Review: Django Django

Django_Django_Born_Under_Saturn_Album_CoverDjango Django – „Born Under Saturn“

Talk about a Luxusproblem! Als Django Django mit ihrem Debüt auftauchten, da kamen sie buchstäblich aus dem Nichts. In Schottland hatten sie praktisch isoliert von der Außenwelt an der Platte herum gefrickelt – aber unerwartet etwas fabriziert, auf das sich alle einigen konnten. Indiepop, der schlau war, aber nicht abgehoben, groovy und mit eigenem Charakter. Die Kritiken auf der Insel waren super, ein Hype kam ins Rollen, die warner kam an Bord und lizenzierte das Album für den Rest der Welt.

Die Ausgangspositionen für die Aufnahmen des Nachfolgers hätten also nicht unterschiedlicher sein können. Vor ihrem Debüt wussten nicht mal ihre Nachbarn, dass Django Django Musik machten – heute sind sie eine Band, die rund um die Welt bejubelt wurde, die rund um die Welt tourte (sie sollen von schüchternen Studenten zu ziemlichen Rampensäuen geworden sein) und deren zweites Album rund um die Welt mit offenen Armen erwartet wird.

Niemand hätte sich wundern können, wenn aufgrund dieser anderen Voraussetzungen erkennbar andere Musik entstanden wäre. Wenn Django Django vom plötzliche Erfolgsdruck gelähmt worden wären oder wenn sie, ausgestattet mit neuen Budgets sowie technischen Möglichkeiten und Fähigkeiten, ihren linkischen Charme eigebüßt hätten.

django djangoDeswegen ist es fast das Erstaunlichste, wie TREU Django Django sich auf ihrer Zweiten geblieben sind! Okay, es ist hörbar etwas mehr Geld da gewesen, aber das wirkt sich nicht negativ aus. Die vier bleiben in der Klangwelt ihres Debüts: Die etwas sonderlichen, zweistimmigen Gesangsmelodien, die Kombination elektronischer Klänge mit Surfgitarren, der sympathisch-nerdige Gesamteindruck. Mei, ich weiss gar nicht, was ich schreiben soll, außer: Dies ist Django Django 2.0! Etwas satter produziert, ein paar neue Variationen, aber letztlich genau das, wofür wir die Band kennen und mögen.

Und wenn dies jetzt so klang, als hätten Django Django sich nicht weiter entwickelt, dann ist das nicht, was ich sagen wollte. Die Entwicklung ist da, sie liegt im volleren Sound und im Variantenreichtum der einzelnen Songs. Das ist genug als erster Schritt nach dem Debüt, finde ich. Komplett umkrempeln können sie sich irgendwann später immer noch.

Ach, eins noch: Die Band wäre nie so durchgestartet, wenn nicht mit „Default“ und „WOR“ zwei Songs auf dem Album gewesen wären, die auch auf dem Indie-Dancefloor total rein knallten. Daher die Frage: Hat „Born Under Saturn“ auch solche Hits, die in „Default“s Fußstapfen treten können? Hmmm, wenn einer dabei wäre, dann wäre es mir sofort aufgefallen, oder? Naja, sagen wir: Ich schließe nicht aus, dass, „Shake And Tremble“ oder „Life We Know“ das Zeug zum Indie-Tanzhit haben können.

Aber gut. Wir haben in den letzten Jahren so manche Band am zweiten Album scheitern sehen – vielleicht, weil sie sich zu sehr wiederholt haben, weil sie den Level nicht halten konnten, oder weil sie sich zu weit davon entfernten, was sie erfolgreich gemacht hat. All diese Hürden haben Django Django mit „Born Under Saturn“ gemeistert.

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