Earth Is The Longlist Planet, Pt 5

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Ich hatte meine eigene Best Ditches – Longlist für 2016 versprochen. Meine Antwort auf die Longlist der BBC. Anstatt nur über deren langweilige Newcomer zu lästern, wollte ich meine eigenen Tipps mit in den Topf werfen und prognostizieren, welche Bands nächste Saison groß rauskommen. Naja, vielleicht nicht unbedingt groß rauskommen – meine Vorhersage soll eher besagen, dass diese genannten Acts 2016 hoffentlich ein gutes bis tolles Debütalbum vorlegen können. Letztes Jahr habe ich das Gleiche gemacht, mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Also okay. Nach dem Break findet ihr meine Tipps für 2016.

Halt, bevor ich loslege: Letztes Jahr habe ich ein paar Bands getippt, die mit ihrem Debütalbum noch nicht fertig wurden und daher eigentlich noch mal in den Topf für 2016 mit rein könnten. Ich habe mich entschieden, diese kein zweites Mal aufzuführen. Aber ich will hier eben noch mal fallen lassen, dass ich 2016 umso mehr erwarte von DMA’s (das Album „Hill’s End“ erscheint am 26.02.), Blaue Blume, Morning Harvey, Operators und Screaming Peaches.

Dann sind da noch die Bands, die sogar schon länger zu meinen Tipps gehörten und bisher kein Album auf die Reihe kriegten: Night Engine, Antimatter People, SURES. Sollte es in der Tat noch was werden mit einem Album bei diesen drei, erhoffe ich Großes.

Nun aber los:

Weil ich alphabetisch sortiere, beginne ich mit dem Synthpopduo April Towers aus Nottingham. Vier wirklich gute Singles haben Charles Burley und Alex Noble über den Verlauf des letzten Jahres veröffentlicht. Es ist kein brandneuer Sound, in dem die zwei sich bewegen, aber sie kriegen ihn wirklich prima hin. Ein Album wird Spaß machen.

Next: Beach Baby. Ein Quartett, das sich in London traf, aber aus Nicht-Londonern besteht. Zwei Mitglieder sind Griechen. Ihr Sound ist dafür umso londonerischer: Indiepoprock zwischen Vaccines und Strokes. Auch das muss man erst mal so knackig hinkriegen. (So einfach scheint das nicht zu sein, sonst tät’s ja jeder.) Drei Singles kamen letztes Jahr, da sollte 2016 ein Album anstehen.

Drittens: Blossoms. Hier überschneide ich mich mit der BBC-Longlist. Die Jungs aus Stockport sind ne feine Psychedelia-Pop-Gitarrenband, die auch den einen oder anderen satten Ohrwurm drauf hat. Für sowas wird’s immer ein Publikum geben. Mich zum Beispiel. Mehr über Blossoms habe ich bereits HIER geschrieben.

Viertens: Unser erster Abstecher nach Australien: The Creases. Nach einer EP und einer Single sollten auch die vier Jungs aus Brisbane 2016 so weit sein, ihr Debütalbum an den Start zu bringen. Der Sound: Ein melodisches Strokes-Dings. Keine Revolution, aber sehr in Ordnung.

Bei meinem nächsten Tipp könnte es auch daneben gehen. Heman Sheman aus London setzen auch auf Funk. Ja, Funk. Brrrr. Aber wenn sie’s genug mit Indie kreuzen, kommt ein Song wie „Haven’t Got You In My Heart“ dabei raus, der echte „Pill’s’Thrills’n’Bellyaches“-Vibes hat. Ein Album könnte ein smoover Groover werden.

Kagu habe ich, wenn man so will, schon mal getippt. Kagu ist nämlich Sean Heathcliff, einst einer der Köpfe der Melbourner Dreampopper Snakadaktal. Die liebte ich. Nach einer sehr feinen EP hoffe ich, Sean kann das einlösen, was Snakadaktal einst versprachen.

