektrisierenden Dynamiken, die mich mitnehmen – und dann sind da diese unglaublichen Pophits, die ich von dieser Band so unverschämt breitenwirksam nie erwartet hätte. Eine Presslufthammer-Platte.“

lordhuron7. Lord Huron – „Strange Trails“

Ist dies die große übersehene Platte des Jahres 2015? Ich LIEBE dieses Album, aber habe ich das zweite Werk des Amerikaners Ben Schneider und seiner Band  bisher in keiner anderen Bestenliste gesehen. Dabei ging ich so ab in meiner Rezi! „Da bringt diese Band doch in der Tat zwei ur-traditionelle, ur-amerikanische Musikstile, die irgendwie noch nie jemand unter einen Hut gebracht hat, unter einen Hut. Diese zwei Stile, das sind mehrstimmige Americana und 50s-Rock’n’Roll. Nun findet diese Verknüpfung auch noch bei Nacht und Nebel statt, bei leicht spukiger, bedrohlicher Stimmung. Und das Ergebnis ist hinreißend. Vereinfacht gesagt: Man stelle sich vor, die Band of Horses covert Elvis. In einer Twin Peaks-Bar!“

Susanne sundfor6. Susanne Sundfør – „Ten Love Songs“

Daheim in Norwegen ist Susanne Sundfør ein Megastar, was erstaunlich ist in Anbetracht der sperrigen, schroffen Musik, die die Songwriterin auf ihren letzten Alben machte. Dagegen machte sich die Prämisse „Zehn Liebeslieder“ unerwartet freundlich aus, fand ich im März. Aber, das war ja klar: „Love Songs sind dies nur in dem Sinne, dass sie die negativsten Auswirkungen zeigen. Dies sind Geschichten übers Zerrinnen der Liebe, über den Kontrollverlust und selbstmörderische Hingabe.“ Allerdings: “Susanne hat die Scheu vorm Pop definitiv abgelegt […] Verpackt sind (die Songs) in schnittige Synthie-Riffs und in zackige Beats, die auf Club-Dancefloors nicht fehl am Platze wären.“ Wichtig dabei: „Sundførs Schritt Richtung Pop bedeutet hier nicht einen Zentimeter Kompromiss in Richtung Gefälligkeit – viel mehr macht er die Songs perfider: Die oft abgrundtiefe Gemeinheit der Lyrics nistet sich getarnt als Radio-Ohrwurm viel effektiver im Kopf ein.“ 

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