Review: Girlfriends & Boyfriends

Our GardenGirlfriends and Boyfriends – The Garden

Es gibt ein paar Klischees aus dem Underground Pop der 80er. Es sind die besten Klischees, die’s gibt.

Als da wären: Bollernd melodische New Order Basslines a la Peter Hook. Schillernde Gitarren und wabernde Synthies, wie The Cure sie auf „The Head On The Door“ oder aber „Pornography“ eingesetzt hätten. Leicht übertriebener Schwermuts-Gesang a la Echo & The Bunnymen. Post-Punk-Klaustrophobie a la Joy Division. Dieses New schummrig-düstere Wave Pop-Gesamtbild von Bands wie The Church oder The Psychedelic Furs aus dem Vorraum zum Goth.

Dies sind exakt die Bausteine, aus denen Girlfriends and Boyfriends aus Vancouver, Kanada, ihr Debütalbum aufbauen. Das macht „Our Garden“ wirklich nicht originell. Tatsächlich glaubt man, man habe diese Platte schon x-mal gehört. Denn man erkennt darin nicht nur die UK-Indie-Originale, sondern auch all die Bands aus der zweiten Reihe, die sich im letzten Jahrzehnt an 80s-Schwermutpop versucht haben, Bands wie Stellastarr, The Stills, White Lies, The New Division. Aber hey – was kann ich machen? Ich mag diesen Sound halt!

Also werde ich mit ein paar Prinzipien brechen müssen. Ich weiss, ich fordere von Bands normalerweise Individualität und Persönlichkeit ein. Die haben diese Kanadier echt nicht. Wenn mein Laptop im Shufflemodus die Girlfriends and Boyfriends picken würde, müsste ich erst mal raten, ob’s wohl sie sind oder eine der anderen Bands, die sich auf die gleiche Ära gestürzt hat. Das ändert aber nichts daran, dass ich die sägende Gitarre aus dem vorwärts preschenden „When You Call“ am liebsten selbst spielen würde. Dass ich zum blubbernden „Hope In Your Arms“, das von einer unveröffentlichten 1982er Cure-Platte kommen MUSS, headbangen will, dass ich zu den knarzenden Synthies von „Picture Of Yourself“ das Licht ausmachen und in meiner Küche tanzen will, wie ich’s als Teenie in meinem Zimmer gemacht habe, statt der Hausaufgaben.

Dies wird eine kurze Rezi. Ich kann nicht viel mehr über die Platte schreiben, als das, was ich schon gesagt habe. Girlfriends and Boyfriends machen schließlich nichts Neues. Sie halten sich sehr strikt an etablierte Indiepop-Traditionen, die es seit den 80ern gibt und die seit über einem Jahrzehnt von Retro-Acts ähnlich bedient werden. Sie fügen nichts neues hinzu, nichts – aber sie bewegen sich innerhalb des gesteckten Rahmens sehr trittsicher und sie transportieren eigene Begeisterung und Liebe für das Genre.

Der Bandname „Girlfriends and Boyfriends“ lässt natürlich an die ganz frühen Killers denken. Auch das kommt nicht von ungefähr. Der Sound von „Jenny Was A Friend Of Mine“ ist nicht weit weg. Ich höre diese Platte – and I smile. Like I mean it.

Ranking Gfs and Bfs

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