Die nächste Band hat 2015 nichts veröffentlicht. Trotzdem glaube ich an The Merrylees, denn sie waren durchaus aktiv im letzten Jahr, was Liveshows angeht. Dass keine zweite Single seit ihrem sehr The Coral-esken 2014’er-Lied „Forever More“ erschien, deute ich als Anzeichen, dass die Schotten (die Band stammt teils aus Edinburgh, teils aus Glasgow) fleißig am Debütalbum arbeiteten.

Bei der nächsten Band fällt die Vorhersage nicht schwer. Die Plattenfirma hat das Debütalbum von Pauw nämlich schon rausgeschickt, darum kann ich sagen: Es wird gut. Wer Temples, Tame Impala oder Jacco Gardner mag, wird mit den Holländern, deren Name „Pfau“ bedeutet, sicher was anfangen können, denn dies ist schwurlige Gitarren-Psychedelia. Das Album „Macrocosm“ erscheint am 22.01.

Weiter geht’s in den Staaten. Jedes Jahr muss auch ne lässige, schnoddrige New Yorker Post- New Wave-Band rauskommen, und diese Rolle übernehmen 2016 Public Access TV.

Jetzt wieder nach Australien. Tear Council aus Sydney sind nicht wirklich Newcomer, es handelt sich um ein Duo aus zwei Ex-Mitgliedern der smarten Synthpop-Band Van She. Die zwei Singles, die Tear Council Anfang 2015 veröffentlichten, blieben diesem Sound treu. Auf Albumlänge kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Wir bleiben down under und kommen zu Tiny Little Houses. Das Quartett aus Melbourne um Kopf Caleb Karvountzis hat jüngst einen weltweiten Deal unterschrieben. Wichtiger: Ihre EP „You Tore Out My Heart“ hat vier prima Songs, die 90’s-Indie a la Modest Mouse und Sparklehorse mit sehr schlauen Texten verbinden. Diese Band hat Charakter, das merkt man schon nach den ersten Sekunden.

Sehr, sehr gerne mag ich auch The Vryll Society. Ich habe ihre EP „Pangea“ hier besprochen und die Band mit den frühen Verve verglichen – was ein dickes, dickes Lob sein soll. Wenn ich aus meinen 15 Bands einen Favoriten picken soll, auf dessen Debütalbum ich mich am meisten freue, sind es wohl die Liverpooler.

Next: WHITE. In GROSSBUCHSTABEN. Trotzdem beschissen zu googlen. Egal. Die Band aus Glasgow macht das 80s-Ding, aber nicht auf die ausgelutschte Weise. WHITE sind so schnittig und zackig, dass ihre New Wave-Variante nicht nur die Sounds mit ins Heute bringt, sondern auch das Gefühl, dass hier was Modernes, Undergroundiges passiert.

The Wholls wiederum bedienen sich im britischen Indie der letzten Jahre. Sie sind für mich die erste erkennbare Post-„AM“-Band. Will sagen: Sie orientieren sich nicht nur an den Arctic Monkeys, sie orientieren sich sehr konkret an den SPÄTEN Arctic Monkeys, nicht an „Mardy Bum“, sondern an „Do I Wanna Know“. Was, wie man an der Single „X21“ erkennt, nichts Schlechtes ist, sondern nur knusprige Rockmusik bedeutet. Die Briten aus Bedford haben ihr Album bereits aufgenommen, in Kalifornien. Es ist davon auszugehen, dass es im Verlaufe von 2016 auf dem UK-Markt mit viel Power gepusht wird.

Zuletzt noch: Marlon Williams. Auch so einer, dessen Debütalbum schon vorliegt, welches hierzulande aber erst noch erscheint (am 19.02. nämlich). Der Neuseeländer ist zu Hause längst eine feste Größe, weil er erstens prima Songs schreibt, die zweitens ein weites Feld vom Folk-Kracher bis zur nachdenklichen Elegie abdecken und er drittens auf der Bühne ein echter Charismatiker mit beeindruckender Stimme und Präsenz ist.

So. Das waren meine 15 Vorschläge. Dann bin ich ja mal gespannt, ob ich in 12 Monaten das eine oder andere Mal richtig lag.

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