Interview: Cayucas

cayucas headerHeute (19.06.) erscheint bei uns „Dancing At The Blue Lagoon“, das zweite Album von Cayucas. Mit ihrem Debüt „Bigfoot“ und den Singles „High School Lover“ und „Cayucos“ haben Bandkopf Zach Yudin und seine Band uns vor zwei Jahren großen Spaß gemacht. Also versuchte ich, auch diesmal wieder ein Interview zu kriegen. Immerhin, einen Stapel email-Fragen hat Zach mir beantwortet.

Es hat sich einiges geändert seit dem ersten Album. „Bigfoot“ hast du noch mehr oder weniger alleine aufgenommen, aber seitdem wurden Cayucas zur Liveband mit mehreren Mitgliedern. Haben diese neuen Erfahrungen auch das Songwriting auf der neuen Platte beeinflusst?

Ja, denn beim Schreiben habe ich auch immer gleich überlegt, wie man die Songs live umsetzen kann. Beim ersten Album habe ich daran nie gedacht.

Wo siehst du selbst grundsätzlich die Hauptunterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten Album?

Der Sound ist grundsätzlich besser produziert, er glänzt mehr. Außerdem begannen wir die Aufnahme-Sessions diesmal mit genug Demos für ein Album, und diese Songs waren schon ziemlich weit ausgearbeitet. Beim Debüt war das alles mehr ein Do-It-Yourself-Ding, sehr lo-fi. Da gingen wir nur mit vagen Songideen ins Studio und hofften, dass sich im Studio dann schon alles ergibt. Dieses Mal haben wir außerdem eine Menge Streicher dabei.

Was, denkst du, hast du gelernt zwischen den zwei Alben?

Mir ist klar geworden, dass ich wirklich jeden Tag schreiben und kreativ sein muss, wenn ich mich als Songwriter entwickeln und verbessern möchte.

Ich finde, das neue Album ist komplexer und kleinteiliger. Einen Song wie „Moony Eyed Walrus“ mit seinen verschiedenen Sektionen und Rhythmuswechseln hätte es auf „Bigfoot“ nicht geben können. Andererseits war es gerade die Simplizität von „Bigfoot“, die die Platte so charmant machte. Musstest du aufpassen, dass die Musik nicht zu komplex wird?

Naja, das ist einfach die natürliche Weiterentwicklung unseres Songwritings. Die erste Platte entstand um kleine Ideen und Loops herum, die wir ausarbeiteten. Deswegen blieben die Lieder sehr schlicht. Dieses Mal schrieben wir jedes Lied erst auf der Gitarre oder am Klavier.

Gibt es die „Blue Lagoon“ wirklich? Oder ist das ein metaphorischer Ort, quasi ein Gemütszustand? 

Es ist ein Ort, den ich mir ausgedacht habe, der mir irgendwie einfiel. Aber ich mag die Symbolik dahinter.

Aufgewachsen bist du in einem Ort namens Davis in Kalifornien. In deiner Presse-Bio steht, dass du auf der Platte Kindheitserinnerungen nacherlebst und dass Nostalgie ein wichtiges Thema auf der Platte ist. Kannst du uns also etwas mehr erzählen über Davis, oder uns ein konkretes Beispiel auf der Platte nennen, das sich auf eine solche Kindheitserinnerung bezieht?

Ich dachte ja selbst, dass ich das Thema Nostalgie auf der ersten Platte erschöpft hätte. Aber als ich dann die Texte für die neuen Lieder schrieb, merkte ich, dass das noch lange nicht der Fall war. Auf Davis beziehe ich mich zum Beispiel im Song „Ditches“. Der „Ditch“, das war ein Ort außerhalb der Stadt, wo wir als Kids eine ganze Menge Unfug machten. Ich habe den den „Graben“ dann als Metapher für unseren Vorort genommen, in dem wir aufwuchsen.

 

„Backstroke“ ist, wie ich las, eine Detektivstory, der du einen Soundtrack gegeben hast. Wie kamst du darauf, was kannst du uns dazu erzählen? 

In einem Buchladen las ich den Buchrücken einer dieser alten Detektivgeschichten und die Wörter gefielen mir so gut, dass ich sie mir in mein iphone eingetragen habe. Irgendwann war mir dann danach, über einen alten Mann zu schreiben, der in Hotelbars rund um die Welt abhängt und der sich Geschichten ausdenkt, die Fantasie sein könnten oder wirklich passiert sind.

Manche Songs, wie z.B. „Champion“, haben Streicher. Hast du dir, als Cayucas noch dein eigenes kleines Soloding war, je vorgestellt, mal Streicher dirigieren zu können? Wie hat es sich angefühlt, als du es tun konntest? 

Nein, das habe ich nicht. „Champions“ war nur ein weiterer Song, und als ich den Text dazu im Kopf hatte, war mir klar, dass Streicher ihn stärker machen würden. Aber letztlich bin ich Sog für Song angegangen, und an dem Tag hatte ich offenbar Laune auf Streicher.

cayucas bandFrüher gab es Cayucas-Fotos, auf denen du mal ganz alleine drauf warst, dann nur mit deinem Zwillingsbruder Ben, dann wieder mit kompletter Band. Die neueren Bilder zeigen nur dich und Ben. Wie ist die offizielle Bandsituation? Seid ihr jetzt ein Duo?

Ja, mein Bruder und ich übernehmen all das Schreiben und Aufnehmen, wenn wir live spielen, kommen verschiedene Musiker mit an Bord.

Bei Zwillingen in einer Band fragt man sich: Habt ihr die gleichen Gedanken? Die gleichen Vorstellungen, wo die Musik hingehen soll?

Meistens ja. Wobei ich generell für die Richtung zuständig bin, mir aber immer Bens Feedback einhole, ob er meine Ideen gut oder schlecht findet.

Was mir gut gefält an der Platte, sind die vielen kleinen Momente. Hier eine Flöte, dort ungewöhnliche Percussion – hast du einen Lieblingsmoment auf der Platte? 

Der ganze „Blue Lagoon Theme Song“ ist mein Lieblingsmoment – ich bin einfach froh, dass wir den geschrieben haben. Das ist mein Lieblingslied auf dem Album.

Wie hast du die letzten zwei Jahre, in denen es mit Cayucas aufwärts ging, so erlebt?

Ich finde es vor allem toll, dass unsere Musik jetzt die in Filmen und im Fernsehen zu hören ist

Was magst du am liebsten am Leben mit den Cayucas?

Am meisten Spaß macht mir das Songschreiben und das Reisen.

Und zum Abschluss: Hast du eine Anekdote für uns? Ist euch irgendetwas Lustiges passiert, seit „Bigfoot“ veröffentlicht wurde? 

Da müsste ich jetzt drüber nachdenken, spontan kommt mir leider nichts in den Sinn.

So, das waren meine Fragen – vielen Dank und viel Erfolg!

Thanks!

 

 

 

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