Review: Mikal Cronin

mikalcroninalbumMikal Cronin – MCIII

Wisst ihr, was das Schönste daran ist, einen Blog zu führen? Man muss sich nicht an Textvorgaben halten! Im Heft, da muss über ein Album in 800 Zeichen alles gesagt sein. Hier kann ich mich austoben – und wenn’s seitenlang wird!

Andersrum geht’s auch. Ich meine, hier kommt zum Beispiel eine feine Platte, auf die ich aufmerksam machen will – aber ich kann verdammt wenig dazu erzählen. Und weil ich niemandem was schuldig bin auf diesem Blog, dürfte ich’s theoretisch dabei belassen, nicht mehr zu sagen als: „Hört rein, dass ist gut gemachter amerikanischer Indierock. Von der Sorte, wie ihn die Posies und Teenage Fanclub und so machen. Ein klassischer Sound, an dem man nix rum verbessern muss, sondern den man nur liebevoll und mit genug Talent ausführen muss und ich bin happy. Mikal Cronin – übrigens der Gitarrist der Ty Segall Band – tut das auf seinem dritten Album, also gefällt’s mir.“

Okay, ein paar mehr Sätze erlaube ich mir dann doch. Alleine, weil ich über mich selbst nachdenken muss.
Ich meine, wie oft schimpfe ich, wenn ich finde, dass eine Band nix Eigenes macht und sich nur im festen Rahmen eines vorgegebenen Genres bewegt? Warum finde ich es bei diesem Typen und bei vergleichbaren Kollegen wie, sagen wir, Brendan Benson, Ken Stringfellow oder Matthew Sweet total okay und „klassisch“?

mikal-cronin-pressIst es letztlich doch nur eine reine Geschmacks- und Sympathie-Frage?

Hmm. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht jeder, der sich vornimmt, eine Platte in dieses Style zu machen, auch automatisch bei mir punkten wird. Da gehört schon mehr dazu. Und es besteht kein Zweifel, dass das, was Cronin macht, Hand und Fuß und Qualität hat.

Gehen wir eben die Checkliste durch:

Gesangsmelodien? Top!
Arrangements? Gekonnt! (man achte z.B. auf die Streicher auf der Single „Turn Around“)
Gitarrensounds? Wohl temperiert – im richtigen Moment crunchy, im richtigen Moment verschwommen, im richtigen Moment glasklar.
Texte? Feine zwischenmenschliche Beobachtungen – passt!

Prima also, alle wichtigen Punkte einer Gitarrenplatte abgehakt. Hmm. Ich habe trotzdem das Gefühl, nicht wirklich vorwärts gekommen zu sein und euch nicht wirklich erklärt zu haben, was das Besondere und Starke an diesem Album ist. Andererseits, ich will jetzt Barca gegen Bayern gucken. Und dies ist MEIN Blog, auf dem ich machen darf, was ich will. Also belasse ich’s einfach dabei, haha!

mikal cronin wertung

p.s. Ein Wort über das tolle Video von „Turn Around“ muss man natürlich noch verlieren – nicht nur, weil die Kopie von Natalie Imbruglias „Torn“ so drollig ist, sondern auch, weil ein paar meiner absoluten Lieblings-US-Comedians mitspielen: Kristen Schaal (Flight Of The Conchords, The Daily Show, Bob’s Burgers)!! Kurt Braunohler  (seine Standup-CD „How Do I Land“ ist der Bringer!) Paul Scheer! Und als dann auch noch Rory Scovel ins Bild kam, habe ich fast geschrien! Das ist der LUSTIGSTE Mann auf dem Planeten zur Zeit, guckt euch seine Clips an!!

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